Gezüch­te­ter Thun­fisch aus Japan

Foto: flickr/​LyukokkiThun­fisch auf dem Fischmarkt.

Der welt­wei­te Boom von Sushi hat den Thun­fisch zu einer begehr­ten Luxus­wa­re gemacht. Für 1 Kilo des Blauf­los­s­ent­hun­fischs (jap. Hon­ma­gu­ro) bezah­len die Gross­händ­ler in den loka­len Auk­tio­nen gemäss der Kaho­ku Shin­po unter­des­sen rund 4000 Yen. Im Tokio­ter Fisch­markt Tsuki­ji ist der Preis noch ein Stück teu­rer. Ein Gross­teil des welt­wei­ten Fangs, näm­lich 80 Pro­zent, lan­det zudem in Japan. 46’000 Ton­nen Blauf­los­s­ent­hun­fisch kon­su­miert der Insel­staat jähr­lich. Die Popu­la­ti­on des Hon­ma­gu­ro, des Königs aller Thun­fi­sche, sinkt so jähr­lich.

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Ein Lösungs­an­satz der Japa­ner ist daher die För­de­rung des voll­stän­dig gezüch­te­ten Blauf­los­s­ent­hun­fischs. Zwei gros­se Fische­rei-Unter­neh­men, Kyo­kuyo und Nip­pon Sui­san Kai­sa, wer­den nun ab Novem­ber ihre Zucht­pro­duk­te an Restau­rants und Super­märk­te lie­fern, wie die Yomi­uri Shim­bun berich­tet. Ziel ist es, bis zu 1000 Ton­nen pro Jahr lie­fern zu kön­nen. Eine wei­te­re Fir­ma, Maru­ha Nichi­ro, hat schon 2015 mit dem Ver­kauf begon­nen, wie Nik­kei berich­te­te. Ande­re Fir­men arbei­ten eben­falls dar­an. Der Zucht-Thun­fisch könn­te so schon bald zum ganz nor­ma­len Ange­bot in Super­märk­ten gehören.

Über 40 Jah­re Forschung

Pio­nier in die­ser Ent­wick­lung ist die Uni­ver­si­tät Kin­dai in Osa­ka. Über 30 Jah­re forsch­te sie an der Zucht des Blauf­los­sen-Thun­fischs bis im Jahr 2002 der Durch­bruch gelang (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Seit­her ist es mög­lich, den Blauf­los­s­ent­hun­fisch aus künst­lich befruch­te­ten Eiern zu züch­ten, um ihn anschlies­send in Gehe­gen gross zu zie­hen. Damit ist den For­schern ein geschlos­se­ner Zucht­zy­klus gelun­gen, der nun vor dem gros­sen kom­mer­zi­el­len Durch­bruch steht. Die­ser soge­nann­te Kin­dai Magu­ro wird übri­gens seit eini­gen Jah­ren schon in zwei eige­nen Restau­rants in Tokio und in Osa­ka angeboten.

Die­se voll­stän­di­ge Zucht des Thun­fischs ist so ein­zig­ar­tig. Denn die geläu­fi­ge Zucht beschränkt sich dar­auf, jun­ge Thun­fi­sche in der Natur zu fan­gen und die­se anschlies­send in Gehe­gen gross­zu­zie­hen. Es ist eine weit ver­brei­te­te Metho­de, die aber letzt­end­lich nicht zum Erhalt des Blauf­los­sen-Thun­fischs beiträgt.

Foto: Asi­en­spie­gelDas Thun­fisch-Restau­rant der Uni­ver­si­tät Kin­ki in Tokio.
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