Japan plant Mas­ken-Gesetz für Hotels

Die Mas­ke bleibt ein Teil des All­tags in Japan. Tokio am 8. Sep­tem­ber 2022. Ned Snow­man / Shut​ter​stock​.com

Seit Beginn der Coro­na-Pan­de­mie tra­gen die Men­schen in Japan kon­se­quent Mas­ke, drin­nen wie auch draus­sen. Hier­für ist weder ein Gesetz noch eine Ver­ord­nung not­wen­dig. Die gesell­schaft­li­che Akzep­tanz für den Mund-Nasen-Schutz in der Vor-Coro­na-Zeit (Asi­en­spie­gel berich­te­te) hat zu die­sem Selbst­ver­ständ­nis mass­geb­lich bei­ge­tra­gen. Die­se Gewohn­heit haben die Japa­ner trotz hoher Impf­ra­te und einer neu­en Emp­feh­lung, auf die Mas­ke in der som­mer­li­chen Hit­ze im Frei­en zu ver­zich­ten, nie abge­legt (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Umso grös­ser ist in Japan die Sor­ge, wie es nach der Wie­der­eröff­nung der Gren­zen für den Indi­vi­du­al­tou­ris­mus wei­ter­ge­hen wird? Es muss ange­nom­men wer­den, dass sich nicht weni­ge west­li­che Rei­sen­de sträu­ben wer­den, eine Mas­ke zu tra­gen oder die­se nur halb­her­zig anha­ben wer­den. Die Gefahr eines gereiz­ten Kli­mas zwi­schen der loka­len Bevöl­ke­rung und eini­gen Rei­sen­den ist nicht aus­zu­schlies­sen, so zumin­dest die Befürch­tung in Japan. 

Das geplan­te Gesetz

Offen­bar bereit sich selbst die Regie­rung auf die­ses Sze­na­rio vor. Sie ist dar­an, ein Gesetz vor­zu­le­gen, das den Hotels ermög­li­chen könn­te, die Auf­nah­me von Gäs­ten zu ver­wei­gern, die par­tout kei­ne Mas­ke tra­gen wol­len oder sich wei­gern, die Schutz­mass­nah­men ein­zu­hal­ten. Zudem sol­len Hotels das Recht erhal­ten, Gäs­te abzu­leh­nen, die mit Coro­na-Sym­pto­men ein­che­cken und sich gleich­zei­tig ohne trif­ti­gen Grund wei­gern, eine nega­ti­ve Test­be­schei­ni­gung vorzulegen. 

Auf die­se Wei­se hät­ten die Hotels eine recht­li­che Hand­ha­be, eine Rück­wei­sung eines Gas­tes wür­de den Ange­stell­ten leich­ter fal­len. Damit soll die Sicher­heit für alle Gäs­te bes­ser gewähr­leis­tet wer­den, so die Idee. Das Gesetz soll nur wäh­rend einer Pan­de­mie zur Anwen­dung kom­men und womög­lich schon im Okto­ber dem Par­la­ment vor­ge­legt werden. 

Vie­le offe­ne Fragen

Kri­ti­ker bemän­geln, dass das Gesetz zu viel Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum lässt und damit zu Fäl­len von Dis­kri­mi­nie­rung füh­ren könn­te. Zudem ist nicht klar, ab wel­cher Infek­ti­ons­ra­te das Gesetz zur Anwen­dung kom­men soll. Selbst in der Hotel­bran­che sind die Mei­nun­gen dar­über geteilt. Es stellt sich die Fra­ge, wie­so sich die Regie­rung nur auf Hotels fokus­siert und nicht ein­fach eine Ver­ord­nung erlässt, die das Mas­ken­tra­gen wäh­rend einer Coro­na-Wel­le an klar defi­nier­ten öffent­li­chen Orten regelt?

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