News. Reisen. Japan. Von Jan Knüsel.

Essen in Japans Fischparadies

Katte-don in Kushiro: Die Auswahl an frischen Fischsorten ist riesig. (Foto: Asienspiegel)

Katte-don in Kushiro: Die Auswahl an frischen Fischsorten ist riesig. (Foto: Asienspiegel)

Foodblog – Eine grosse Schale Reise bedeckt mit Fisch, Fleisch oder Gemüsezutaten: In Japan nennt sich ein solches Gericht Donburi. Die Varianten sind endlos. Das berühmteste Beispiel mag Yoshinoyas Gyudon sein (Asienspiegel berichtete). Eine weitere bekannte Variante ist Kaisendon, das mit viel rohen Fisch und Meeresfrüchte enthält. In Kanazawas Fischmarkt Ōmichō ist diese Speise sogar die grosse Spezialität (Asienspiegel berichtete).

Im Washō-Fischmarkt von Kushiro auf der Nordinsel Hokkaido hat man derweil eine ganz eigene Variante des Donburi entwickelt: Katte Don nennt sich dieses Gericht, das übersetzt so viel wie «So wie Du es möchtest»-Don bedeutet. Es ist die frischeste Mahlzeit der Stadt.

Fisch nach Wahl

Und so geht man vor: Zuerst kauft man sich im Fischmarkt eine Schale Reis, die es in verschiedenen Grössen gibt. Wenn man möchte, kriegt man hier auch noch eine Miso-Suppe. Danach geht man zu einem der vielen Sashimi-Stände, die zahlreiche Fischsorten anbieten. Die Preise variieren stark. 1 Stück Kabeljau-Sashimi gibt es hier beispielsweise schon für 50 Yen. Ein Stück Lachs kostet 100 Yen. Beim Seeigel steigt der Preis schon auf 350 Yen. Für den fettigen Teil des Blauflossen-Thunfisch (jap. ōtoro) blättert man bereits 500 Yen hin. Die Händlerin am Stand legt einem schliesslich die gewünschten Fischsorten in die Reisschale.

Bei der Bestellung sollte man mit viel Umsicht vorgehen. Ansonsten kann das Frühstück schnell ins Geld gehen. Wie mein bescheidenes Katte-Don aussah, ist im Foto ganz unten ersichtlich. Es war köstlichster frischer Fisch. Würde ich in Kushiro leben, sähe man mich wohl jeden Morgen hier.

Die kühle Stadt im Sommer

Der Washō-Fischmarkt gehört übrigens zu den besten auf der Nordinsel Hokkaido, die berühmt für ihre reichen Fischgründe ist. 1954 wurde dieser Ort eröffnet. 60 Läden haben sich hier eingemietet. Was mir auffällt ist die Freundlichkeit, Neugier und Offenheit der Händler. Man kommt schnell ins Gespräch.

Kushiro ist ohnehin ein Besuch wert. Mit 180’000 Einwohnern handelt es sich um die östlichste und abgelegenste Grossstadt Hokkaidos. Im Umland der Hafenstadt befindet sich eines der grössten Sumpfgebiete des Landes (jap. Kushiro-Shitsugen, Asienspiegel berichtete). Ausserdem ist Kushiro die klimatisch wohl kühlste Grossstadt Japans. Hier steigen die Temperaturen selbst im Sommer kaum über 20 Grad. Im Land der grossen Sommerhitze ist diese eine angenehme Abwechslung.

Info

Washō Ichiba (Washō Fish Market)
Geöffnet: 8 bis 17 Uhr (sonntags bis 16 Uhr)
Hokkaido, Kushiro-City, Saiwaicho 14-1-9

Hier holt man sich zuerst die Portion Reis. (Foto: Asienspiegel)

Hier holt man sich zuerst die Portion Reis. (Foto: Asienspiegel)

Dann wird beim Fischhändler direkt bestellt. (Foto: Asienspiegel)

Dann wird beim Fischhändler direkt bestellt. (Foto: Asienspiegel)

Mein Katte-don in Kushiro. (Foto: Asienspiegel)

Mein Katte-don in Kushiro. (Foto: Asienspiegel)

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