Foto: Asi­en­pie­gelHäu­ser in Tokio.

Leer ste­hen­de Woh­nun­gen und Häu­ser in Japan gibt es genug. Die Über­al­te­rung der Gesell­schaft beschleu­nigt die­se Ent­wick­lung. Aber auch in Tokio, wo all­jähr­lich noch eine Zunah­men der Wohn­be­völ­ke­rung regis­triert wird, gibt es genü­gend Blei­ben. Letzt­end­lich hängt alles von der Fra­ge ab, ob man über­haupt genü­gend Geld hat, um sich eine eige­ne Woh­nung zu leis­ten. Denn neben einer hohen Miet­auk­ti­on (shi­kin) gilt es an man­chen Orten auch noch ein Geld­ge­schenk (rei­kin) zu bezah­len (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Ist man dar­über hin­aus noch Aus­län­der, wird die Woh­nungs­su­che um ein Viel­fa­ches schwie­ri­ger, wie eine Umfra­ge des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums auf­zeigt. Dem­nach gaben 39,3 Pro­zent der befrag­ten Aus­län­der, die in den letz­ten 5 Jah­ren eine Blei­be gesucht haben, an, dass ihnen eine Miet­woh­nung ver­wehrt wur­de, weil sie nicht Japa­ner sei­en, wie NHK News berichtet.

Genau­so oft kommt es offen­bar vor, dass der Ver­mie­ter von einem Aus­län­der ver­langt, dass ein Japa­ner für ihn bürgt. Rund 27 Pro­zent haben eine Suche auch schon früh­zei­tig auf­ge­ge­ben, weil bei einer Immo­bi­lie schrift­lich ver­merkt war, dass Aus­län­der nicht erwünscht sei­en, wie die Asahi Shim­bun berich­tet. Frü­he­re Stu­di­en bestä­ti­gen die­ses Bild. So gaben bei einer ande­re Umfra­ge des staat­li­chen Japan Insti­tu­te for Labour Poli­cy und Trai­ning 41,7 der befrag­ten Japa­ner an, dass sie eher Mühe hät­ten, einen Aus­län­der als Nach­bar zu haben (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Mit dem Pro­blem allei­ne gelassen

Die Umfra­ge des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums ergab zudem, dass die dis­kri­mi­nier­ten Aus­län­der kaum etwas dage­gen tun. Nur gera­de 10 Pro­zent suchen nach einem sol­chen Nega­tiv­erleb­nis Rat oder Rechts­schutz bei einer offi­zi­el­len Stel­le. Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um hat nun ange­kün­digt, dass es künf­tig ver­stärkt auf die ent­spre­chen­den Anlauf­stel­len hin­wei­sen möchte.

Um das all­ge­mei­ne Miss­trau­en gegen­über aus­län­di­schen Mie­tern zu besei­ti­gen, braucht es aber auch in der Gesell­schaft ein Umden­ken. Womög­lich wird aber die anhal­ten­de Über­al­te­rung der Gesell­schaft und damit die schrump­fen­de Nach­fra­ge nach Immo­bi­li­en das Pro­blem von selbst lösen.