flickr/​Raul G / Sata­ninNicht ganz sau­ber: Sumokämp­fer vor einem Match in Nagoya.

Sumo-Rin­ger Tet­su­shi Miya­biy­a­ma hat gestan­den, dass er wäh­rend Jah­ren an ille­ga­len Wett­spie­len teil­nahm. Miya­biy­a­ma trug einst den zweit­höchs­ten Rang des Oze­ki, brach­te aber in den letz­ten Jah­ren nur noch mit­tel­mäs­si­ge Leis­tun­gen her­vor. Wie er dem Ver­band mit­teil­te, habe er vor allem auf Mah-Jong-Tur­nie­re und das Kar­ten­spiel Han­a­fu­da gewettet.

Miya­biy­a­ma ist nicht der ein­zi­ge. Rund 29 Mit­glie­der des Japan Sumo Asso­cia­ti­on (JSA) haben zuge­ge­ben, regel­mäs­sig an ille­ga­len Base­ball-Wett­spie­len betei­ligt gewe­sen zu sein. Dar­un­ter sol­len auch eini­ge ehe­ma­li­ge füh­ren­de Sumo-Rin­ger sein, die heu­te ihren eige­nen Stall führen.

Die lukra­ti­ven Wett­spie­le wer­den von der Yaku­za, der japa­ni­schen Mafia, orga­ni­siert. Die Unter­welt ver­dient sich dabei eine gol­de­ne Nase. «Die tat­säch­li­che Anzahl an Sumo-Rin­gern, die an unse­ren Wet­ten teil­neh­men, ist höher als der Ver­band zu glau­ben scheint», sagt ein Yaku­za-Mit­glied gegen­über der Asahi Shim­bun.

Enge Bezie­hun­gen

«Miya­biy­a­ma hat spe­zi­ell gros­se Sum­men ver­spielt», sagt eine anony­me Quel­le gegen­über der Mai­ni­chi Shim­bun. «Es gibt jetzt noch füh­ren­de Rin­ger, die vor ihrer Run­de wis­sen wol­len, wer als Pit­cher in einem bestimm­ten Base­ball­spiel auf­lau­fen wird.» Im April soll ein Sumo-Rin­ger gar sein gan­zes Preis­geld von 2 Mil­lio­nen Yen ver­spielt haben.

Die engen Bezie­hun­gen zwi­schen den Sumo-Stäl­len und der Yaku­za sind in Japan ein offe­nes Geheim­nis (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Yama­gu­chi-gumi, das gröss­te Ver­bre­cher­syn­di­kat, sieht sich gar als gros­ser För­de­rer der Sumo-Tur­nie­re, die dazu ver­wen­det wer­den Kon­tak­te mit der japa­ni­schen Geschäfts­welt zu knüpfen.

Die Sor­ge um den Ruf

Der jet­zi­ge Skan­dal könn­te den Tra­di­ti­ons­sport jedoch nach­hal­tig schä­di­gen, befürch­ten eini­ge Exper­ten. Der Sumo-Ver­band wirft den invol­vier­ten Rin­gern vor, den rich­ti­gen Umgang mit Geld ver­lo­ren zu haben. ja.