flickr/​YoAnd­MiEin­flüs­se aus aller Welt: Plas­ti­kes­sen in einer Vitri­ne vor einem Restau­rant in Japan.

Frank­reich, Ita­li­en, Spa­ni­en, Grie­chen­land und Mexi­ko dür­fen ihre Natio­nal­ge­rich­te stolz zum imma­te­ri­el­len Welt­kur­er­be der UNESCO zäh­len. Japans Küche sucht man jedoch ver­geb­lich auf die­ser Lis­te. Statt­des­sen fin­det man beim Stich­wort Japan so tra­di­tio­nel­le Thea­ter­for­men wie No, Bun­ra­ku oder Kabu­ki. Ja, selbst der tra­di­tio­nel­le Tanz der Ainu-Mino­ri­tät fin­det auf der Lis­te der UNESCO offi­zi­ell eine Erwähnung.

Doch die wah­re Essenz des japa­ni­sche Seins wur­de bei der Suche nach den Schät­zen der eige­nen Kul­tur­ge­schich­te kom­plett ver­ges­sen. Dabei gibt es in Japan kein Gespräch, bei dem nicht über das Essen gespro­chen wird, kei­ne Regi­on, die nicht stolz auf ihre kuli­na­ri­sche Viel­falt stolz ist. Es mag sein, dass der welt­wei­te Sie­ges­zug von Sushi eine Auf­nah­me in die renom­mier­te Lis­te des Welt­kul­tur­er­be über­flüs­sig erschei­nen liess.

Was­ho­ku soll es richten

Zeit dies zu ändern, sag­te sich das japa­ni­sche Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um und beauf­trag­te dafür eigens eine Kom­mis­si­on. Nach vie­len Dis­kus­sio­nen einig­te die­se sich auf den Begriff Was­ho­ku, mit dem sich die japa­ni­sche Regie­rung bei der UNESCO bewer­ben soll. Was­ho­ku steht umgangs­sprach­lich für japa­ni­sches Essen. Das Wort sei ein Sym­bol für die all­ge­mei­ne japa­ni­sche Ess­kul­tur, so die Exper­ten­kom­mis­si­on weiter.

Die Kom­mis­si­on lis­tet für die Auf­nah­me von Was­ho­ku ins Welt­kul­ter­be ver­schie­de­ne Begrün­dun­gen auf. So sei die japa­ni­sche Mahl­zeit mit Reis als Grund­nah­rungs­mit­tel beson­ders aus­ge­wo­gen. Zudem wer­de in der tra­di­tio­nel­len Küche eine Viel­falt an fri­schen und loka­len Zuta­ten ver­wen­det und ein beson­de­res Merk­mal sei der Ein­satz fer­men­tier­ter Lebens­mit­tel oder Fisch­bouil­lon, mit dem gera­de der fünf­te, soge­nannt herz­haf­te Geschmacks­sinn Umami zur Beto­nung kommt.

All­ge­mein ist bes­ser als spezifisch

Anfäng­lich spiel­te die Kom­mis­si­on noch mit dem Gedan­ken ein­zig die tra­di­tio­nel­le Kai­se­ki-Küche ein­tra­gen zu las­sen, weil die­se gera­de beson­ders die Fri­sche, Leich­tig­keit und den Ein­be­zug jah­res­zeit­li­cher Zuta­ten sowie die Ästhe­tik der Prä­sen­ta­ti­on betont. Schliess­lich liess die Kom­mis­si­on von die­ser Idee ab, mit dem Ver­weis auf Süd­ko­rea, das sich mit dem Auf­nah­me­ge­such ein­zel­ner Natio­nal­ge­rich­te schwer tut.

Was­ho­ku soll es des­halb für Japan rich­ten. Dar­in liegt auch die Hoff­nung, den Export japa­ni­scher Lebens­mit­tel zu för­dern. Gera­de nach der Kata­stro­phe von Fuku­shi­ma hat die Bran­che schwie­ri­ge Mona­te hin­ter sich. Noch muss sich Japan aber gedul­den. Das Gesuch wird im nächs­ten März ein­ge­reicht. Im bes­ten Fall wäre eine Auf­nah­me ins imma­te­ri­el­le Welt­kul­ter­be im Novem­ber 2013 möglich.