Japans Neu­jahr­spei­se Mochi

Eine Zōni-Sup­pe. gon­ta­b­un­ta / Shut​ter​stock​.com

An den Neu­jahrs­ta­gen darf in Japan ein Gericht nicht feh­len: Es ist die Zōni-Sup­pe, deren Rezep­tur sich je nach Regi­on und Tra­di­ti­on unter­schei­det. Zu den klas­si­schen Sup­pen­ein­la­gen gehö­ren Karot­ten, die Kama­bo­ko-Fisch­wurst oder auch Blatt­spi­nat. Auf kei­nen Fall feh­len darf der unge­süss­te Reis­ku­chen Mochi. Es ist eine ein­fach und zugleich vor­züg­li­che Speise. 

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Gemäss einer aktu­el­len Umfra­ge des PR-Unter­neh­mens CCMK ist für 64,9 Pro­zent der Befrag­ten Zōni sogar die Lieb­lings­spei­se an Neu­jahr und dies noch vor dem reich­hal­ti­gen, in schö­nen Lunch­bo­xen ser­vier­ten Neu­jahrses­sen Ose­chi, das eben­so zur kuli­na­ri­schen Neu­jahrs­kul­tur gehört. 

Tra­di­ti­ons­spei­se Mochi

Eine klas­si­sche Zōni-Neu­jahrs­­sup­­pe. deco­p­lus / Shut​ter​stock​.com

Es wird gesagt, dass der Brauch, Mochi wäh­rend der ers­ten Neu­jahrs­ta­ge zu essen, sei­nen Ursprung in der höfi­schen Kul­tur der Hei­an-Zeit hat. Mit dem Ver­zehr von har­ten Lebens­mit­teln glaub­te man, die Zäh­ne und damit die Gesund­heit zu stär­ken. Zele­briert wur­de dies in der Neu­jahrs-Zere­mo­nie mit dem Namen Haga­ta­me no gi. Das Mochi ent­wi­ckel­te sich so über die Jahr­hun­der­te zu einem Sinn­bild für Gesund­heit, Glück und Lang­le­big­keit. Zu letz­te­rem Glau­ben bei­ge­tra­gen hat die zähe Kon­sis­tenz des Mochi. Ein wei­te­rer Aspekt ist, dass der Reis­ku­chen zu den tra­di­tio­nel­len Opfer­ga­ben für die Göt­ter zählt. Damit ist sie auch eine uner­läss­li­che Spei­se an spe­zi­el­len Anläs­sen wie Hoch­zei­ten oder Hauseinweihungen. 

Kaga­mi-Mochi: Eine japa­ni­sche Dai­dai-Bit­ter­oran­ge auf zwei run­den Mochi. tky­szk / Shut​ter​stock​.com

Eine wei­te­re Reis­ku­chen-Tra­di­ti­on ist das Kaga­mi-Mochi («Spie­gel­reis­ku­chen»). Es han­delt sich um eine mit Mochi gefer­tig­te Neu­jahrs­de­ko­ra­ti­on, die auf dem Haus­al­tar oder in die Toko­no­ma-Nische auf­ge­stellt und in der ers­ten Janu­ar-Hälf­te schliess­lich auf­ge­teilt und geges­sen wird. 

Risi­ko­spei­se Mochi

Zugleich führt die extrem kleb­ri­ge Kon­sis­tenz des Mochi all­jähr­lich zu Tra­gö­di­en. So gibt es in Japan kei­ne Neu­jahrs­ta­ge ohne Ersti­ckungs­fäl­le auf­grund die­ser gestampf­ten Reis­spei­se. Gemäss der Sta­tis­tik der Tokio­ter Feu­er­wehr­be­hör­de kommt es all­jähr­lich zu rund 100 Not­fäl­len wegen einer Mochi-Ersti­ckung. In 90 Pro­zent der Fäl­le sind die Betrof­fen im Ren­ten­al­ter (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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