Toku­ga­wa: Herr­scher über Japan

Bild: Kano Tanyu (1602 bis 1674) / wiki­me­diaDer Grün­der der Dynas­tie: Toku­ga­wa Ieyasu.

Der Fami­li­en­na­me Toku­ga­wa löst bis heu­te Ehr­furcht in Japan aus. Ieyasu Toku­ga­wa begrün­de­te 1603 die­se Dynas­tie, nach­dem er das Land ver­ei­nigt hat­te. Mehr als 250 Jah­re lang herrsch­ten er und sei­ne Nach­fah­ren als Kriegs­her­ren (jp. Shōgun) über Japan, das sich von der Welt abschot­te­te. 15 Gene­ra­tio­nen der Toku­ga­wa drück­ten der Edo-Zeit ihren Stem­pel auf. 1867 muss­te Shōgun Yoshi­no­bu Toku­ga­wa (Asi­en­spie­gel berich­te­te) sei­ne Macht abge­ben. Im Jahr dar­auf begann die Mei­ji-Zeit, die Jahr­zehn­te der rasan­ten Moder­ni­sie­rung des Lan­des mit dem Kai­ser als Regen­ten des Landes. 

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Die Toku­ga­wa-Fami­lie füg­te sich schnell im neu­en Sys­tem ein. Ihre Mit­glie­der wur­den zu Adli­gen. Wäh­rend sich Yoshi­no­bu zurück­zog wur­de Ies­a­to Toku­ga­wa, Sohn des 14. Toku­ga­wa-Shōguns, zum 16. Ober­haupt der Fami­lie, erhielt vom Kai­ser­haus den Titel eines Fürs­ten und wur­de Mit­glied des Ober­hau­ses, das damals für den Adel vor­be­stimmt war. Von 1903 bis 1933 amte­te er sogar als des­sen Vor­sit­zen­den. Sein Sohn Iema­sa Toku­ga­wa wur­de zum 17. Ober­haupt und schliess­lich der letz­te Vor­sit­zen­de des Ober­hau­ses unter der alten Verfassung. 

Der Nie­der­gang nach dem Zwei­ten Weltkrieg

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­de der Adel abge­schafft. Die meis­ten Fami­li­en ver­lo­ren den Gross­teil ihres Besit­zes, so auch die Toku­ga­wa-Fami­lie. Ihre Mit­glie­der wur­den zu nor­ma­len Bür­gern des moder­nen japa­ni­schen Staa­tes. 1963 wur­de Tsunen­a­ri Toku­ga­wa das offi­zi­el­le 18. Ober­haupt die­ser tra­di­ti­ons­rei­chen Fami­li­en. Der heu­te 78-jäh­ri­ge Tsunen­a­ri arbei­te­te die meis­te Zeit sei­nes Lebens für den Schiffs­fahrt- und Trans­port-Kon­zern Nip­pon Yūsen. Er grün­de­te die Toku­ga­wa-Stif­tung, die den Erhalt ver­blie­be­ner Kul­tur­gü­te der Fami­lie zur Auf­ga­be hat. Von der Poli­tik hielt er sich jedoch fern. 

Nun könn­te es aber womög­lich ein poli­ti­sches Come­back die­ser tra­di­ti­ons­rei­chen Fami­lie geben. So kur­sie­ren zur­zeit Gerüch­te, dass der 53-jäh­ri­ge Sohn Iehi­ro Toku­ga­wa, das künf­ti­ge 19. Ober­haupt, sich als Kan­di­dat für die kom­men­de Gou­ver­neurs­wahl auf der Nord­in­sel Hok­kai­do auf­stel­len könn­te, wie die Hok­kai­dō Shim­bun berich­tet. Er war bis­lang als Wirt­schafts- und Poli­tik-Exper­te tätig wie auch als Über­set­zer. Laut der Toka­chi Mai­ni­chi News leb­te er als Kind wäh­rend drei Jah­ren in den USA und stu­dier­te Wirt­schaft an den Uni­ver­si­tä­ten Keiō und Michi­gan. Ein Toku­ga­wa als poli­ti­scher Kan­di­dat wür­de zwei­fel­los für viel Auf­merk­sam­keit sor­gen. Ein Toku­ga­wa als Gou­ver­neur gab es in Japan noch nie. 

Die bis­he­ri­ge Gou­ver­neu­rin zieht es nach Tokio

Das Ren­nen um den Gou­ver­neurs­pos­ten die­ser flä­chen­mäs­sig gröss­ten Prä­fek­tur ist so offen wie noch nie, nach­dem die aktu­el­le Gou­ver­neu­rin Har­umi Taka­ha­shi nach 15 Jah­ren im Amt im ver­gan­ge­nen Dezem­ber ihren Rück­tritt bekannt­ge­ge­ben hat­te, um bei den dies­jäh­ri­gen japa­ni­schen Ober­haus­wah­len teil­zu­neh­men. Im April die­ses Jah­res wird der Nach­fol­ger von Taka­ha­shi gewählt. 

Bild: wiki­me­dia CCDer letz­te Shōgun: Toku­ga­wa Yoshinobu.
Foto: wiki­me­dia CC / Mikka­bieDie 19. Gene­ra­ti­on: Toku­ga­wa Iehiro.
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