«Grau­sam, unmensch­lich und erniedrigend»

Eine erklär­te Geg­ne­rin der Todes­stra­fe: Jus­tiz­mi­nis­ter­in­Kei­ko Chiba.

Die japa­ni­sche Jus­tiz­mi­nis­te­rin Kei­ko Chi­ba hat eine Unter­su­chung der Todes­stra­fe ange­kün­digt, nach­dem sie am Mitt­woch als ers­te Jus­tiz­mi­nis­trin über­haupt der Voll­stre­ckung von 2 Todes­ur­tei­len bei­wohn­te. Chi­ba ist eine erklär­te Geg­ne­rin der Todes­stra­fe. Die Hin­rich­tun­gen waren die ers­ten seit die Demo­kra­ti­sche Par­tei Japans im Sep­tem­ber 2009 an die Macht kam.

Okto­ber 2020 – Die­ser Blog kann ohne die Unter­stüt­zung der Leser nicht über­le­ben. Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie dazu bei, dass die­ses täg­li­che Stück Japan auch nach 11 Jah­ren wei­ter­exis­tiert – unab­hän­gig, kos­ten­los und frei von Goog­­le-Wer­bun­­gen. Herz­li­chen Dank! Ich blei­be täg­lich dran, bis die­se Kri­se über­stan­den ist und dar­über hinaus.

Die zum Tode Ver­ur­teil­ten wur­den mit dem Strang hin­ge­rich­tet. Der 59-jäh­ri­ge Kazuo Shi­no­za­wa hat­te bei einem Raub­über­fall ein Juwe­lier­ge­schäft in Brand gesteckt, wobei 6 Ange­stell­te ums Leben kamen. Der 33-jäh­ri­ge Hiden­ori Oga­ta hat­te eine Frau und einen Mann getö­tet und 2 wei­te­re Per­so­nen schwer verletzt.

Die Zeit ist reif für eine Grundsatzdiskussion

Die Hin­rich­tun­gen sei­en auf ihren Befehl hin aus­ge­führt wor­den, des­halb sei es ihre Ver­ant­wor­tung gewe­sen, dabei zu sein und sich mit den eige­nen Augen zu ver­ge­wis­sern, dass alles ord­nungs­ge­mäss von­stat­ten ging, sag­te Chi­ba. Die Hin­rich­tung habe sie nach­denk­lich gemacht und die Zeit sei reif für eine Grund­satz­dis­kus­si­on über die Todesstrafe.

Japan ist neben den USA die ein­zi­ge demo­kra­ti­sche Indus­trie­na­ti­on, wel­che die Todes­stra­fe voll­streckt, nor­ma­ler­wei­se bei Mehr­fach­mor­den. Über 85 Pro­zent der Bevöl­ke­rung spre­chen sich für die Todes­stra­fe aus.

Inter­na­tio­na­le Kritik

Inter­na­tio­nal gerät Japan wegen der Todes­stra­fe jedoch regel­mäs­sig in die Kri­tik. Zum Tode Ver­ur­teil­te und deren Fami­lie ken­nen das Hin­rich­tungs­da­tum nicht zum vor­aus. Die Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on Amnes­ty Inter­na­tio­nal nann­te die Haft­be­din­gun­gen in Japans Todes­trak­ten «grau­sam, unmensch­lich und ernied­ri­gend». Vie­le der Insas­sen wür­den in den Wahn­sinn getrieben.

Trotz der Initia­ti­ve ist die poli­ti­sche zukunft Kei­ko Chi­bas unge­wiss. Bei den Ober­haus­wah­len von Anfang Juli ver­lor sie ihren Sitz im Par­la­ment. Sie bleibt noch bis im Sep­tem­ber als Jus­tiz­mi­nis­te­rin im Amt.

Im Shop
An alle Leser
Freiwilliges Abo

An alle Leser

Mit einem frei­wil­li­gen Abo sichern Sie die Zukunft die­ses unab­hän­gi­gen Blogs.

MEHR ERFAHREN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN

In Japan
Buch

In Japan

Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der 6. Auflage.

BUCH KAUFEN

asia-intensiv
Shinsen
Sato
Schuler Auktionen
Yu-an
Butcher
Nooch
Bimi
Kabuki
Negishi
Aero Telegraph
Shizuku
cas-ostasien
Asia Society
Gustav Gehrig
Edomae
Japan Wireless
Depositphotos 1b
Prime Travel
Kokoro
Kalligrafie
Japan Rail Pass
Kabuki_2
Keto-Shop
Depositphotos 2
Depositphotos 1