Der Fluch des Colo­nel Sanders

flickr/​mexi­can 200Eine Kult­fi­gur: Rund 1’000 Colo­nel San­ders-Sta­tu­en ste­hen in den 1’160 KFC-Restau­rants in Japan.

Die Fans der Base­ball­mann­schaft Hans­hin Tigers fei­er­ten ges­tern eine Rück­kehr der ande­ren Sor­te. Doch um die­se Geschich­te zu ver­ste­hen muss man zurück ins Jahr1985 gehen.

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Damals ent­schied das Team aus Osa­ka die natio­na­le Meis­ter­schaft für sich. An der anschlies­sen­den Sie­ges­fei­er im Stadt­zen­trum mach­ten die als etwas rabi­at gel­ten­den Fans der Tigers ihrer Freu­de Luft, indem sie eine Colo­nel San­ders-Sta­tue der nahe gele­ge­nen Fast­food­ket­te «Ken­tu­cky Fried Chi­cken» (KFC) kur­zer­hand in den Dot­om­bo­ri-Fluss warfen.

Nie­mand mach­te sich wei­ter Gedan­ken über die­se Akton. Die Jah­re ver­gin­gen und die Hans­hin Tigers setz­ten eine mäs­si­ge Meis­ter­schaft an die ande­re. Seit 24 Jah­ren hat die Mann­schaft, die regel­mäs­sig vor 50’000 Zuschau­ern im berühm­ten Koshi­en-Sta­di­um bei Kobe spielt, die japa­ni­sche Meis­ter­schaft nicht mehr gewonnen.

Der Fluch über dem Koshi­en Stadion

So mach­te sich irgend­wann der Glau­be unter den Fans breit, dass der grau­bär­ti­ge KFC-Grün­der Har­land «Colo­nel» San­ders die Hans­hin Tigers mit einem Fluch belegt haben musste.

Im März die­ses Jah­res atme­ten die Fans auf. Die Sta­tue wur­de nach 24-jäh­ri­gem Ver­schwin­den bei Bau­ar­bei­ten aus dem Dot­om­bo­ri-Fluss gebor­gen. Die Bei­ne und Hän­de waren weg, eine Bril­le hat­te Colo­nel San­ders auch nicht mehr.

Die Erleich­te­rung

Trotz­dem spür­te der 75-jäh­ri­ge Yoshio Yoshi­da, der dama­li­ge Mana­ger der Tigers, eine gros­se Erleich­te­rung: «Als ich gehört habe, dass die Sta­tue gefun­den wur­de, spür­te ich sofort, dass die­se Geschich­te nun ihr glück­li­ches Ende gefun­den hat.»

«Ken­tu­cky Fried Chi­cken» hat sich dar­auf ent­schie­den die Sta­tue dem Base­ball­ver­ein zu schen­ken. Just am Geburts­tag des 1980 ver­stor­be­nen Har­land San­ders wur­de die ver­lo­ren geglaub­te Sta­tue an ihrer neu­en Hei­mat­stät­te ent­hüllt. Nun steht Colo­nel San­ders, frisch her­aus­ge­putzt, vor dem Koshi­en-Sta­di­um und es wird wohl kei­nem Fan mehr so schnell in den Sinn kom­men den Mann noch ein­mal in den Fluss zu werfen.

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