Nukle­ar­ex­port auf der Kippe

flickr/​righteeStrah­len­de Zukunft: Eine Tafel in Vietnam.

TEP­CO mag nicht mehr. Japans gröss­ter Strom­pro­du­zent steigt aus dem Export­ge­schäft von Atom­mei­lern nach Viet­nam aus. Der Kon­zern habe genü­gend Pro­ble­me mit dem hava­rier­ten AKW Fuku­shi­ma, erklär­te der neue Prä­si­dent Nao­mi Hiro­se gemäss der Mai­ni­chi Shim­bun. Man wer­de sich auf die­ses Pro­blem fokus­sie­ren müssen.

August 2020 – Die­ser Blog kann ohne die Unter­stüt­zung der Leser nicht über­le­ben. Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie dazu bei, dass die­ses täg­li­che Stück Japan auch nach 11 Jah­ren wei­ter­exis­tiert – unab­hän­gig, kos­ten­los und frei von Goog­­le-Wer­bun­­gen. Herz­li­chen Dank! Ich blei­be täg­lich dran, bis die­se Kri­se über­stan­den ist und dar­über hinaus.

Damit könn­te der bereits ver­ein­bar­te lukra­ti­ve Export­de­al mit Viet­nam (Asi­en­spie­gel berich­te­te) auf der Kip­pe ste­hen. Denn TEP­CO ist mit 20 Pro­zent der gröss­te Akti­en­in­ha­ber der Inter­na­tio­nal Nuclear Ener­gy Deve­lop­ment (JINED), einem Kon­glo­me­rat von 9 japa­ni­schen Strom­pro­du­zen­ten und AKW-Bau­ern wie Mitsu­bi­shi und Hita­chi, das zum Zweck der Aus­fuhr von Japans AKW-Tech­no­lo­gie geschaf­fen wurde.

Über­nimmt Kan­sai Elec­tric Power?

Zwar behält TEP­CO sei­nen Anteil an JINED, mit dem ope­ra­ti­ven Geschäft. Mit der Ent­sen­dung von Inge­nieu­ren will der Kon­zern jedoch nichts mehr zu tun haben. Das Per­so­nal sei zu stark mit der Kri­se beschäf­tigt, so der neue TEP­CO-Prä­si­dent Nao­mi Hiro­se in der Asahi Shim­bun.

Soll­te das Kon­glo­me­rat kei­nen gleich­wer­ti­gen Ersatz fin­den, könn­te Viet­nam das Abkom­men zum Bau von 2 Atom­kraft­wer­ken durch JINED abbla­sen, wegen einer Ver­än­de­rung in den Ver­trags­be­din­gun­gen. Gemäss der Mai­ni­chi Shim­bun soll Strom­pro­du­zent Kan­sai Elec­tric Power gebe­ten wer­den, in die Bre­sche zu springen.

Der Viet­nam-Export­de­al ist für JINED die wirt­schaft­li­che Exis­tenz­grund­la­ge. Es wäre über­haupt der ers­te japa­ni­sche AKW-Bau im Ausland.

Export in der Kritik

Bei einem ähn­li­chen Geschäft mit den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten hat­te JINED gegen Süd­ko­rea das Nach­se­hen. Mit der Tür­kei hofft Japan auf einen wei­te­ren nuklea­ren Export. Das auf­stre­ben­de Land am Schwar­zen Meer will sei­nen Ener­gie­hun­ger mit dem Bau von 3 Atom­kraft­wer­ken bis 2023 befrie­di­gen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Die Atom­kri­ti­ker wird die­se über­ra­schen­de Ent­wick­lung freu­en. Gera­de nach dem AKW-Unfall von Fuku­shi­ma kam das ato­ma­re Export­ge­schäft in die Kri­tik. So blei­ben vie­le Sicher­heits­fra­gen bis heu­te unge­klärt. Viet­nam will zwar bis 2030 rund 8 Atom­kraft­wer­ke bau­en, zählt aber bis heu­te kaum Nukle­ar­ex­per­ten. Zudem ist auch das Küs­ten­land Viet­nam nicht vor einer Tsu­na­mi-Gefahr gefeit, wie eine Stu­die ergab (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Tür­kei ist aus­ser­dem wie Japan ein Land mit aku­ter Erdbebengefahr.

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