Foto: ggfo­to / Depo​sit​pho​tos​.comEin erfri­schen­des Bier in Japan.

Die Idee war bestechend. Die Mini­markt­ket­te Seven-Ele­ven woll­te für die heis­sen Som­mer­mo­na­te Bier vom Fass anbie­ten, ein erfri­schen­des Nama-Bīru wie man auf Japa­nisch sagt. Für die Test­pha­se war soweit alles vor­be­rei­tet. In Able­gern in Mit­a­ka bei Tokio sowie in Toko­ra­za­wa in der Prä­fek­tur Saita­ma waren die Tanks mit Zapf­häh­nen bereits instal­liert (hier eini­ge Bil­der von IT Media, sie­he auch Tweets unten). Genau wie beim fri­schen Kaf­fee hät­te man das Bier an der Kas­se bestellt und dar­auf­hin einen Becher erhal­ten, um sich am Zapf­hahn selbst zu bedie­nen. Ein klei­ner Becher wäre 100 Yen, ein mitt­le­rer 190 Yen gewe­sen. Der Start war für den 17. Juli geplant.

Nun aber hat Seven-Ele­ven das Pro­jekt gestoppt, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berich­tet. Die Bier­idee habe gera­de in den sozia­len Medi­en zu viel Auf­merk­sam­keit auf sich gezo­gen. Das vor­be­rei­te­te Ver­kaufs­kon­zept wäre wohl schnell über­las­tet gewe­sen. Wie es nun mit wei­ter­geht, hat Seven-Ele­ven nicht gesagt. Die Gas­tro­no­mie hat den Ent­scheid mit Erleich­te­rung auf­ge­nom­men. Sie befürch­te­te, dass sie so noch mehr Kun­den an die Mini­märk­te ver­lie­ren wür­de. Ein Nama-Bīru und ein klei­ner Snack hät­ten bei Seven-Ele­ven kaum 500 Yen gekos­tet. Damit kann kein Restau­rant mithalten. 

Kei­ne neue Idee

Die Idee ist eigent­lich aber nichts Neu­es. Die von Bahn­be­trei­ber JR East geführ­te Mini­markt-Ket­te New­Days hat das Bier vom Fass schon seit eini­gen Jah­ren in eini­gen Able­gern im Ange­bot, wie live­door News berich­tet und eini­ge Twit­ter-Nut­zer beto­nen (sie­he Tweets ganz unten). Hier bestellt man das Bier an der Kas­se, wor­auf der Mit­ar­bei­ter das Bier ser­viert. Es gibt aber auch die Vari­an­te, den Zapf­hahn sel­ber zu bedie­nen, sowie es Seven Ele­ven in Pla­nung hatte. 

Um die Umsät­ze anzu­kur­beln, ver­wan­deln sich die Con­ve­ni­en­ce Stores in Japan zuneh­mend zu Cafés. So fin­det man in immer mehr Mini­märk­ten Berei­che mit Stüh­len und Tischen. Seit eini­gen Jah­ren gibt es fri­schen Kaf­fee aus der Maschi­ne und Donuts. Ein Bier vom Fass ist so gese­hen nur eine logi­sche Erwei­te­rung die­ses Konzepts.

Das geschei­ter­te Pro­jekt von Seven Eleven

Die Zapf­häh­ne bei NewDays

Die Mini­markt­ket­te Seven-Ele­ven in Japan

Foto: tupunga­to / Depo​sit​pho​tos​.comEin Seven-Ele­ven in Japan.