Osa­ka – die ewi­ge Num­mer 2

Foto: flickr/​liu yu chengDer Dot­on­bo­ri-Kanal in Osaka.

Toru Hash­i­mo­to hat als Bür­ger­meis­ter die Stadt Osa­ka mit sei­ner Par­tei Ishin no Kai in den letz­ten Jah­ren mass­geb­lich beherrscht und geprägt. Doch mit sei­nem gröss­ten Pro­jekt, die Fusi­on der Stadt Osa­ka mit der Prä­fek­tur Osa­ka, ist er am gest­ri­gen Sonn­tag­abend geschei­tert. Die Bevöl­ke­rung hat die Vor­la­ge knapp abge­lehnt, wie die Mai­chi­ni Shim­bun berichtet.

Damit hat die stei­le Kar­rie­re des «Königs von Osa­ka» ein vor­läu­fi­ges Ende genom­men. Hash­i­mo­to kün­dig­te laut der Nik­kei Shim­bun an, am Ende der Legis­la­tur­pe­ri­ode Ende Dezem­ber, als Bür­ger­meis­ter zurück­zu­tre­ten und sich von der Poli­tik zurückzuziehen.

Hash­i­mo­tos küh­ner Plan

Hash­i­mo­tos Plan war kühn. Er woll­te nichts ande­res als die Stadt Osa­ka in ihrer heu­ti­gen poli­ti­schen Form abschaf­fen. Aus Osakas 24 Stadt­be­zir­ken soll­te 5 auto­no­me Son­der­be­zir­ke nach dem Vor­bild der Haupt­stadt Tokio wer­den. Die Stadt Osa­ka als poli­ti­sches Gebiet wäre mit dem Bür­ger­meis­ter­amt und dem Stadt­rat, das Lokal­par­la­ment, auf­ge­löst worden.

Statt­des­sen hät­te jeder ein­zel­ne Bezirk einen eige­nen Bür­ger­meis­ter sowie ein Lokal­par­la­ment stel­len dür­fen. Die­se wären direkt dem Gou­ver­ner der Prä­fek­tur Osa­ka, die noch wei­te­re Städ­te und Gemein­den umfasst, unter­stan­den. Die Prä­fek­tur hät­te künftig
den Bau und den Unter­halt der kos­ten­in­ten­si­ven Infra­struk­tur (Hafen, U-Bahn, Bus, Feu­er­wehr, Uni­ver­si­tät, Kran­ken­haus, etc) übernommen.

Die Kri­tik am Projekt

Der Stadt­rat sowie das Prä­fek­tur­par­la­ment hat­ten dem Pro­jekt zuge­stimmt. Hash­i­mo­to woll­te eben­falls nach dem Tokio­ter Vor­bild aus der Bezeich­nung Osa­ka-fu (Prä­fek­tur Osa­ka) die Bezeich­nung Osa­ka-to («Osa­ka Metro­po­lis») machen. Doch dafür wäre eine gesetz­li­che Anpas­sung auf natio­na­ler Ebe­ne not­wen­dig gewesen.

Mit die­ser gigan­ti­schen Reor­ga­ni­sa­ti­on ver­prach, Toru Hash­i­mo­to 270 Mil­li­ar­den Yen über die nächs­ten 17 Jah­re ein­zu­spa­ren. Er hoff­te mit der schlan­ke­ren Struk­tur, Osa­ka wirt­schaft­lich kon­kur­renz­fä­hi­ger zu machen. Die Kri­ti­ker war­fen Hash­i­mo­to der­weil vor, die Macht der Geschäfts­eli­te der Stadt auf Kos­ten des Sozi­al­staa­tes zu stär­ken. Ande­re spra­chen von einer kos­me­ti­sche Ände­rung, mit einem Fusi­ons­akt, der am Ende wohl mehr gekos­tet hät­te als angenommen. 

Die Ableh­nung der his­to­ri­schen Vor­la­ge ist auch Sym­bol dafür, dass Hash­i­mo­to und sei­ne Par­tei, die zwar in bei­den Häu­sern noch die Mehr­heit besitzt, ihren Zenit über­schrit­ten haben. Die gros­sen natio­na­len Par­tei­en, die in Osa­ka bedeu­tend weni­ger Macht haben, haben sich erfolg­reich gegen die Fusi­ons­plä­ne gestellt. Letz­ten Endes ging es bei der Abstim­mung auch um die Per­son Hashimoto.

Die ewi­ge Num­mer 2

Hash­i­mo­to spiel­te stets mit dem Traum, Osakas alte Grös­se wie­der auf­le­ben zu las­sen. Nur unweit von der alten Kai­ser­stadt Kyo­to gele­gen, war Osa­ka einst das Han­dels­zen­trum des Lan­des. Bis heu­te ist sie berühmt für ihre Küche und ihre Komö­di­an­ten. Fir­men­gi­gan­ten wie Pana­so­nic, Sharp, San­yo oder Sumi­to­mo mach­ten hier ihre Anfänge.

Heu­te jedoch kämpft die Stadt gegen die über­mäch­ti­ge Aus­strah­lungs­kraft Tokios. In den letz­ten Jahr­zehn­ten ver­leg­ten vie­le Kon­zer­ne ihren Haupt­sitz in die Haupt­stadt. Auch bevöl­ke­rungs­mäs­sig ist die Stadt Osa­ka mit 2,7 Mil­lio­nen Ein­woh­nern nach Tokio und Yoko­ha­ma «nur» noch die dritt­gröss­te Stadt des Landes. 

Als ewi­ge Num­mer 2 hat Osa­ka nie wie­der zum Glanz alter Tage zurück­ge­fun­den. Selbst die Gross­stadt Nago­ya hat mit dem neu­en inter­na­tio­na­len Flug­ha­fen und der kom­men­den Magnet­schwe­be­bahn (Asi­en­spie­gel berich­te­te) Osa­ka bezüg­lich Dyna­mik in vie­ler­lei Hin­sicht überholt. 

Der Bür­ger­meis­ter konn­te mit sei­nem Reform­plan für Osa­ka die Bevöl­ke­rung nicht über­zeu­gen. Nun müs­sen neue Ide­en her. Hash­i­mo­to hat zwar sei­nen Rück­tritt ange­kün­digt. Doch der Mann ist viel zu ein­fluss­reich und zu jung (45 Jah­re), um so ein­fach von der Büh­ne abzu­tre­ten. Es wür­de nie­man­den über­ra­schen, wenn er schon bald auf der natio­na­len Ebe­ne ein Come­back geben würde.

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