Foto: flickr / Yel­lowIn jedem japa­ni­schen Mini­markt ersicht­lich: Eine rie­si­ge Aus­wahl an Erotikmagazinen.

Sie gehört wie das Bier, die Geträn­ke oder das Fer­tig­es­sen zu jedem 24-Stun­den-Mini­markt in Japan: Eine rie­si­ge Aus­wahl an Ero­tik­ma­ga­zi­nen mit leicht geklei­de­ten Damen auf dem Cover. Gewöhn­lich lie­gen die­se Heft­chen für alle gut ersicht­lich unmit­tel­bar neben den seriö­se­ren Maga­zi­nen auf. Die­se Pra­xis stösst jedoch zuneh­mend auf Widerstand.

So hat im ver­gan­ge­nen Jahr die Stadt Sakai bei Osa­ka mit der Mini­markt-Ket­te Fami­ly Mart eine Über­ein­kunft aus­ge­ar­bei­tet, wonach die Ero­tik­ma­ga­zi­ne in Plas­tik­hül­len gelegt wer­den müs­sen, die im Mit­tel­teil einen 12 Zen­ti­me­ter grü­nen Zen­sur­bal­ken haben (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Es gehe dar­um, eine Gemein­schaft sicher­zu­stel­len, die frei von Gewalt gegen­über Kin­dern und Frau­en sei, so die Begrün­dung. Alle Mini­märk­te, die sich an die­se Abma­chung hal­ten, wer­den mit einem Label belohnt.

Auch die Stadt Chi­ba woll­te einen ähn­li­chen Weg wie Sakai bestrei­ten, stiess zunächst jedoch auf Wider­stand. Die Mini­markt-Ket­te wei­ger­te sich, eine Zen­sur­hül­le über­zu­strei­fen. Ver­la­ge kri­ti­sier­ten die Mass­nah­me eben­falls als einen Ein­griff in die von der Ver­fas­sung garan­tier­te Frei­heit des Aus­drucks. Es kön­ne nicht sein, dass hier jede Stadt eige­ne Mass­nah­me tref­fen wür­de, so die Kritik.

Screen­shot: mbs​.jpKei­ne nack­te Haut: So wer­den in eini­gen Fami­ly Marts von Sakai die Ero­tik­ma­ga­zi­ne verhüllt.

Minis­top reagiert

Und trotz­dem blieb der Vor­stoss nicht ohne Wir­kung. Die Mini­markt-Ket­te Minis­top, die dem Kauf­haus-Gigan­ten Aeon gehört und rund 2200 Able­ger im Land zählt, wird alle Ero­tik­ma­ga­zi­ne aus dem Ange­bot ent­fer­nen, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berich­tet. Es han­delt sich um ein Novum in Japan. In Chi­ba wird am 1. Dezem­ber der Anfang gemacht. Ab dem 1. Janu­ar 2018 wird die Mass­nah­me in allen Minis­top-Able­gern des Lan­des umge­setzt. Es gehe dar­um, im Mini­markt ein ange­neh­mes und siche­res Umfeld für Frau­en und Kin­der zu schaf­fen, so die Begründung.

Auch das Mut­ter­haus Aeon zieht nach, wie NHK News berich­tet. In all sei­nen Super­märk­ten, Buch­hand­lun­gen und ande­ren Läden wer­den die Ero­tik­ma­ga­zi­ne eben­falls ent­fernt. Zusam­men mit den Minis­top-Able­gern han­delt es sich um inge­samt 7000 Geschäfte.

Foto: wiki­me­diaMacht den ers­ten Schritt: Die Con­ve­ni­en­ce-Store-Ket­te Minis­top in Japan.