flickr/​amadeusrecordNicht alle machen mit: Wer­be­pla­kat für das neue Geschworenensystem

Ein Jahr nach der Ein­füh­rung des neu­en Geschwo­re­nen­sys­tems an japa­ni­schen Gerichts­hö­fen (Asi­en­spie­gel berich­te­te) wur­de nun vom obers­ten Gerichts­hof eine ers­te Bilanz gezo­gen. Wie die Asahi Shim­bun berich­te­te wur­den seit Ende Mai letz­ten Jah­res 554 Fäl­le mit Betei­li­gung von Schöf­fen durchgeführt.

582 Men­schen erhiel­ten durch ein sol­ches Gericht ein Urteil und alle wur­den als schul­dig befun­den. 29 Pro­zent von die­sen gin­gen in Beru­fung, was einen Fall der Quo­te von 5,6 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr bedeu­tet, in dem noch ohne die Geschwo­re­nen geur­teilt wur­de. Im Durch­schnitt brau­chen die Schöf­fen­ge­rich­te 4,1 Tage bis zur Entscheidungsfindung.

Erfolg auf gan­zer Linie?

Bezüg­lich des Zeit­ma­nage­ments kann die Ein­füh­rung des Geschwo­re­nen­ge­richts also als vol­ler Erfolg gewer­tet wer­den, da die anfäng­li­che Ziel­set­zung von 4 Tagen pro Fall tat­säch­lich umge­setzt wer­den konnte.

Das erhoff­te «Mit­ge­fühl» der Schöf­fen mit den Ange­klag­ten scheint jedoch noch auf sich war­ten zu las­sen, denn die Schuld­spre­chungs­ra­te ist im letz­ten Jahr sogar auf 100 Pro­zent ange­stie­gen. Ob das Geschwo­re­nen­sys­tem also dazu bei­trägt, Unschul­di­ge vor recht­li­chen Kon­se­quen­zen zu bewah­ren, bleibt abzuwarten.

Einen Dämp­fer erhält das Resul­tat der Jus­tiz­re­form eben­so durch die hohe Anzahl der Ableh­nun­gen der Ein­be­ru­fung. 52’206 Per­so­nen wur­den für das Amt am Schöf­fen­ge­richt aus­ge­wählt, von denen 27’141 auf­grund von Arbeit oder häus­li­chen Ver­pflich­tun­gen die Ver­ant­wor­tung ablehn­ten. Letzt­lich enga­gier­ten sich nur 3369 Aus­ge­wähl­te am Gerichts­hof. ad.