Foto: Asi­en­spie­gelIm Sep­tem­ber 2015 ent­stan­den gleich zwei Tai­fu­ne über dem Pazifik.

Das Kli­ma­phä­no­men El Niño stellt der­zeit auch das japa­ni­sche Wet­ter auf den Kopf. In Japan ist es unge­wöhn­lich warm. So warm, dass bei­spiels­wei­se in der Prä­fek­tur Kaga­wa die ers­ten Pflau­men­bäu­me zu blü­hen begon­nen haben, wie die Asahi Shim­bun berich­tet. Das ist 49 Tage frü­her als im Vor­jahr und der zweit­frü­hes­te Zeit­punkt über­haupt. Ein­zig 1997 waren die Pflau­men­bäu­me in der Prä­fek­tur Chi­ba noch schneller.

In Tokio war es in den letz­ten zwei Wochen regel­mäs­sig über 10 Grad warm. Vie­le Ski­ge­bie­te war­ten ver­geb­lich auf Minus­tem­pe­ra­tu­ren und Schnee, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berich­tet. Selbst im sonst schnee­si­che­ren Hok­kai­do blei­ben 36 von 54 grös­se­ren Ski­ge­bie­ten wegen Schnee­man­gels geschlos­sen. In der Prä­fek­tur Naga­no sind der­zeit nur 13 von 85 geöffnet.

Tai­fun als Regelmässigkeit

El Niño führt auch dazu, dass sich in die­sem Jahr unge­wöhn­lich vie­le Tai­fu­ne über dem Pazi­fik gebil­det haben. Erst­mals über­haupt seit Beginn der Auf­zeich­nun­gen 1951 hat die Japa­ni­sche Wet­ter­be­hör­de im ablau­fen­den Jahr in jedem ein­zel­nen Monat min­des­tens einen Tai­fun im Pazi­fik registriert. 

Am hef­tigs­ten war es die­ses Jahr im Sep­tem­ber als ein Aus­läu­fer eines Tai­funs zu unun­ter­bro­che­nen Nie­der­schlä­gen und ver­hee­ren­den Über­schwem­mun­gen in den Prä­fek­tu­ren Iba­ra­ki und Tochi­gi führ­te. Ins­ge­samt wur­den die­ses Jahr 27 Tai­fu­ne gezählt. Die­se Zahl liegt wie­der­um im Durch­schnitt. Aus­ser­dem erreich­te nur ein klei­ner Teil davon die japa­ni­schen Küs­te. Und den­noch sind die Tai­fu­ne gera­de in den El Niño-Jah­ren beson­ders gefähr­lich, da sie wegen der war­men Was­ser­tem­pe­ra­tu­ren in einem über­durch­schnitt­lich wei­ten Gebiet im Pazi­fik plötz­lich ent­ste­hen kön­nen und eine beson­ders lan­ge Lebens­zeit haben.

Bis im Früh­ling 2016

Beim Wet­ter­phä­no­men El Nińo, das alle paar Jah­re vor­kommt, führt viel zu war­mes Ober­flä­chen­was­ser im Pazi­fik, das jeweils im Dezem­ber die süd­ame­ri­ka­ni­sche Küs­te erreicht, zu Dür­ren in Asi­en und zu schwe­re Nie­der­schlä­gen und Über­schwem­mun­gen in Süd­ame­ri­ka. Laut Exper­ten han­delt es sich um die dritt­stärks­te El Niño-Pha­se der letz­ten 65 Jahren.