Taka­y­a­ma: Die his­to­ri­sche Stadt in den Bergen

REI­SE­NO­TI­ZEN – In die­ser Serie erzäh­le ich in chro­no­lo­gi­scher Rei­hen­fol­ge von mei­ner Rei­se durch das Japan im Februar/​März 2024.

Das historische Zentrum in den Nachtstunden.
Das his­to­ri­sche Zen­trum in den Nacht­stun­den. Asi­en­spie­gel

In den frü­hen Mor­gen­stun­den fah­re ich mit dem Bus von Mats­um­o­to über die japa­ni­schen Alpen nach Taka­y­a­ma. Unter­wegs schlän­gelt sich der Bus über einen Berg­pass, der von dich­ten Wäl­dern gesäumt ist. Zu mei­ner freu­di­gen Über­ra­schung sehe ich eini­ge Male Affen am Stras­sen­rand stehen. 

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Die Rou­te führt am impo­san­ten Azu­sa-Stau­see vor­bei. Im ver­schnei­ten Hirayu-Onsen, dem gröss­ten der fünf Dör­fer der Okuhi­da-Onsen-Regi­on, macht der Bus eine kur­ze Pau­se. Nach knapp drei Stun­den abwechs­lungs­rei­cher Fahrt durch den japa­ni­schen Win­ter errei­che ich mein Ziel.

Die Stadt in den Bergen

Schneefall am nächsten Morgen.
Schnee­fall am nächs­ten Mor­gen. Asi­en­spie­gel

Taka­y­a­ma, des­sen Name «hoher Berg» bedeu­tet, liegt 550 Meter über dem Mee­res­spie­gel in der Regi­on Hida in der Prä­fek­tur Gifu. Die Geschich­te der knapp 90’000 Ein­woh­ner zäh­len­den Stadt reicht bis ins 8. Jahr­hun­dert zurück, als sich bud­dhis­ti­sche Mön­che hier nie­der­lies­sen. Ihre Blü­te­zeit erleb­te Taka­y­a­ma in der Edo-Zeit (1603−1868) als Zen­trum des Han­dels und des Hand­werks, ins­be­son­de­re der Zimmerei.

Ein Wintermorgen in Takayama.
Ein Win­ter­mor­gen in Taka­y­a­ma. Asi­en­spie­gel

Ende des 17. Jahr­hun­derts kam die Stadt unter die direk­te Kon­trol­le des über Japan herr­schen­den Sho­gu­n­at. In den fol­gen­den 150 Jah­ren ver­wal­te­ten Statt­hal­ter der Macht­ha­ber in Edo (heu­te Tokio) die Stadt anstel­le regio­na­ler Fürs­ten. Der Taka­y­a­ma Jin’ya-Komplex dien­te als Ver­wal­tungs­sitz und ist heu­te ein wich­ti­ges his­to­ri­sches Zeug­nis die­ser Epoche. 

Rei­ches Erbe

Die historischen Gassen von Takayama.
Die his­to­ri­schen Gas­sen von Taka­y­a­ma. Asi­en­spie­gel

Mit Beginn der Moder­ni­sie­rung in der zwei­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts wur­de Taka­y­a­ma Teil der Prä­fek­tur Gifu und ver­lor dadurch an poli­ti­scher und wirt­schaft­li­cher Bedeu­tung. Para­do­xer­wei­se trug wohl die­ser Umstand zur Erhal­tung des his­to­ri­schen Stadt­bil­des bei. Heu­te besitzt Taka­y­a­ma eine wun­der­schön erhal­te­ne Alt­stadt, deren tra­di­tio­nel­le höl­zer­ne Stadt­häu­ser an die Edo-Zeit anknüp­fen. Die­ses rei­che kul­tu­rel­le Erbe zeigt sich auch in einer ande­ren Facet­te. Das Taka­y­a­ma Mats­u­ri, ein tra­di­tio­nel­les Fes­ti­val im Früh­ling und Herbst, gilt als eines der bekann­tes­ten des Landes. 

Der Morgenmarkt von Takayama am Fluss.
Der Mor­gen­markt von Taka­y­a­ma am Fluss. Asi­en­spie­gel

Kuli­na­risch ist die Regi­on für ihr Rind­fleisch Hid­a­gyū, den süs­sen gegrill­ten Reis­ku­chen Gohei-Mochi und den loka­len Sake bekannt. In der Stadt gibt es meh­re­re Reis­wein­braue­rei­en. Eine Beson­der­heit von Taka­y­a­ma sind die bei­den täg­li­chen Mor­gen­märk­te: einer am Miya­ga­wa-Fluss und einer beim Taka­y­a­ma Jinya. Sie zäh­len zu den drei gros­sen Mor­gen­märk­ten Japans.

Tipp gegen den Übertourismus

Die historischen Gassen von Takayama in der Nacht.
Die his­to­ri­schen Gas­sen von Taka­y­a­ma in der Nacht. Asi­en­spie­gel

Auf­grund sei­ner Beliebt­heit ist Taka­y­a­ma seit jeher tags­über stark fre­quen­tiert. Rei­sen­de, die die male­ri­schen Gas­sen der Innen­stadt in Ruhe erkun­den möch­ten, soll­ten die frü­hen Mor­gen­stun­den, wenn die meis­ten Tou­ris­ten noch beim Früh­stück sind, oder die spä­ten Abend­stun­den nut­zen. Dann lässt sich die his­to­ri­sche Atmo­sphä­re der Alt­stadt am bes­ten erleben. 

Pittoresk: Spaziergang in Takayama.
Pit­to­resk: Spa­zier­gang in Taka­y­a­ma. Asi­en­spie­gel
Die überdachte Einkaufsstrasse von Takayama in der Nacht.
Die über­dach­te Ein­kaufs­stras­se von Taka­y­a­ma in der Nacht. Asi­en­spie­gel
Gohei-Mochi: Eine Spezialität aus Takayama.
Gohei-Mochi: Eine Spe­zia­li­tät aus Taka­y­a­ma. Asi­en­spie­gel
An einem frühen Wintermorgen in Takayama.
An einem frü­hen Win­ter­mor­gen in Taka­y­a­ma. Asi­en­spie­gel
Herrschaftlich: Das Museum für Lokalgeschichte.
Herr­schaft­lich: Das Muse­um für Lokal­ge­schich­te. Asi­en­spie­gel
In der Nacht hat man diese Sehenswürdigkeit ganz für sich.
In der Nacht hat man die­se Sehens­wür­dig­keit ganz für sich. Asi­en­spie­gel

Mein Kurz­film von 2017

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