Lie­bes­ver­bot für Popstars

Screen­shot: youtube/​AKB48AKB48-Mit­glied Min­a­mi Mine­gi­shi ent­schul­digt sich in einem Youtube-Video.

AKB48 ist der Traum vie­ler Mäd­chen in Japan. Die von Yas­u­shi Aki­mo­to gegrün­de­te Girl­band ist zu einer gigan­ti­schen Mar­ke­ting-Maschi­ne­rie mit Mil­lio­nen­um­sät­zen und zu einer Reprä­sen­tan­tin der Pop­kul­tur ihres Lan­des her­an­ge­wach­sen. Über 200 Mil­lio­nen Plat­ten haben die Damen, die aus 3 Teams bestehen, verkauft.

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Wer es in die­se Girl­band mit über 60 Mit­glie­dern geschafft, dem ist der Ruhm gewiss (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Dass zu die­sem Leben im Ram­pen­licht auch Schat­ten­sei­ten gehö­ren, ist hin­läng­lich bekannt. Im Fall des Retor­ten­pro­jekts AKB48 nimmt dies jedoch zuwei­len gro­tes­ke Züge an.

Kei­ne Dates, kein Freund

Die Image­pfle­ge von AKB48 ist ein zen­tra­les Ele­ment des Erfolgs. Die jun­gen Frau­en sol­len süss und unschul­dig wir­ken. Sie sind der wahr gewor­de­ne Traum vie­ler Teen­ager. Das obers­te Gebot für die Band­mit­glie­der lau­tet daher: kei­ne Dates, kein Freund.

Jeg­li­che Lie­bes­be­zie­hung sind strik­te unter­sagt. Die Frau­en «gehö­ren» den Fans. Wird gegen die­se eiser­ne Regel ver­stos­sen, ist der Raus­wurf aus der Band gewiss, was auch immer wie­der vor­kommt. Bei AKB48 herrscht ein reges Kom­men und Gehen. Doch im jüngs­ten «Skan­dal» hat alles eine ande­re Ent­wick­lung genommen.

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Die 20-jäh­ri­ge Min­a­mi Mine­gi­shi ist eine der weni­gen Per­so­nen, die seit der Grün­dung der Band im Jahr 2005 noch dabei ist. Nun ver­öf­fent­li­che das Wochen­ma­ga­zin Shu­kan Buns­hun ein Foto, wie Mine­gi­shi eines Mor­gens aus der Woh­nung ihres Freun­des, ein Mit­glied der Boy­band Gene­ra­ti­ons, schlich.

Ein ver­stö­ren­der Akt der Reue

Damit war für das Manage­ment eine wich­ti­ge Regel gebro­chen. Als Stra­fe degra­dier­te es am Fol­ge­tag Mine­gi­shi zum «Prak­ti­kan­ten­sta­tus». Es ist eine Ver­set­zung zur Neben­rol­le im gros­sen Staff der Girl­band. Anstatt ein­fach die Band nach 7 Jah­ren zu ver­las­sen, ent­schloss sich die 20-Jäh­ri­ge jedoch zu einem ver­stö­ren­den Akt der Reue.

In einem vier­mi­nü­ti­gen You­tube-Video auf dem offi­zi­el­len Band-Kanal ent­schul­dig­te sich Mine­gi­shi mit kurz gescho­re­nen Haa­ren und Trä­nen in den Augen für ihr Ver­hal­ten: «Als älte­res Mit­glied der Band muss ich ein Vor­bild für ande­re sein.» Sie habe sich unreif benom­men. «Mein Ver­hal­ten ist daher unent­schuld­bar», mein­te sie wei­ter. Sie wol­le unbe­dingt ein Mit­glied der Band AKB48 bleiben.

Das Video ver­fehl­te sei­ne Wir­kung nicht. Fast 6 Mil­lio­nen Mal wur­de das Video in nur zwei Tagen angeklickt.

Eine Gren­ze überschritten?

In Japan kann das Rasie­ren des Köp­fen als Zei­chen des Neu­starts ver­stan­den wer­den, oder aber auch als Akt der Reue. Im Wes­ten wir­ken sol­che Bil­der der­weil demü­ti­gend und wecken unan­ge­neh­me Erin­ne­run­gen an ver­gan­ge­ne Zeiten.

Aber auch in Japan hat das Video von Mine­gi­shi auf Twit­ter eine rege Debat­te aus­ge­löst, auch wenn der übli­che Spott über­wie­gen mag. Die Anwäl­tin Hif­u­mi Okun­u­ki hat die­se Metho­den von AKB48 schon vor dem Fall Mine­gi­shi in der Japan Times hin­ter­fragt. Gemäss ihres Erach­tens ver­stösst das Lie­bes­ver­bot gegen das japa­ni­sche Arbeits­ge­setz. Kein Mana­ger habe das Recht, einem Band­mit­glied das Lie­bes­le­ben zu entziehen.

Die Ant­wort des Managements

Das Manage­ment von AKB48 hat der­weil auf die von der Öffent­lich­keit her­an­ge­tra­ge­nen Vor­wür­fe in einem Blog reagiert. Die Kopf­ra­sur sei auf Mine­gishis eige­nen Wunsch gesche­hen. Sie habe sich in die­ser Form direkt bei den Fans ent­schul­di­gen wol­len. Es habe vom Manage­ment her kei­ne Not­wen­dig­keit für sol­che eine Akti­on bestan­den. Das You­tube-Video wur­de zudem am 2. Febru­ar vom Netz genom­men.

Um wirk­lich frei leben und lie­ben zu kön­nen, soll­ten die Mit­glie­der von AKB48 wohl den Rat von Hif­u­mi Okun­u­ki zu Her­zen neh­men: «Grün­det eine Gewerkschaft!»

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