Eine neue Burg aus Holz

Die bis­he­ri­ge Burg von Nago­ya aus dem Jahr 1959. f11photo / Shut​ter​stock​.com

In vie­len japa­ni­schen Städ­ten prä­gen Bur­gen im Zen­trum das Stadt­bild. Sie sind eine Sehens­wür­dig­keit und ein Beweis für die lan­ge Geschich­te eines Ortes. Jedoch han­delt es sich bei den wenigs­ten um his­to­risch erhal­te­ne Bau­ten. Davon gibt es näm­lich nur 12 im gan­zen Land (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die rest­li­chen Bur­gen wur­den zumeist nach dem Zwei­ten Welt­krieg wie­der­auf­ge­baut (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Aus Kos­ten­grün­den ver­wen­de­te man gewöhn­lich Stahl­be­ton für die­se Rekon­struk­tio­nen. Selbst Auf­zü­ge gehör­ten zur neu­en Aus­stat­tung. Es sind letzt­lich moder­ne Bau­wer­ke mit his­to­risch aus­se­hen­den Fassaden. 

Wenn Sie die­sen Arti­kel gra­tis lesen, bezah­len ande­re dafür. Mit einem Abo sichern Sie die Zukunft die­ses Japan-Blogs.

Ein Neu­bau aus Holz

Auch in Nago­ya bau­te man den zen­tra­len Burg­turm 1959 mit Stahl­be­ton wie­der auf, nach­dem ein Gross­teil der ursprüng­li­chen Anla­ge aus dem Jahr 1612 im Zwei­ten Welt­krieg durch US-Bom­ben­an­grif­fe zer­stört wur­de. Doch seit eini­gen Jah­ren ist die Burg in einem bau­fäl­li­gen, nicht mehr erd­be­ben­si­che­ren Zustand. Im Mai 2018 muss­te sie für Besu­che geschlos­sen werden. 

Da eine Reno­va­ti­on zu auf­wen­dig und kost­spie­lig ist, plant Nago­ya einen Neu­bau mit einem ande­ren Ansatz. Die­ses Mal wird eine kom­plet­te Holz­kon­struk­ti­on ent­ste­hen. Damit wird die Burg nicht nur das Aus­se­hen, son­dern auch die Bau­wei­se der eins­ti­gen Burg aus dem 17. Jahr­hun­dert anneh­men. Mög­lich machen dies vor­han­de­ne, his­to­ri­sche Bau­plä­ne. 2017 wur­de die­ser Beschluss gefasst, 2020 hät­te die neue Burg aus Holz eröff­net wer­den sol­len (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Es kam jedoch zu mehr­jäh­ri­gen Verzögerungen. 

Die Pro­ble­me

Ein Haupt­pro­blem bei der Umset­zung ist, dass ein sol­cher ori­gi­nal­ge­treu­er Bau kei­nen bar­rie­re­frei­en Zugang bie­tet. Dabei stand die Stadt vor der Fra­ge, wie man einen moder­nen Auf­zug inte­griert, ohne die Posi­ti­on der ori­gi­na­len Säu­len und Bal­ken aus Holz zu ändern? Aktu­ell sind Mini-Auf­zü­ge, die höchs­tens zwei Stock­wer­ke bedie­nen und selbst auf engs­tem Raum instal­liert wer­den kön­nen, die Ant­wort dar­auf. Die Flä­che des Auf­zugs soll Platz für eine Per­son im Roll­stuhl und eine Beglei­tung bieten. 

Gemäss den aktu­el­len Plä­nen könn­te 2024 mit dem Abriss des bis­he­ri­gen Bau­werks begon­nen wer­den. Der Bau­be­ginn wäre 2026 und die Eröff­nung im Okto­ber 2028. Die ursprüng­lich geplan­ten Kos­ten für die­ses Pro­jekt belau­fen sich auf 50 Mil­li­ar­den Yen. Ver­bun­den mit die­sem ambi­tiö­sen Pro­jekt ist die Hoff­nung, die Ein­trit­te von bis­her 2 Mil­lio­nen auf 3,5 Mil­lio­nen pro Jahr zu steigern. 

Neu­er Stationsname

Eine Neue­rung hat die Stadt Nago­ya vor weni­gen Tagen umge­setzt. Der Name der U-Bahn-Sta­ti­on Shiya­kus­ho-eki (engl. City Hall) heisst neu Nago­ya­jō-eki (engl. Nago­ya Cast­le). Die­se Anpas­sung soll hel­fen, die Tou­ris­ten ein­fa­cher zur Burg zu füh­ren. Denn bis­lang stie­gen vie­le erst bei der nächs­ten Sta­ti­on Mei­jō Kōen (名公園) aus, deren Name das Schrift­zei­chen für Burg beinhaltet. 


Eine vir­tu­el­le Tour durch die künf­ti­ge Burg


Im Shop
Asienspiegel Abo
Januar 2023

Asi­en­spie­gel Abo

Die­ser Blog braucht heu­te Ihre Unter­stüt­zung. Vor­tei­le für Jahres-Abonnenten.

ABONNENT WERDEN

In Japan
NEU: E-Book

In Japan

Edi­ti­on 2023: Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der neu­en 7. Auf­la­ge, inkl. Corona-Updates.

E-BOOK KAUFEN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN