flickr/​MrmyaEine Rei­se wert: Die Sky­line von Tokio.

Die Fol­gen der AKW-Kata­stro­phe und der anhal­tend teu­re Yen haben die japa­ni­sche Tou­ris­mus­bran­che in eine regel­rech­te Kri­se gestürzt. Im August zähl­te die staat­li­che Tou­ris­mus­be­hör­de Japan Tou­rism Agen­cy noch 546’800 Besu­cher aus dem Aus­land. Das ist im Ver­gleich zum Vor­jahr ein Rück­gang um 32 Pro­zent. Es ist bereits der 6. Monat in Fol­ge im Minus.

Um die­se Kri­se zu über­win­den, schlägt Japan Tou­rism Agen­cy nun eine radi­ka­le Gegen­mass­nah­me vor. Für 2012 sol­len 10’000 Flug­ti­ckets nach Japan ver­schenkt wer­den. Die­se Anzahl an Besu­chern sei not­wen­dig, um die Bran­che wie­der anzu­kur­beln, so Shui­chi Kamey­a­ma von der Japan Tou­rism Agen­cy.

Wenig Tou­ris­ten aus dem Westen

Auf­fäl­lig ist, dass gera­de Tou­ris­ten aus dem Wes­ten Japan mei­den, wäh­rend die asia­ti­schen Besu­cher lang­sam aber sich wie­der zurück­keh­ren. So haben im August 30 Pro­zent weni­ger Ame­ri­ka­ner und gar 50 Pro­zent weni­ger Fran­zo­sen im Ver­gleich zum Vor­jahr den Insel­staat besucht.

Mit dem Gra­tis­flug-Pro­jekt hofft die staat­li­che Tou­ris­mus­be­hör­de den Trend wie­der ins Posi­ti­ve dre­hen. Geht alles nach Plan, kön­nen die ers­ten Inter­es­sen­ten ab April des nächs­ten Jah­res ihre Bewer­bung ein­sen­den. Im Gegen­zug zum Flug­ti­cket-Geschenk wird jedoch erwar­tet, dass die Nutz­nies­ser einen Bericht über ihre Erfah­run­gen in Japan schreiben.

War­ten aufs Parlament

Noch muss das ein­ma­li­ge Pro­jekt aber den Segen des Par­la­ments erhal­ten. Stol­ze 1,1 Mil­li­ar­den Yen (10 Mil­lio­nen Euro) hat die Japan Tou­rism Agen­cy dafür bean­tragt. Das wären 10 Pro­zent ihres gesam­ten Bud­gets für das Jahr 2012.

Die Tou­ris­mus­zah­len waren vor einem Jahr noch auf einem Rekord­ni­veau. 8,61 Mil­lio­nen aus­län­di­sche Besu­cher zähl­te Japan 2010. Damals peil­te die Regie­rung das ehr­gei­zi­ge Ziel von 30 Mil­lio­nen aus­län­di­schen Tou­ris­ten pro Jahr an. Heu­te geht es für vie­le betrof­fe­ne Unter­neh­men ums nack­te Überleben.