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Schwanger über 30

Schon schwanger? Der Film «Baby, Baby, Baby» beschäftigt sich humoristisch mit dem Thema Arbeit und Kinder. (flickr/ joemurphy)

Schon schwanger? Der Film «Baby, Baby, Baby» beschäftigt sich humoristisch mit dem Thema Arbeit und Kinder. (flickr/ joemurphy)

Japans Bevölkerung altert rasant, immer weniger Menschen leben im Inselstaat und die Frauen nehmen sich viel Zeit für ihr erstes Kind. Dies ist das Ergebnis der alljährlich publizierten Statistik des japanischen Wohlfahrtsministeriums. Speziell 2011 war ein demographisch ernüchterndes Jahr für das wirtschaftlich stagnierende Land.

Eine Premiere, welche die allgemeine Situation bestätigt, gibt es in der Geburtenstatistik zu verzeichnen. Erstmals überhaupt ist das Durchschnittsalter der Japanerin bei ihrer ersten Geburt auf über 30 Jahre angestiegen, um genau zu sein auf 30,1 Jahre. 1975 lag dieser Wert bei 25,7 Jahren. Selbst 1995 waren es noch 27,5 Jahre. In den letzten 10 Jahren hat der Trend jedoch deutlich nach oben gezeigt. Ausserdem sind auch in Japan Frauen, die mit über 35 Jahren ihr erstes Kind zur Welt bringen, keine Seltenheit mehr.

Durchschnittlich gebärt eine Frau in Japan 1,39 Kinder in ihrem Leben. Okinawa scheint übrigens die kinderfreundlichste Präfektur zu sein. In der Hauptstadt Naha liegt der Wert bei noch vergleichsweise hohen 1,86 Kindern pro Frau. Auch die Südinsel Kyushu zeigt ähnliche Tendenzen. Wenig Kinder gibt es mit 1,25 auf Hokkaido oder auch in der alten Kaiserstadt Kyoto.

Ein Land der Singles

Dass sich Frauen immer mehr Zeit lassen für ihr erstes Kind, hat viel mit den gesellschaftlichen Strukturen zu tun. So bleibt den meisten Japanerinnen gar nichts anderes übrig als sich zwischen einer Karriere im Job oder einem Kind zu entscheiden. Beides gleichzeitig erlaubt das aktuelle Arbeitsumfeld nicht (Asienspiegel berichtete).

Zudem waren noch nie so viele Menschen in Japan Single. Auch hier liegen die Ursachen in den langen Arbeitszeiten. In der spärlichen Freizeit bietet sich kaum die Möglichkeit jemanden kennenzulernen (Asienspiegel berichtete).

Weniger Scheidungen, mehr Todesfälle

Bezüglich der Scheidungsrate gibt es derweil einen kleinen Gegentrend zu verzeichnen. 235’734 Menschen liessen sich 2011 in Japan scheiden. Das sind 15’644 weniger als das Jahr zuvor. Seit 6 Jahren nimmt dieses Zahl stetig ab.

Die Zahl der Toten innerhalb eines Jahres stieg um 56’451 auf insgesamt 1’253’463 Millionen Menschen. Alleine das Grosse Erdbeben und der nachfolgende Tsunami im Nordosten Japans rissen am 11. März 2011 fast 20’000 Menschen in den Tod (Asienspiegel berichtete). Tumor- und Herzerkrankungen sind die Hauptursachen für ein Ableben in Japan.

Dem gegenüber stehen 1’050’698 Geburten. Um ganze 202’765 Personen ist Japans Bevölkerung somit geschrumpft. Zwischen 1971 und 1974, als in Japan die zweite Babyboom-Generation nach dem Zweiten Weltkrieg zur Welt kam, lag die Zahl der Geburten bei jeweils über 2 Millionen. Zwischen 1946 und 1949 waren es gar noch über 2,5 Millionen.

Schrumpfen bis unter 100 Millionen

Der Trend der schrumpfenden Bevölkerungszahl wird sich, wenn auch etwas sanfter als im Jahr 2011, fortsetzen. So wird gemäss einer weiteren Studie Japans Bevölkerungszahl bis 2048 erstmals seit langer Zeit auf unter 100 Millionen sinken (Asienspiegel berichtete).

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