Uchi­ko: Japans gut gehü­te­tes Geheimnis

Kli­cken Sie hier, um Jans Kanal kos­ten­los zu abonnieren.

Uchi­ko liegt in den Ber­gen der Prä­fek­tur Ehi­me, rund 40 Kilo­me­ter von der Gross­stadt Mats­u­y­a­ma ent­fernt. Die Klein­stadt mit ihren knapp 20’000 Ein­woh­nern ist ein gut gehü­te­tes Geheim­nis. Als ich an einem Sonn­tag im Mai in Uchi­ko bin, tref­fe ich kaum einen ande­ren Tou­ris­ten an. Aus­län­di­sche Besu­cher ken­nen den Ort kaum. Für vie­le liegt der Ort zu weit weg von der belieb­ten Gol­den Rou­te. Dabei besitzt Uchi­ko ein per­fekt erhal­te­nes his­to­ri­sches Vier­tel, das Zeu­gin einer längst ver­gan­ge­nen Boom-Zeit ist. 

Juni 2022 / Ohne Abon­nen­ten kein Asi­en­spie­gel: Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie zur Fort­set­zung die­ses Japan-Blogs bei.

Denn Uchi­ko war bis zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts das Zen­trum der Wachs- und Ker­zen-Pro­duk­ti­on. Der Han­del blüh­te. Es ent­stan­den herr­schaft­li­che Stadt- und Han­dels­häu­ser. 1916 wur­de sogar ein Kabu­ki-Thea­ter eröff­net, das 650 Zuschau­ern Platz bie­tet. Mit dem Ein­bruch der Nach­fra­ge nach Wachs geriet auch Uchi­ko in Ver­ges­sen­heit. Heu­te gibt es noch einen ein­zi­gen Ker­zen­her­stel­ler, der in der sechs­ten Gene­ra­ti­on die Geschäf­te führt. 

Der Nie­der­gang und das Wiedererwachen

In den 1970er-Jah­ren begann die Klein­stadt, die Häu­ser des his­to­ri­schen Vier­tels Yōkai­chi Goko­ku, deren Fas­sa­den eine unver­wech­sel­ba­re gel­be Far­be tra­gen und zumeist noch bewohnt sind, unter Denk­mal­schutz zu stel­len. In die­sem Rah­men wur­de 1985 auch das Kabu­ki-Thea­ter restau­riert und wie­der­eröff­net. Bis heu­te fin­den regel­mäs­sig Vor­stel­lun­gen statt. Das Kino muss­te der­weil schon 1967 schlies­sen, ist aber in ihrem Urzu­stand bestehen geblie­ben. Auch hier gibt es Bemü­hun­gen, den Ort wiederzubeleben. 

Es gibt nur weni­ge Städ­te in Japan, die ihre his­to­ri­sche Bau­sub­stanz der­art lie­be­voll erhal­ten und zugleich der­art viel Natur in der Umge­bung zu bie­ten haben. Denn heu­te lebt Uchi­ko vor­nehm­lich von der Land­wirt­schaft. Maro­nen, Kaki, Shii­ta­ke-Pil­ze, Trau­ben, japa­ni­schen Bir­nen und Pfir­si­che wer­den hier ange­baut. Und selbst ein Stück Deutsch­land ist hier ver­tre­ten, mit der der Gast­stät­te «Zum Schwar­zen Kei­ler», die von einem deutsch-japa­ni­schen Ehe­paar geführt wird. Ich fra­ge mich, wie lan­ge Uchi­ko noch ein Geheim­tipp blei­ben wird.

Ein­fach wun­der­schön: Die Alt­stadt von Uchi­ko. Foto: Asi­en­spie­gel
In Uchi­ko fin­det man über­all alte Stadt­häu­ser. Foto: Asi­en­spie­gel
Die Hon­ha­ga-Resi­denz war einst im Besit­zer einer Händ­ler­fa­mi­lie, die mit der Wachs­pro­duk­ti­on ein Ver­mö­gen ver­dien­te. Foto: Asi­en­spie­gel
Das Uchi­ko-za ist ein kom­plet­tes Kabu­ki-Thea­ter. Foto: Asi­en­spie­gel
Im Innern des Kabu­ki-Thea­ters von Uchi­ko. Foto: Asi­en­spie­gel
Das Kino Asa­hi­kan wur­de 1926 eröff­net. Es ist seit 1967 im Dorn­rös­chen­schlaf. Foto: Asi­en­spie­gel
Das Alt­stadt-Vier­tel Yōkai­chi und Goko­ku . Foto: Asi­en­spie­gel
Es gibt nur weni­ge his­to­ri­sche Vier­tel in Japan, die so gut erhal­ten sind. Foto: Asi­en­spie­gel
Über­all stösst man auf alte Stadt­häu­ser. Foto: Asi­en­spie­gel

Der Stand­ort von Uchiko

Im Shop
Freiwilliges Abo
Mai 2022

Frei­wil­li­ges Abo

Die­ser Japan-Blog braucht heu­te Ihre Unterstützung.

ABONNENT WERDEN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN

In Japan
Buch

In Japan

Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der 6. Auflage.

BUCH KAUFEN