Mats­um­o­to Jujo: Ein Hotel für die Renais­sance eines Badeortes

REI­SE­NO­TI­ZEN – In die­ser Serie erzäh­le ich in chro­no­lo­gi­scher Rei­hen­fol­ge von mei­ner Rei­se durch das Japan im Februar/​März 2024.

Eine Buchhandlung im ehemaligen Bad des Hotels Matsumoto Jujo.
Eine Buch­hand­lung im ehe­ma­li­gen Bad des Hotels Mats­um­o­to Jujo. Asi­en­spie­gel

Asa­ma-Onsen vor den Toren der Stadt Mats­um­o­to in der alpi­nen Regi­on der Prä­fek­tur Naga­no blickt auf eine lan­ge Geschich­te zurück. Sei­ne ers­te Blü­te­zeit erleb­te der mit heis­sen Quel­len geseg­ne­te Ort in der Edo-Zeit (1603−1868), als der herr­schen­de Ishi­ka­wa-Clan, der auch für den Bau der berühm­ten Burg von Mats­um­o­to ver­ant­wort­lich war, hier einen Palast mit meh­re­ren Onsen-Bädern errich­ten liess. Asa­ma wur­de zum Erho­lungs­ort für die Fürs­ten­fa­mi­lie und die hoch­ran­gi­gen Samu­rai der Pro­vinz. Bereits 1849 wur­de Asa­ma-Onsen in einem Rei­se­füh­rer als belieb­te heis­se Quel­le mit vie­len gesund­heits­för­dern­den Eigen­schaf­ten erwähnt.

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Zwei­te Blü­te­zeit in der Meiji-Zeit

Nostalgisch: In Asama-Onsen.
Nost­al­gisch: In Asa­ma-Onsen. Asi­en­spie­gel

Wäh­rend der Mei­ji-Peri­ode (1868−1912) erleb­te Asa­ma Onsen eine zwei­te Blü­te­zeit. Die flo­rie­ren­de Sei­den­rau­pen­zucht zog Händ­ler aus ganz Japan an. Die Zucht­be­trie­be, die zuvor nur in der Neben­sai­son Gäs­te beher­bergt hat­ten, stell­ten zuneh­mend auf Ganz­jah­res­be­trieb um. So ent­stan­den zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts immer mehr luxu­riö­se Ryo­kan-Gast­häu­ser, die sich gegen­sei­tig zu über­trump­fen ver­such­ten. Asa­ma-Onsen eta­blier­te sich end­gül­tig als über­re­gio­nal bekann­ter Kur­ort. Eine Stras­sen­bahn­ver­bin­dung vom Bahn­hof Mats­um­o­to nach Asa­ma-Onsen brach­te dem Ort einen zusätz­li­chen Aufschwung. 

Nie­der­gang und Hoffnung

Das Matsumoto Jujo von aussen.
Das Mats­um­o­to Jujo von aus­sen. Asi­en­spie­gel

Doch die­se gol­de­nen Zei­ten sind längst vor­bei. In den letz­ten dreis­sig Jah­ren erleb­te Asa­ma-Onsen einen lang­sa­men Nie­der­gang. Immer mehr Ryo­kan und Geschäf­te muss­ten schlies­sen, die Stras­sen­bahn wur­de ein­ge­stellt. Der einst mon­dä­ne Bade­ort geriet in Ver­ges­sen­heit. Dass die­se Ent­wick­lung umkehr­bar ist, dar­an glaub­te der Hotel­be­trei­ber Jiyūjin Hotels. Mit dem Mats­um­o­to Jujo hauch­te er dem Bade­ort neu­es Leben ein. 

Café, Bar und Check-in des Matsumoto Jujo.
Café, Bar und Check-in des Mats­um­o­to Jujo. Asi­en­spie­gel

Dahin­ter ver­birgt sich nicht nur ein Hotel, son­dern ein inno­va­ti­ves Revi­ta­li­sie­rungs­pro­jekt. Dafür über­nahm das Unter­neh­men das in die Jah­re gekom­me­ne Ryo­kan Koya­nagi, ein tra­di­ti­ons­rei­ches Gast­haus aus dem Jahr 1686, und ver­pass­te ihm einen kom­plett neu­en Anstrich. Das 2020 eröff­ne­te Mats­um­o­to Jujo besteht heu­te aus den bei­den Hotels Mats­um­o­to Hon­ba­ko und Koya­nagi, einer Buch­hand­lung, einer Bäcke­rei, einer Bou­tique, einem Restau­rant und einer Apfel­wein­braue­rei sowie zwei Cafés aus­ser­halb des Hotelkomplexes.

Buch­hand­lung als Herzstück

Eine Buchhandlung im ehemaligen Bad des Hotels Matsumoto Jujo.
Eine Buch­hand­lung im ehe­ma­li­gen Bad des Hotels Mats­um­o­to Jujo. Asi­en­spie­gel

Die Zim­mer, ich habe im Hon­ba­ko über­nach­tet, sind geräu­mig und stil­voll ein­ge­rich­tet. Der Sicht­be­ton ver­leiht dem Raum ein urba­nes Flair. Jedes Zim­mer ver­fügt über ein Aus­sen­bad. Herz­stück des Hotels ist eine beein­dru­cken­de Buch­hand­lung, die sich über Erd­ge­schoss und Kel­ler erstreckt – genau dort, wo sich einst das Bade­haus des alten Ryo­kan befand. Hier kön­nen die Gäs­te nach Her­zens­lust schmö­kern. Gemüt­li­che Nischen laden zum Ver­wei­len ein. Der Ort ist 24 Stun­den geöffnet. 

Eine Lesenische in der Buchhandlung.
Eine Lese­ni­sche in der Buch­hand­lung. Asi­en­spie­gel

Auch Gäs­te, die nicht im Hotel über­nach­ten, kön­nen das stil­le Bücher­pa­ra­dies gegen eine klei­ne Gebühr betre­ten. Die Restau­rants in bei­den Hotels über­zeu­gen durch eine moder­ne Küche, die mit regio­na­len Zuta­ten und Wei­nen aus Naga­no krea­ti­ve Gerich­te zau­bert. Eine Bäcke­rei mit Bou­tique run­det das Ange­bot ab.

Über die eige­nen Mau­ern hinaus

Ein weiteres Café von Matsumoto Jujo im Dorf.
Ein wei­te­res Café von Mats­um­o­to Jujo im Dorf. Asi­en­spie­gel

Um die Revi­ta­li­sie­rung vor­an­zu­trei­ben, hat Mats­um­o­to Jujo bewusst die eige­nen Mau­ern ver­las­sen und zwei Cafés im Ort eröff­net. Der Check-in selbst fin­det im Café Okya­ki statt, das in einem reno­vier­ten Machiya-Stadt­haus unter­ge­bracht ist. Auf die­se Wei­se wer­den die Gäs­te ein­ge­la­den, durch die Stras­sen von Asa­ma zu schlen­dern und den Kur­ort neu zu ent­de­cken. Mit die­sem moder­nen Ange­bot sol­len auch Tages­be­su­cher ange­lockt werden.

Die Coro­na-Kri­se berei­te­te dem ehr­gei­zi­gen Pro­jekt einen schwe­ren Start. Doch der Tou­ris­mus­boom (Asi­en­spie­gel berich­te­te), neue Restau­rants im Dorf und das KAI Mats­um­o­to, ein eben­falls modern reno­vier­tes Ryo­kan des Betrei­bers der Hoshi­noya-Ket­te (Asi­en­spie­gel berich­te­te), sind wei­te­re Indi­zi­en dafür, dass das Expe­ri­ment der Wie­der­be­le­bung funk­tio­nie­ren und zur Blau­pau­se für ange­schla­ge­ne Bade­or­te wer­den könn­te. Asa­ma-Onsen steht an der Schwel­le zu einer neu­en, viel­ver­spre­chen­den Ära.

Das Zimmer im Honbako des Matsumoto Jujo.
Das Zim­mer im Hon­ba­ko des Mats­um­o­to Jujo. Asi­en­spie­gel
Ein Schlafbereich im Zimmer.
Ein Schlaf­be­reich im Zim­mer. Asi­en­spie­gel
Das Aussenbad im Zimmer.
Das Aus­sen­bad im Zim­mer. Asi­en­spie­gel
Das Restaurant im Matsumoto Jujo.
Das Restau­rant im Mats­um­o­to Jujo. Asi­en­spie­gel
Aus dem Badebereich eine Buchhandlung: Im Matsumoto Jujo in Asama-Onsen.
Aus dem Bade­be­reich eine Buch­hand­lung: Im Mats­um­o­to Jujo in Asa­ma-Onsen. Asi­en­spie­gel
In der Buchhandlung im Matsumoto Jujo.
In der Buch­hand­lung im Mats­um­o­to Jujo. Asi­en­spie­gel
Das Restaurant im Matsumoto Honbako.
Das Restau­rant im Mats­um­o­to Hon­ba­ko. Asi­en­spie­gel
In der Bäckerei.
In der Bäcke­rei. Asi­en­spie­gel
Die Bäckerei des Matsumoto Jujo.
Die Bäcke­rei des Mats­um­o­to Jujo. Asi­en­spie­gel
Das Badehaus des Hotels.
Das Bade­haus des Hotels. Asi­en­spie­gel
Dieses Bad stellt allen Gästen offen.
Die­ses Bad stellt allen Gäs­ten offen. Asi­en­spie­gel
Asama-Onsen an einem Wintertag.
Asa­ma-Onsen an einem Win­ter­tag. Asi­en­spie­gel
Ein Badehaus in Asama-Onsen.
Ein Bade­haus in Asa­ma-Onsen. Asi­en­spie­gel
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