Foto: flickr/​Kent WangDie Naka­­mi­­se-dōri in Asa­ku­sa, Tokio.

Die Naka­­mi­­se-Shop­­ping-Stras­­se im Tokio­ter Vier­tel Asa­ku­sa ist ein Klas­si­ker für Tou­ris­ten, die zum ers­ten Mal in Japan sind. Den Ein­gang bil­det das Kami­na­ri­mon (dt. «Don­ner­tor») mit sei­nem rie­si­gen roten Lam­pi­on (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die 250 Meter lan­ge schnur­ge­ra­de Ein­kaufs­stras­se mit ihren 89 Geschäf­ten führt direkt zum inne­ren Ein­gangs­tor des Tem­pels Sen­sōji­, dem Hōzō­mon. Die Ursprün­ge der Naka­­mi­­se-dōri, wie sie auf Japa­nisch heisst, rei­chen bis ins 17. Jahr­hun­dert zurück. Es han­delt sich sogar um eine der ältes­ten erhal­te­nen Ein­kaufs­stras­sen Japans.

89 klei­ne Läden sind hier zuhau­se. Von Sou­ve­nirs über Lebens­mit­tel bis zu klei­nen Kunst­hand­wer­ken fin­det man alles, was das tou­ris­ti­sche Herz begehrt. Eini­ge Besit­zer sind schon seit der frü­hen Nach­kriegs­zeit prä­sent. Ihnen ging es lan­ge gut, gera­de auch weil die Miet­prei­se kon­stant tief blie­ben. Für 10 Qua­drat­me­ter bezahl­ten sie gera­de mal 15‘000 Yen (115 Euro). Das war mög­lich, weil die Laden­ge­schäf­te der Prä­fek­tur Tokio gehör­ten, die es bei die­sem tie­fen Miet­preis beliess. Im Juli 2017 hat jedoch der Sen­sōji, dem schon immer das Land gehör­te, die Läden für 20 Mil­lio­nen Yen (155’000 Euro) erwor­ben. Sogleich kün­dig­te der Tem­pel eine saf­ti­ge Miet­erhö­hung für 2018 an. 16 Mal mehr soll­ten die Laden­mie­ter künf­tig bezah­len. Als Argu­ment wur­den die Unter­halts­kos­ten und die neu zu bezah­len­den Steu­ern ange­ge­ben. Aus­ser­dem ent­spre­che dies den übli­chen Marktpreisen. 

Der Kom­pro­miss

Die Laden­be­trei­ber fürch­te­ten um ihr wirt­schaft­li­ches Über­le­ben (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Sie wehr­ten sich. Nun haben sich die bei­den Par­tei­en offen­sicht­lich auf einen Kom­pro­miss geei­nigt, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berich­tet. Die­ses Jahr wer­den sie, rück­wir­kend auf Janu­ar, neu eine Monats­mie­te von 100‘000 Yen (765 Euro) für eine 10-Qua­drat­me­ter-Ein­heit bezah­len müs­sen. In den kom­men­den Jah­ren wird die Mie­te zudem schritt­wei­se um 50‘000 Yen (385 Euro) erhöht, bis sie in acht Jah­ren den end­gül­ti­gen Betrag von 250‘000 Yen (1900 Euro) erreicht. 

Es bleibt somit bei einer rund 16-fachen Erhö­hung, die nun aber auf meh­re­re Jah­re ver­teilt wird, damit sich die Laden­be­sit­zer dar­auf ein­stel­len kön­nen. Trotz die­ser Miet­erhö­hung ste­hen ihre Chan­cen gut. Denn jähr­lich zieht die Naka­mi­se-dōri 30 Mil­lio­nen Besu­cher an (Asi­en­spie­gel berich­te­te).