Begehrt und von stra­te­gi­scher Bedeu­tung: Seltenerd-Metall.

Gemäss der Yomi­uri Shim­bun haben japa­ni­sche For­scher unter der Lei­tung von Pro­fes­sor Hiro­shi Kitaga­wa an der Uni­ver­si­tät Kyo­to mit Hil­fe von Nano­tech­no­lo­gie eine Legie­rung pro­du­ziert, die der Sel­ten­er­de Pal­la­di­um ähnelt – ein Ele­ment, das auf dem Peri­oden­sys­tem zwi­schen Rho­di­um und Sil­ber zu lie­gen kommt. Für Japan bedeu­tet dies ein ers­ter Schritt auf dem Weg zur Schmä­le­rung der Roh­stoff-Abhän­gig­keit von China.

Es wer­de jedoch schwie­rig sein die neue Legie­rung kom­mer­zi­ell her­zu­stel­len, wie Pro­fes­sor Kitaga­wa der Yomi­uri Shim­bun wei­ter sagt. Die neu ent­deck­te Pro­duk­ti­ons­me­tho­de soll aber hel­fen, wei­te­re Metal­le als Alter­na­ti­ve zur Sel­ten­er­de zu ent­wi­ckeln. Kitaga­wa sei bereits mit Auto­her­stel­lern und ande­ren Unter­neh­men im Gespräch.

Pekings Droh­mit­tel

Sel­te­ne Erde gilt als das Vit­amin der Elek­tro­nik-Indus­trie. Für die Pro­duk­ti­on von elek­tri­schen Gütern wie Hybrid-Fahr­zeu­gen und Flüs­sig­kris­tall-Bild­schir­men ist der Roh­stoff unab­ding­bar. Chi­na ist der Haupt­ex­por­teur der Sel­te­nen Erde. Sein Anteil an der Welt­pro­duk­ti­on von Sel­ten­erd-Metal­len beträgt mehr als 90 Pro­zent. Die Abhän­gig­keit vom Reich der Mit­te, bekam Japan im Streit um die Sen­ka­ku-Insel­grup­pe zu spü­ren. Peking sis­tier­te zwi­schen­zeit­lich den Export des Metalls, bis Japan in der Ange­le­gen­heit nach­gab (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Die zuneh­men­de Knapp­heit des begehr­ten Roh­stof­fes auf den Märk­ten hat Sys­tem. Chi­na senkt seit ein paar Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich die Export­quo­te der Sel­te­nen Erde. 2011 wird die Aus­fuhr noch ein­mal um 35 Pro­zent gedros­selt. Chi­na begrün­det sein Vor­ge­hen offi­zi­ell damit, dass der Abbau von Sel­te­ner Erde gros­se Umwelt­schä­den verursacht.

Wirt­schaft­li­che Beweggründe

Nebst öko­lo­gi­schen Gesichts­punk­ten dürf­ten auch wirt­schaft­li­che Über­le­gun­gen bei der Sen­kung der Export­quo­ten eine Rol­le spie­len, meint die Asahi Shim­bun. Export­be­schrän­kun­gen ver­schaf­fen der loka­len Indus­trie einen bevor­zug­ten Zugang zu den stra­te­gisch wich­ti­gen Roh­stof­fen und lässt die Prei­se für die ver­blei­ben­den Expor­te in die Höhe schnel­len. Aus­ser­dem wol­len die chi­ne­si­schen Behör­den ver­mehrt Sel­ten­erd-Metal­le wei­ter­ver­ar­bei­ten, bevor sie aus­ge­führt wer­den, um eine höhe­re Wert­schöp­fung zu generieren.

Die USA und Aus­tra­li­en machen sich nun dar­an, den Abbau ihrer eige­nen Vor­kom­men wie­der zu inten­si­vie­ren. Denn ent­ge­gen dem irre­füh­ren­den Namen gibt es genug Sel­te­ne Erde auf der Welt. Weil der Abbau jedoch hohe Umwelt­schä­den ver­ur­sacht und kos­ten­in­ten­siv ist, hat man in den letz­ten 20 Jah­ren Chi­na das Feld überlassen.