Foto: Asi­en­spie­gelEin Trüm­mer­berg im Hafen von Ishi­no­ma­ki, Prä­fek­tur Miyagi.

Ins­ge­samt 22 Mil­lio­nen Ton­nen an Trüm­mern haben sich in den Prä­fek­tu­ren Iwa­te, Miya­gi und Fuku­shi­ma durch den Tsu­na­mi vom letz­ten Jahr ange­häuft. Das sind Men­gen, die nor­ma­ler­wei­se in einem Zeit­raum von 16 Jah­ren zusam­men­kom­men. Bis 2014 will die Regie­rung sämt­li­chen Schutt ent­sorgt haben. Doch die­se Ziel­set­zung könn­te sich als zu ehr­gei­zig erweisen.

Gemäss der Yomi­uri Shim­bun wur­den erst 5,6 Pro­zent der Trüm­mer fach­ge­recht ver­brannt. In den Prä­fek­tu­ren Miya­gi und Iwa­te häu­fen sich die meter­ho­hen Schutt­ber­ge an, weil nur weni­ge Gemein­den in Japan bereits sind, den Müll in ihren Ver­bren­nungs­an­la­gen zu ver­ar­bei­ten. Eine Umfra­ge der Nach­rich­ten­agen­tur Kyo­do News hat gezeigt, dass vie­le Lokal­be­hör­den aus Angst vor ver­strahl­ten Trüm­mern Hil­fe verweigern.

Dem­nach ten­die­ren 86 Pro­zent von über 1700 befrag­ten Gemein­den zu einem Nein, wenn es um die­se Fra­ge der Ent­sor­gung von Schutt aus dem Kri­sen­ge­biet geht. Bereits im April 2011 stiess die Idee des Bür­ger­meis­ters von Kawa­sa­ki, Trüm­mer aus den Tsu­na­mi-Gebie­ten in sei­ner Stadt zu ent­sor­gen, in der Bevöl­ke­rung auf viel Wider­stand (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Tokio über­nimmt

Bis­lang haben erst die Prä­fek­tu­ren Aom­ori und Yama­ga­ta sowie die Haupt­stadt Tokio Trüm­mer aus den Tsu­na­mi-Gebie­ten in ihren Ver­bren­nungs­an­la­gen ent­sorgt. Hin­zu kommt eine Stadt in der Prä­fek­tur Shi­zuoka, die auf Ver­suchs­ba­sis ihre Unter­stüt­zung ange­bo­ten hat.

Um wei­te­re Lokal­re­gie­run­gen zu über­zeu­gen, hat Pre­mier­mi­nis­ter Yoshi­hi­ko Noda gemäss der Yomi­uri Shim­bun ange­deu­tet, dass der Staat den hilfs­be­rei­ten Gemein­den eine finan­zi­el­le Unter­stüt­zung bei einer Erwei­te­rung oder Neu­bau einer Ver­bren­nungs­an­la­ge in Aus­sicht stellt. Zudem will Tokio für die Strah­len­mes­sung der Trüm­mer sei­nen finan­zi­el­len Bei­trag leisten.

Spe­zi­al­lö­sung Fukushima

Für die Prä­fek­tur Fuku­shi­ma, wo sich der Atom­un­fall vor knapp einem Jahr ereig­ne­te, gel­ten der­weil ande­re Regeln. Die 2 Mil­lio­nen Ton­nen an Trüm­mern aus die­ser Regi­on wer­den aus Sicher­heits­grün­den alle­samt in der Prä­fek­tur selbst entsorgt.