Die Rik­scha: Eine japa­ni­sche Erfindung

Ein Wagenzieher im Einsatz in Kyoto.
Ein Wagen­zie­her im Ein­satz in Kyo­to. Foto: Depo​sit​pho​tos​.com

Heu­te denkt man bei die­sem Fahr­zeug an Tou­ris­ten. Dabei war es jahr­zehn­te­lang ein unver­zicht­ba­res Ver­kehrs­mit­tel. Es han­delt sich um ein zwei­räd­ri­ges Fahr­zeug mit Sitz, das von einer Per­son gezo­gen wird. *Jin­ri­ki­sha» («Per­so­nen­kraft­wa­gen») ist die japa­ni­sche Bezeich­nung. Dar­aus ent­wi­ckel­te sich der welt­weit gebräuch­li­che Begriff Rikscha.

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Yōsuke Izu­mi, Toku­jirō Suzu­ki und Kōsuke Taka­y­a­ma gel­ten in Japan als die Erfin­der die­ses Gefährts. Am 24. März 1870 erhiel­ten die drei Japa­ner von der Stadt Tokio die Geneh­mi­gung zum Betrieb der Jin­ri­ki­sha. Mit die­sem Tag begann eine Erfolgs­ge­schich­te, die sym­bo­lisch für den Beginn einer neu­en Ära stand und heu­te sogar mit einem Gedenk­tag jähr­lich am 24. März gewür­digt wird.

Die Erfin­dung zur rich­ti­gen Zeit

Rikschas um 1890.
Rik­schas um 1890. Wiki­me­dia / CC

Im Jahr 1870 hat­te Japan eine mehr als 200 Jah­re wäh­ren­de Zeit der Abschot­tung hin­ter sich. Das Land begann sich rasch zu moder­ni­sie­ren. In die­sen frü­hen Jah­ren wur­de die Jin­ri­ki­sha zum idea­len Ver­kehrs­mit­tel für den indi­vi­du­el­len Per­so­nen­trans­port. Es war das Taxi des 19. Jahr­hun­derts. Das Auto war noch nicht erfun­den, die Eisen­bahn steck­te in Japan noch in den Anfän­gen, eine Pfer­de­kut­sche war teu­er im Unter­halt und die alt­her­ge­brach­te Sänf­te benö­tig­te zu vie­le Trä­ger. Für die ver­gleichs­wei­se schnel­le Rik­scha genüg­te ein ein­zi­ger Wagen­zie­her. Zudem waren die Lohn­kos­ten gering. 

So begann ab den 1870ern der Sie­ges­zug der Jin­ri­ki­sha, die in der Mei­ji-Zeit (1868 bis 1912) zu einem fes­ten Bestand­teil des Stadt­bil­des und zu einem erfolg­rei­chen Export­pro­dukt für den asia­ti­schen Kon­ti­nent wurde. 

Das Ende und die Renaissance

Teil des Stadtbildes: Rikschas in Gion, Kyoto, im Jahr 1886.
Teil des Stadt­bil­des: Rik­schas in Gion, Kyo­to, im Jahr 1886. Adol­fo Fars­a­ri / Wiki­me­dia CC

In den 1920ern hat­te die Jin­ri­ki­sha ihren Zenit über­schrit­ten. Ihr Ende war nur noch eine Fra­ge der Zeit. Das Auto, die Eisen­bahn und das Fahr­rad hat­ten ihren Platz ein­ge­nom­men. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg sorg­te der Man­gel an Mate­ri­al und Treib­stoff für eine kur­ze Wie­der­be­le­bung. Danach hat­te sie als all­täg­li­ches Ver­kehrs­mit­tel end­gül­tig aus­ge­dient. Es droh­te ein Muse­ums­ob­jekt ohne wei­te­re Ver­wen­dung zu werden. 

Die Renais­sance begann 1970, als in Taka­y­a­ma in der Prä­fek­tur Gifu die Jin­ri­ki­sha als tou­ris­ti­sches Fort­be­we­gungs­mit­tel umfunk­tio­niert wur­de. Beson­ders in den his­to­ri­schen Stadt­vier­teln füg­te sie sich ele­gant ein. Dies führ­te dazu, dass sie sich in immer mehr tou­ris­ti­schen Orten ver­brei­te­te. So hat die Rik­scha das Kunst­stück voll­bracht, selbst 154 Jah­re nach ihrer Zulas­sung noch täg­lich im Ein­satz zu stehen. 

Vor dem Badehaus in Dōgo-Onsen, Matsuyama.
Vor dem Bade­haus in Dōgo-Onsen, Mats­u­y­a­ma. Foto: Depo​sit​pho​tos​.com
Ein Brautpaar in Asakusa, Tokio.
Ein Braut­paar in Asa­ku­sa, Tokio. Foto: Depo​sit​pho​tos​.com
Eine Rikscha in Kyoto.
Eine Rik­scha in Kyo­to. Foto: Depo​sit​pho​tos​.com
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