Ein biss­chen Feri­en zur Abwechslung

flickr/​sci­on choEnt­span­nen und nichts tun: Eine Sel­ten­heit in der japa­ni­schen Gesellschaft.

Japa­ner bezie­hen kei­ne Feri­en­ta­ge. Die­se fana­ti­sche Arbeits­mo­ral wirkt sich iro­ni­scher­wei­se nega­tiv auf Japans Wirt­schafts­wachs­tum aus. Denn die feh­len­de Frei­zeit hin­dert die Men­schen ihr hart ver­dien­tes Geld wie­der auszugeben.

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Wür­den die Japa­ner ihren gesetz­lich garan­tier­ten bezahl­ten Feri­en­an­spruch tat­säch­lich wahr­neh­men, wür­den rund 85 Mil­li­ar­den Euro zusätz­lich in die Wirt­schaft flies­sen. Damit könn­te man und rund 1,5 Mil­lio­nen neue Stel­len schaf­fen. Dies hat das Minis­te­ri­um für Wirt­schaft, Han­del und Indus­trie bereits 2002 vorgerechnet.

Mit zehn gesetz­lich zuge­si­cher­ten, bezahl­ten Feri­en­ta­gen ist Japan im inter­na­tio­na­len Ver­gleich noch vor den USA an zweit­letz­ter Stel­le. Bezie­hen tun die Japa­ner schliess­lich nur rund die Hälf­te ihres Anspruchs.

Alles wird anders

Die neu gewähl­te japa­ni­sche Regie­rung unter Yukio Hatoy­a­ma will nun mit die­sem noto­ri­schen Arbeits­ei­fer bre­chen. «Wir müs­sen eine Gesell­schaft erschaf­fen, in der die Men­schen nicht gezwun­gen wer­den stän­dig Über­stun­den zu machen und die Mög­lich­keit haben eine Aus­zeit zu neh­men», heisst es auf der Web­sei­te der Demo­kra­ti­schen Par­tei (DPJ). «Wir wer­den eine Gesetz­ge­bung anstre­ben, die län­ger bezahl­te Feri­en ermög­licht», ver­spricht die Par­tei weiter.

Auch die Vor­gän­ger­re­gie­run­gen der LDP waren nicht untä­tig. So wur­den in den letz­ten Jah­ren ein paar vor­sich­ti­ge Schrit­te unter­nom­men, um die­se Situa­ti­on zu ver­bes­sern. So trat 2000 das soge­nann­te «Hap­py Monday»-Gesetz in Kraft, das einen auf den Sonn­tag gefal­le­nen Fei­er­tag auf den Mon­tag über­trägt und einen Arbeits­tag zwi­schen zwei Fei­er­ta­gen auto­ma­tisch zu einem Feri­en­tag macht. Dane­ben schuf der Staat zusätz­li­che Fei­er­ta­ge. Sech­zehn sind es heu­te ins­ge­samt. In die­ser Bezie­hung ist Japan Weltspitze.

Sil­ver-Week

Mit die­sem biss­chen Staats­hil­fe und einer glück­li­chen Fügung im Kalen­der wer­den die Japa­ner ab dem 19. Sep­tem­ber erst­mals im Herbst fünf Fei­er­ta­ge am Stück aus­kos­ten dür­fen. In den Medi­en spricht man bereits von der «Sil­ver Week» in Anleh­nung an die all­jähr­li­che «Gol­den Week» Anfang Mai, in der ganz Japan eine Woche Fei­er­ta­ge am Stück genies­sen darf.

Die Rei­se­indus­trie freut es. Laut den japa­ni­schen Rei­se­bü­ros sind die Buchun­gen im Ver­gleich zum letz­ten Jahr um elf Pro­zent angestiegen.

Der bedeu­tends­te Wandel

Nun müs­sen die Japa­ner nur noch ler­nen, nicht nur die Fei­er­ta­ge, son­dern auch den bezahl­ten Feri­en­an­spruch gründ­lich fürs Rei­sen, Ein­kau­fen und vor allem auch zur Ent­span­nung zu nüt­zen. Soll­te der künf­ti­ge Pre­mier Yukio Hatoy­a­ma die­ses Wahl­ver­spre­chen ein­lö­sen, könn­te dies zum wohl bedeu­tends­ten Wan­del in der japa­ni­schen Gesell­schaft führen.

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