Licht­spek­ta­kel gegen das Vergessen

Foto: flickr/​lasta29Das Lumi­na­rie in die­sem Jahr.

Am 2. Dezem­ber hat in der west­ja­pa­ni­schen Hafen­stadt Kobe zum 21. Mal ein gan­zes spe­zi­el­les Licht­spek­ta­kel begon­nen. Mit dem Kobe Lumi­na­rie gedenkt man all­jähr­lich den Opfern des ver­hee­ren­den Erd­be­bens von 1995 (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Es han­delt sich um eine gigan­ti­sche Licht­in­stal­la­ti­on, die von der ita­lie­ni­schen Regie­rung gespen­det und von den Künst­lern Vale­rio Fes­ti und Hiroka­zu Imao­ka errich­tet wurde.

Jeweils über 3 Mil­lio­nen Men­schen bewun­dern wäh­rend 11 Tagen die­ses Lich­ter­meer, des­sen Höhe­punkt ein lan­ger deko­ra­ti­ver Licht­bo­gen mit sei­nen 300’000 far­bi­gen LED-Leuch­ten ist. Das dies­jäh­ri­ge Mot­to lau­tet «Kobe in unse­ren Her­zen», mit dem man die Erin­ne­rung an den Wie­der­auf­bau der Stadt am Leben hal­ten möchte.

Aus Bud­get­grün­den hat man die­sen «Licht­kor­ri­dor» um 80 Meter auf 190 Meter ver­kür­zen müs­sen. Aus­ser­dem dau­ert der Event nur noch 11 anstatt 13 Tage, wie die Yomi­uri Shim­bun berich­tet. Noch bis am 13. Dezem­ber kann man das Kobe Lumi­na­rie besuchen.

Die Kata­stro­phe von 1995

Am frü­hen Diens­tag­mor­gen des 17. Janu­ar 1995 beb­te in Kobe mit einer Stär­ke von 7,3 auf der Magnitu­den­ska­la die Erde. 6’434 Men­schen ver­lo­ren ihr Leben, 44’000 Men­schen wur­den ver­letzt. 300’000 wur­den durch die ent­stan­de­nen Brän­de obdach­los. Über 100’000 Gebäu­de wur­den völ­lig zer­stört. Die Hoch­au­to­bahn von Kobe kipp­te in einer Län­ge von 5 Kilo­me­tern um.

Das unzu­rei­chen­de Kata­stro­phen­ma­nage­ment sorg­te in den Tagen danach für ein weit­rei­chen­des Ver­sor­gungs­cha­os. Über 5’000 Nach­be­ben wur­den gemes­sen. Der Gesamt­scha­den wird heu­te auf 100 Mil­li­ar­den Dol­lar bezif­fert. Hät­te das Erd­be­ben tags­über statt­ge­fun­den, wäre es zu einer noch viel grös­se­ren Kata­stro­phe gekom­men. Innert weni­ger Jah­re wur­de die Infra­struk­tur der Stadt wiederaufgebaut.

Das «Kobe Lumi­na­rie» erin­nert all­jähr­lich an die­se schwie­ri­ge Zeit. Die­ses wur­de bereits im Dezem­ber 1995, also nur weni­ge Mona­te nach der Kata­stro­phe, zum ers­ten Mal durchgeführt.

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