Aus­län­der unerwünscht

Screen­shot: UDNAus­län­di­sche Arbei­ter pro­tes­tie­ren vor dem Haupt­bahn­hof gegen die Absperrbänder.

Die aus­län­di­schen Arbei­ter, die sich an Wochen­en­den in der Haupt­hal­le des Tai­pe­her Bahn­hofs tra­fen, wur­den den Behör­den offen­bar zuviel. Seit Kur­zem ist ein gros­ser Teil der Bahn­hofs­hal­le mit Absperr­bän­dern ver­se­hen, berich­tet Tai­wans Nach­rich­ten­agen­tur CNA. Dies nach­dem es Beschwer­den über indo­ne­si­sche Gast­ar­bei­ter gab, die wäh­rend des Fes­tes zum Abschluss des Fas­ten­mo­nats die Bahn­hofs­hal­le blo­ckiert haben sollen.

Okto­ber 2020 – Die­ser Blog kann ohne die Unter­stüt­zung der Leser nicht über­le­ben. Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie dazu bei, dass die­ses täg­li­che Stück Japan auch nach 11 Jah­ren wei­ter­exis­tiert – unab­hän­gig, kos­ten­los und frei von Goog­­le-Wer­bun­­gen. Herz­li­chen Dank! Ich blei­be täg­lich dran, bis die­se Kri­se über­stan­den ist und dar­über hinaus.

Dar­auf folg­ten Pro­tes­te von rund 50 Arbei­tern aus Süd­ost­asi­en, die vor dem Haupt­bahn­hof ihrem Ärger Luft mach­ten. Wenig Zeit und Geld lies­sen ihnen gar nichts ande­res übrig, als ihre Frei­zeit so zu ver­brin­gen, so der all­ge­mei­ne Tenor. Typi­sche tai­wa­ni­sche Frei­zeit­be­schäf­ti­gun­gen wie Kino­be­su­che, KTV’s oder Shop­ping lägen für sie nicht drin, so eine Indo­ne­sie­rin gegen­über CNA. Wenn man mal zwei Stun­den Pau­se habe, sei der Haupt­bahn­hof der idea­le Ort sich mit Freun­den zu treffen.

Die Stadt Tai­peh hat inzwi­schen ange­kün­digt, man sei auf der Suche nach geeig­ne­ten Orten, an denen die Arbei­ter ihre Frei­zeit ver­brin­gen könn­ten. Allein in Tai­peh leben über 50’000 Migra­ti­ons­ar­bei­ter, die meis­ten den Phil­ip­pi­nen, Indo­ne­si­en, Thai­land und Vietnam.

Als Nach­barn unerwünscht

Rund 1000 Bewoh­ner einer Wohn­sied­lung in Taoyuan haben kürz­lich eben­falls für Schlag­zei­len gesorgt. Mit einer Peti­ti­on wehr­ten sie sich dage­gen, dass gut 30 phil­ip­pi­ni­sche Gast­ar­bei­ter in der Sied­lung unter­kom­men soll­ten. Die Medi­en zeig­ten Bil­der von Trans­pa­ren­ten, die die Bewoh­ner an die Gebäu­de hin­gen. Dar­auf hiess es: Kei­ne aus­län­di­schen Arbei­ter in unse­rer Wohnsiedlung.

Die Arbei­ter waren vom tai­wa­ni­schen Unter­neh­men Able­com Tech­no­lo­gy ange­stellt wor­den, das sei­ne Ange­stell­ten in der nahe­ge­le­ge­nen Wohn­sied­lung unter­brin­gen woll­te. Gegen­über dem TV-Sen­der PTS sag­te eine Anwoh­ne­rin jedoch, man sor­ge sich wegen den aus­län­di­schen Arbei­tern um die eige­ne Sicher­heit. Aus­ser­dem leb­ten vie­le Kin­der in der Wohn­sied­lung, die­se hät­ten dann Angst im Park zu spielen.

Eine Abge­ord­ne­te des Land­krei­ses Taoyuan ver­tei­dig­te die Vor­be­hal­te der Anwoh­ner. Die­se sorg­ten sich unter ande­rem um die unter­schied­li­che Haut­far­be und Lebens­ge­wohn­hei­ten der Migra­ti­ons­ar­bei­ter, das alles habe mit Dis­kri­mi­nie­rung nichts zu tun, zitiert Apple Dai­ly die Abgeordnete.

Medi­en ver­ur­tei­len Fremdenfeindlichkeit

So kri­ti­siert die Tages­zei­tung United Dai­ly News in einem Kom­men­tar den Umgang der tai­wa­ni­schen Gesell­schaft mit den Migra­ti­ons­ar­bei­tern. Wo denn der Unter­schied lie­ge, fragt sich der Autor: «Sie sind wie wir, sie haben eine Fami­lie, haben Gefüh­le, sie müs­sen arbei­ten um ihren Lebens­un­ter­halt zu bestrei­ten». Die eng­lisch­spra­chi­ge Chi­na Post for­dert ihre Leser dazu auf, mit aus­län­di­schen Arbei­tern freund­li­cher umzu­ge­hen, und sie nicht nur als Arbeits­kraft, son­dern als Men­schen zu sehen.

Rund 440’000 Migra­ti­ons­ar­bei­ter sind der­zeit in Tai­wan tätig, die meis­ten arbei­ten als Pfle­ge­per­so­nal in Famil­li­en, wei­te­re sind als Bau- und Fabrik­ar­bei­ter tätig.

Im Shop
An alle Leser
Freiwilliges Abo

An alle Leser

Mit einem frei­wil­li­gen Abo sichern Sie die Zukunft die­ses unab­hän­gi­gen Blogs.

MEHR ERFAHREN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN

In Japan
Buch

In Japan

Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der 6. Auflage.

BUCH KAUFEN

asia-intensiv
Shinsen
Sato
Schuler Auktionen
Yu-an
Butcher
Nooch
Bimi
Kabuki
Negishi
Aero Telegraph
Shizuku
cas-ostasien
Asia Society
Gustav Gehrig
Edomae
Japan Wireless
Depositphotos 1b
Prime Travel
Kokoro
Kalligrafie
Japan Rail Pass
Kabuki_2
Keto-Shop
Depositphotos 2
Depositphotos 1