Eine drei­ge­teil­te Sperrzone

Screen­shot: Youtube/​elecomnsb1Hier soll bald das Leben wie­der zurück­keh­ren: Die Stadt Tomioka.
Gra­fik: wikimedia/​May­hewDie von der AKW-Kata­stro­phe am stärks­ten betrof­fe­nen Gemeinden.

Die Sperr­zo­ne rund um das AKW Fuku­shi­ma 1 wird auch noch in den nächs­ten Jahr­zehn­ten eine unver­rück­ba­re Tat­sa­che blei­ben. 11 Gemein­den sind davon ganz oder teil­wei­se betrof­fen. Für die 3 Städt­chen Oku­ma, Futa­ba und Namie wird sich dies auch in den nächs­ten 20 Jah­ren nicht ändern.

Okto­ber 2020 – Die­ser Blog kann ohne die Unter­stüt­zung der Leser nicht über­le­ben. Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie dazu bei, dass die­ses täg­li­che Stück Japan auch nach 11 Jah­ren wei­ter­exis­tiert – unab­hän­gig, kos­ten­los und frei von Goog­­le-Wer­bun­­gen. Herz­li­chen Dank! Ich blei­be täg­lich dran, bis die­se Kri­se über­stan­den ist und dar­über hinaus.

Zu hoch ist hier die Ver­strah­lung (Asi­en­spie­gel berich­te­te), wie auch die Regie­rung ein­ge­ste­hen muss­te. So hat Oku­ma sei­ne Ver­wal­tung schon län­ger inner­halb der Prä­fek­tur nach Aizu­wa­ka­matsu verlegt.

Doch Tokio ver­sucht alles, um nicht alle Hoff­nun­gen für die eva­ku­ier­ten Bewoh­ner rund um das AKW zu zer­stö­ren. Neben den anhal­ten­den Dekon­ta­mi­nie­rungs­ar­bei­ten hat sie seit letz­tem Jahr begon­nen, die Sperr­zo­ne in neue Zonen ein­zu­tei­len. So nun auch in Tomio­ka süd­lich des Kernkraftwerks.

«Vor­be­rei­tung zur Auf­he­bung der Evakuierung»

Für einen gros­sen Teil des Städt­chens gilt nun die Bezeich­nung «Vor­be­rei­tung zur Auf­he­bung der Evakuierung».

In die­ser Zone dür­fen die Bewoh­ner tags­über tem­po­rär zurück­keh­ren, da der Grenz­wert von 20 Mil­li­sie­vert pro Jahr nicht mehr über­schrit­ten wird. Das ist immer noch über­durch­schnitt­lich viel. Für eine Per­son ohne strah­len­ex­po­nier­ten Beruf wird eine Belas­tung von 1 Mil­li­sie­vert pro Jahr als gesund­heit­lich ver­tret­bar angesehen.

Für die Regie­rung in Tokio ist der Wert aber genug tief, damit die Gemein­de mit dem Wie­der­auf­bau der Infra­struk­tur im Gebiet anfan­gen kann. Noch blei­ben die Check­points der Regie­rung an den Natio­nal­stras­sen erhal­ten, der Ein­tritt wird jedoch nicht mehr ver­wei­gert. Bür­ger­meis­ter Kats­u­ya Endo rech­net jedoch nicht vor 2016 mit einer stän­di­gen Rück­kehr der Bewoh­ner, da noch zu viel zer­stört sei.

Die drei­ge­teil­te Stadt

Für wei­te­re 2 Zonen in Tomio­ka bleibt eine Rück­kehr in den nächs­ten Jah­ren ver­wehrt. In einer Zone sind die Strah­len­wer­te noch weit über 50 Mil­li­sie­vert pro Jahr. In einer zwei­ten Zone ist zwar ein tem­po­rä­rer Besuch mög­lich, doch auch hier ist die Strah­lung noch über dem Grenz­wert von 20 Mil­li­sie­vert pro Jahr. Für die­se Gebie­te rech­nen die Behör­den mit einer anhal­ten­den Sper­re bis 2016 oder 2017.

Tomio­ka ist bereits die ach­te Gemein­de im Sperr­ge­biet, die neu ein­ge­zont wur­de. Wirk­lich ändern tut sich nichts. Die Strah­lung bleibt in vie­len Gebie­ten über­durch­schnitt­lich hoch. Viel­mehr will die Regie­rung mit der Neu­ein­tei­lung den Bewoh­nern, die Hoff­nung auf eine Rück­kehr in abseh­ba­rer Zeit zurück­ge­ben. Doch nicht alle wer­den zurück­keh­ren wol­len. Es ist eine Akti­on vol­ler Zweckoptimismus.

Im Shop
An alle Leser
Freiwilliges Abo

An alle Leser

Mit einem frei­wil­li­gen Abo sichern Sie die Zukunft die­ses unab­hän­gi­gen Blogs.

MEHR ERFAHREN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN

In Japan
Buch

In Japan

Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der 6. Auflage.

BUCH KAUFEN

asia-intensiv
Shinsen
Sato
Schuler Auktionen
Yu-an
Butcher
Nooch
Bimi
Kabuki
Negishi
Aero Telegraph
Shizuku
cas-ostasien
Asia Society
Gustav Gehrig
Edomae
Japan Wireless
Depositphotos 1b
Prime Travel
Kokoro
Kalligrafie
Japan Rail Pass
Kabuki_2
Keto-Shop
Depositphotos 2
Depositphotos 1