Shink­an­sen: Das Hightech-Putzteam

Der Putz­trupp von JR-Cen­tral vor einem Shink­an­sen. | MAHAT­HIR MOHD YAS­IN / Shut​ter​stock​.com

Mit­ar­bei­ter des Rei­ni­gungs­teams sind die stil­len Hel­den im Shink­an­sen-Betrieb. Im Eil­tem­po müs­sen sie die Hoch­ge­schwin­dig­keits­zü­ge an den End­sta­tio­nen sau­ber machen. Nach­dem alle Pas­sa­gie­re aus­ge­stie­gen sind, beginnt jeweils die bis ins letz­te Detail ein­ge­üb­te Arbeit: Der lie­gen geblie­be­ne Müll wird ein­ge­sam­melt, die Abla­ge­flä­chen kon­trol­liert, jeder ein­zel­ne Sitz sau­ber gemacht, die Tisch­chen gerei­nigt, die Son­nen­blen­den hoch­ge­scho­ben, der Boden gewischt und schliess­lich sämt­li­che Sit­ze per Knopf­druck in Fahr­rich­tung gedreht. 

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In den Shink­an­sen von JR East muss nach 7 Minu­ten alles erle­digt sein. Bei JR Cen­tral, der den wich­ti­gen Toka­i­do-Shink­an­sen (Tokio-Osa­ka) betreibt, sind es 10 Minu­ten (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Die Putz­hil­fe

Frü­her: Ein Besen mit Sen­sor erkennt , ob ein Pols­ter­sitz nass ist. JR East

Zu einer wich­ti­gen Auf­ga­be zählt das Erken­nen von aus­ge­schüt­te­ten Flüs­sig­kei­ten. In einer 16-Wagen-Gar­ni­tur mit 1300 Sit­zen von JR Cen­tral wer­den in einem Putz­gang durch­schnitt­lich zwei sol­cher Sit­ze erkannt. Für die zuver­läs­si­ge Erle­di­gung die­ser Auf­ga­be setz­ten die Ange­stell­ten bis­lang einen Besen mit einem ein­ge­bau­ten Sen­sor ein, der Flüs­sig­kei­ten erkennt. Hier­zu muss­te der Besen jedoch auf jeden ein­zel­nen Sitz gelegt wer­den. Für das Per­so­nal war es eine ermü­den­de Auf­ga­be in gebück­ter Haltung. 

Neu wird eine Kame­ra für die­se Arbeit ein­ge­setzt. JR East

Ab Dezem­ber 2021 gehört die­se Metho­de der Ver­gan­gen­heit an. Neu setzt JR Cen­tral auf eine Wär­me­bild­ka­me­ra, Infra­rot­sen­sor und künst­li­che Intel­li­genz. Hier­bei wird die Kame­ra an ein Smart­pho­ne ange­schlos­sen und auf einem aus­fahr­ba­ren Stab instal­liert. Der Mit­ar­bei­ter kann so im Ste­hen die Kame­ra auf eine Sitz­rei­he rich­ten. Dank der ein­ge­bau­ten Tech­no­lo­gie wer­den Flüs­sig­kei­ten in Win­des­ei­le erkannt und die betrof­fe­nen Sit­ze in einem zen­tra­len Sys­tem regis­triert. Die Pols­ter kön­nen so unver­züg­lich ersetzt werden. 

Der stän­di­ge Zeitdruck

Der Toka­i­do-Shink­an­sen. Foto: Depo​sit​pho​tos​.com

Mit die­ser tech­ni­schen Auf­rüs­tung, die sich JR Cen­tral 520’000 Yen kos­ten lässt, besitzt der Putz­trupp ein neu­es rücken­scho­nen­des Instru­ment. Zudem wird damit viel Zeit gespart, da gleich meh­re­re Sit­ze auf ein­mal kon­trol­liert wer­den kön­nen. Für die Mit­ar­bei­ter ist es in jeder Hin­sicht eine Ent­las­tung. Erst 2020 muss­te das Zeit­li­mit für einen Shink­an­sen-Putz­gang von 12 auf 10 Minu­ten redu­ziert wer­den, weil damals die Zahl der stünd­li­chen Fahr­ten des schnells­ten Nozo­mi-Shink­an­sen von 10 auf 12 erhöht wor­den waren (Asi­en­spie­gel berich­te­te). In Japans Bahn­welt zählt jede Sekunde.

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