Der König von Osaka

Screen­shot: TBS NewsOsakas neu­er Bür­ger­meis­ter: Toru Hash­i­mo­to nach sei­ner Wahl.

Toru Hash­i­mo­to kann sich seit ein paar Tagen der König von Osa­ka nen­nen. Denn der 42-jäh­ri­ge Poli­ti­ker ist mit einem rie­si­gen Vor­sprung und einer rekord­ver­däch­ti­gen Wahl­be­tei­li­gung zum neu­en Bür­ger­meis­ter der Metro­po­le im Süd­wes­ten des Lan­des gewählt wor­den. Sei­ne Par­tei Osa­ka Ishin no Kai (Reform­par­tei Osa­ka) ist nichts weni­ger als eine Pro­test­be­we­gung gegen die eta­blier­ten Par­tei­en, die den umtrie­bi­gen und popu­lis­ti­schen agie­ren­den Hash­i­mo­to gar nicht mögen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Die Abnei­gung ist gar so gross, dass sowohl die Demo­kra­ti­sche Par­tei wie auch die Libe­ral­de­mo­kra­ten in einer sel­te­nen Einig­keit den amtie­ren­den Bür­ger­meis­ter Kunio Hira­matsu gemein­sam unter­stützt hat­ten. Doch all die­se Gemein­sam­keit nütz­te nichts. Auch Toru Hash­i­mo­tos Par­tei­kol­le­ge Ichi­ro Mat­sui wur­de zugleich noch zum neu­en Gou­ver­neur der Prä­fek­tur Osa­ka gewählt. Es ist das Amt, das Hash­i­mo­to zwi­schen 2008 und 2011 ausübte.

Hash­i­mo­tos Visi­on für Osaka

Toru Hash­i­mo­to trat zur Wahl an, um die Prä­fek­tur- und Stadt­re­gie­rung von Osa­ka zu fusio­nie­ren. Ent­ste­hen soll eine Stadt­prä­fek­tur nach dem Vor­bild von Tokio. Damit soll­te Geld gespart und Inef­fi­zi­en­zen abge­baut wer­den, wie der Poli­ti­ker sagt.

Osa­ka lei­det seit Jah­ren unter einem Haus­halts­de­fi­zit und mit 6,9 Pro­zent unter der zweit höchs­ten Arbeits­lo­sen­ra­te des Lan­des. Bereits als Gou­ver­neur erar­bei­te­te sich Hash­i­mo­to einen Ruf als Bud­get­kür­zer. Der Büro­kra­tie und den gestan­de­nen Par­tei­en gefiel dies gar nicht, den Ein­woh­nern von Osa­ka dafür umso mehr. Hash­i­mo­to geniesst eine Zustim­mungs­ra­te von fast 70 Prozent.

Casi­nos und Rotlicht

Hash­i­mo­tos Auf­tre­ten ist ener­gisch und sei­ne Rezep­te sim­pel. Wie Hash­i­mo­to den wirt­schaft­li­chen Auf­schwung plant, for­mu­liert er gegen­über BBC wie folgt: «Kei­ne ande­re Stadt ist so vul­gär und obszön wie Osa­ka. Wir soll­ten die­ses Image pfle­gen und die Ent­wick­lung von Casi­nos und Rot­licht­quar­tie­ren vorantreiben.»

Zudem unter­stützt Hash­i­mo­to die Idee Osakas Infra­struk­tur so aus­zu­bau­en, damit sie bei einem Aus­fall von Tokio zur Ersatz­haupt­stadt wer­den könn­te. Die Idee stammt bereits aus dem Jahr 2005. Nach dem 11. März wur­de sie plötz­lich zu einem rea­lis­ti­schen Szenario.

Kri­tik an Hashimoto

Hash­i­mo­tos Kon­tra­hent Kunio Hira­matsu sieht im neu­en Bür­ger­meis­ter eine poli­ti­sche Gefahr. Der Weg des Polit­stars sei eine Ein­bahn mit unbe­kann­tem Ziel und unge­wohn­ten Zwi­schen­halts, fass­te er die popu­lis­ti­sche Art Hash­i­mo­tos zusam­men. Er füh­re eine Poli­tik der Dik­ta­tur und des Plünderns.

Bei Hash­i­mo­to prallt eine sol­che Kri­tik ab. Für ihn soll in Osa­ka nicht Schluss sein. Denn für sei­ne Plä­ne einer neu­en Stadt­prä­fek­tur braucht er die Zustim­mung des Unter­hau­ses in Tokio. Dafür droht er schon mal vor­sorg­lich bei den nächs­ten natio­na­len Wah­len sei­ne eige­nen Kan­di­da­ten auf­zu­stel­len, soll­ten die bis­he­ri­gen Abge­ord­ne­ten aus der Prä­fek­tur Osa­ka sei­ne Plä­ne nicht unterstützen.

Nächs­tes Ziel Tokio?

Ins­ge­heim lieb­äu­gelt Toru Hash­i­mo­to mit dem Sprung aufs natio­na­le Par­kett. Die Zei­ten für Poli­ti­ker sei­nes Zuschnit­tes ste­hen gut in Japan, das von der bis­he­ri­gen Regie­rungs­po­li­tik genug hat. Er oder die eta­blier­ten Par­tei­en, war denn auch Hash­i­mo­tos Devi­se wäh­rend des Wahlkampfs.

Eine pro­mi­nen­te Unter­stüt­zung hat Hash­i­mo­to bereits. Der nicht min­der popu­lis­ti­sche Gou­ver­neur von Tokio, Shin­t­a­ro Ishiha­ra (Asi­en­spie­gel berich­te­te), lobt Hash­i­mo­to bereits in den höchs­ten Tönen: «Ich möch­te Hash­i­mo­to nicht nur die Zukunft von Osa­ka, son­dern von ganz Japan anver­trau­en.» Hash­i­mo­to wür­de ihm nicht widersprechen.

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