Aus­zug: Youtube/​Asahi​.comDie 3-stö­cki­gen pro­vi­so­ri­schen Fer­tig­häu­ser in Onagawa.

Im Nord­os­ten Japans geht der Auf­bau von pro­vi­so­ri­schen Fer­tig­häu­sern vor­an. Bis im Novem­ber wer­den gemäss dem Ver­kehrs-und Infra­struk­tur­mi­nis­te­ri­um 98 Pro­zent der not­wen­di­gen Ein­hei­ten fer­tig­ge­stellt sein. Das ent­spricht 51’352 Wohnungen.

Dafür braucht es viel Bau­land, das in vie­len über­schwemm­ten Orten nicht gera­de üppig vor­han­den ist. So ist bei­spiels­wei­se die Stadt Ona­ga­wa in der Prä­fek­tur Miya­gi regel­recht von Ber­gen umge­ben. Die Ebe­nen sind hier rar.

Aus die­sem Grund hat sich die Stadt ent­schlos­sen eini­ge der pro­vi­so­ri­schen Häu­ser in die Höhe zu bau­en. Als Bau­land dient hier­für ein Base­ball­feld einer Schu­le, die nach dem Tsu­na­mi als Not­un­ter­kunft dien­te. 2- und 3-stö­ckig wer­den hier die pro­vi­so­ri­schen Fer­tig­häu­ser (ein Video dazu hier). 3 Stö­cke sind eine Pre­mie­re in Japan.

Die Emp­feh­lung des Stararchitekten

Und auch das gewähl­te Bau­ma­te­ri­al ist unüb­lich. Gemäss dem Sen­der NHK wur­de auf Emp­feh­lung des japa­ni­schen Star­ar­chi­tek­ten Shi­ge­ru Ban Schiff­s­con­tai­ner ver­wen­det. Für den Trans­port von schwe­ren Gütern auf hoher See ent­wi­ckelt, sind die eiser­nen Con­tai­ner äus­serst robust und ein­fach auf­ein­an­der sta­pel­bar. Selbst bei Schwan­kun­gen wie bei einem Erd­be­ben hal­ten sie aus.

Im Innern die­ser Fer­tig­häu­ser in Ona­ga­wa erin­nert aber gar nichts mehr an eine Schiff­fahrt. Die Woh­nun­gen sind modern aus­ge­baut und zwi­schen 20 und 40 Qua­drat­me­ter gross. Die Wän­de sind luft­dicht gegen Wind und Käl­te iso­liert. Aus­ser­dem sind die Stock­wer­ke durch zwei Eisen­plat­ten getrennt, um stö­ren­den Nach­bar­lärm mög­lichst zu verhindern.

3 Block­rei­he von 2-stö­cki­gen Ein­hei­ten für 106 Per­so­nen wur­de bereits bezo­gen. Von den ins­ge­samt 1294 geplan­ten pro­vi­so­ri­schen Woh­nun­gen in der Stadt Ona­ga­wa feh­len nur noch 144 Ein­hei­ten, die der­zeit in Form von sechs 3-stö­cki­gen Wohn­blö­cken gebaut wer­den. Nach die­ser Fer­tig­stel­lung wird die Prä­fek­tur Miya­gi die Bau­ar­bei­ten an ihren ins­ge­samt 22’000 pro­vi­so­ri­schen Woh­nun­gen been­det haben.

Not­un­ter­künf­te bald geschlossen

Laut dem Ver­kehrs- und Infra­struk­tur­mi­nis­te­ri­um gel­ten heu­te noch rund 71’000 Men­schen als offi­zi­el­le Tsu­na­mi-Flücht­lin­ge. Der Gross­teil von ihnen, fast 50’000 Per­so­nen, lebt bereits heu­te in pro­vi­so­ri­schen Fertighäusern.

In den Not­un­ter­künf­ten in Schul­ge­bäu­den leben noch rund 1700 Men­schen, wei­te­re 2800 sind in Hotels und rund 17’000 bei Ver­wand­ten und Bekann­ten unter­ge­bracht. Infol­ge der bal­di­gen Fer­tig­stel­lung aller pro­vi­so­ri­schen Wohn­ein­hei­ten hofft die Regie­rung noch in die­sem Monat alle Not­un­ter­künf­te schlies­sen zu können.