Die letz­ten Tage der Kamikaze-Piloten

REI­SE­NO­TI­ZEN – Ich bin zur­zeit unter­wegs in Japan. In die­ser Serie tei­le ich mei­ne täg­li­chen Rei­se­er­leb­nis­se und Beob­ach­tun­gen.

Ein 1945 abgestürzter «Zero Fighter», der 1980 vor der Küste der Präfektur Kagoshima vom Meeresgrund gehoben wurde.
Ein 1945 abge­stürz­ter «Zero Figh­ter», der 1980 vor der Küs­te der Prä­fek­tur Kago­shi­ma vom Mee­res­grund geho­ben wur­de. Asi­en­spie­gel

Im Wes­ten sind sie als Kami­ka­ze bekannt und zum Syn­onym für den Wahn­sinn des Krie­ges gewor­den. Das Wort bedeu­tet «gött­li­cher Wind» und bezeich­ne­te ursprüng­lich die Tai­fu­ne, die Japan im 13. Jahr­hun­dert vor dem Ein­fall der mon­go­li­schen Hor­den bewahr­ten. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de der Begriff für die japa­ni­schen Pilo­ten ver­wen­det, die vor allem im letz­ten Kriegs­jahr mit Selbst­mord­an­grif­fen ver­such­ten, das Blatt zu wen­den. Tokkō­tai, spe­zi­el­le Angriffs­ein­heit, war ihre Bezeichnung. 

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Wäh­rend der Schlacht um Oki­na­wa wur­de der Luft­waf­fen­stütz­punkt in der Stadt Chi­ran zu einem zen­tra­len Aus­gangs­punkt für die Ein­sät­ze. Von den 1036 jun­gen Pilo­ten, die sich damals in den Tod stürz­ten, star­te­te die Hälf­te von dort. Es war letzt­lich ein Akt der Ver­zweif­lung einer mili­tä­ri­schen Füh­rung, die vor einer nicht mehr abzu­wen­den­den Nie­der­la­ge stand. 

Das Muse­um

Das Chiran Peace Museum.
Das Chi­ran Peace Muse­um. Asi­en­spie­gel

Das Chi­ran Peace Muse­um wid­met sich die­sem tra­gi­schen Kapi­tel, indem es die Geschich­te der Pilo­ten, ihre Fotos und ihre bewe­gen­den Abschieds­brie­fe, von denen vie­le auch ins Eng­li­sche über­setzt sind, in den Mit­tel­punkt stellt. So lernt man sie als Men­schen und Indi­vi­du­en ken­nen, die in den Stru­del des Krie­ges gerie­ten. Ergänzt wird das Muse­um durch Geschich­ten über das Leben der Pilo­ten in Chi­ran und vier aus­ge­stell­te Kampf­flug­zeu­ge, die damals im Ein­satz waren. Vie­le tech­ni­sche Details wer­den eben­falls gezeigt. Auch die Sicht der Ame­ri­ka­ner, die von den Kami­ka­ze-Pilo­ten ange­grif­fen wur­den, fin­det ihren Platz. 

Die Trau­er über den Ver­lust so vie­ler jun­ger Men­schen­le­ben steht im Vor­der­grund. Dies gelingt ein­drucks­voll. Eine kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit den poli­ti­schen und kul­tu­rel­len Hin­ter­grün­den, die dazu führ­ten, dass sich so vie­le jun­ge Men­schen auf die­se bei­spiel­lo­se Wei­se das Leben nah­men, sucht man jedoch ver­geb­lich. Auch dies wäre ein wich­ti­ger Bau­stein zur Erfül­lung der selbst­er­klär­ten Auf­ga­be des Muse­ums, eine Wie­der­ho­lung einer sol­chen Tra­gö­die zu ver­hin­dern und den Frie­den zu sichern.

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