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«Die Hinrichtung ist äusserst bedauerlich»

China hat erstmals seit der Normalisierung der Beziehungen mit Japan von 1972 einen Japaner hingerichtet. (flickr/Nomaan!)

China hat am Dienstag trotz Protesten japanischer Menschenrechtsaktivisten einen 65-jährigen Japaner hingerichtet, der wegen Drogenschmuggels zum Tod verurteilt worden war (Asienspiegel berichtete). Die chinesischen Behörden informierten das japanische Konsularbüro in Dalian 5 Minuten nachdem Mitsunobu Akano – vermutlich durch eine Giftspritze – hingerichtet wurde.

Es war das erste Mal seit der Normalisierung der Beziehungen zwischen Japan und China, dass China einen japanischen Staatsangehörigen hingerichtet hat. In den kommenden Tagen sollen 3 weitere wegen Drogenschmuggels verurteilte Japaner hingerichtet werden. 8 Weitere sind wegen Drogenhandels in den chinesischen Provinzen Liaoning und Jilin verhaftet und angeklagt worden.

Japanische Zweifel an Chinas Strafverfahren

Vor der Hinrichtung hatte die japanische Justizministerin Keiko Chiba Bedenken geäussert, die Vollstreckung des Urteils könnte zu einer Gegenreaktion in der japanischen Bevölkerung führen, schreibt die Asahi Shimbun. In Japan hege man Zweifel an der Zuverlässigkeit und Fairness des chinesischen Strafverfahrens.

Der Verband der japanischen Anwaltskammern sagte, die Vollstreckung des Todesurteils hätte ausgesetzt werden sollen. «Es ist äusserst bedauerlich, dass das Todesurteil vollstreckt worden ist», sagte der Präsident Kenji Utsunomiya in einer Stellungnahme. Er bezweifelte, dass Akano einen fairen Prozess hatte. Der Hingerichtete habe sich negativ über die Kompetenz eines Übersetzers geäussert.

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