flickr/​Jun’s Fho­toJapans Wahr­zei­chen: Der Fuji.

Es ist kaum zu glau­ben, aber Japans berühm­tes­ter Berg, der Fuji, stand bis­lang nicht auf der Lis­te des UNESCO-Welt­erbes. Dies soll nun kor­ri­giert wer­den. Gemäss der japa­ni­schen Kul­tur­be­hör­de hat das Prüf­ko­mi­tee der UNESCO emp­foh­len, den Fuji in die Lis­te des Welt­erbes aufzunehmen.

Damit sind für den Vul­kan mit dem sym­me­tri­schen Kegel alle wich­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen erfüllt. Vor­aus­sicht­lich im Juni, beim kom­men­den UNESCO-Tref­fen in Kam­bo­dscha, wird der Ent­scheid offi­zi­ell bekannt gegeben.

Mit dem Fuji wird auch ein Teil des Umlan­des, ver­teilt auf die Prä­fek­tu­ren Yama­na­shi und Shi­zuoka, ins Welt­na­tur­er­be auf­ge­nom­men. Dazu gehö­ren 5 Seen sowie die Shirai­to-Was­ser­fäl­le. 70’000 Hekta­ren umfasst das schät­zens­wer­te Gebiet. Der Fuji ist mit sei­nen 3776 Metern der höchs­te Berg Japans. Seit 300 Jah­ren ruht der Vul­kan (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Der letz­te Aus­bruch datiert aufs das Jahr 1707 zurück.

Kunst und Massentourismus

Bei schö­nem Wet­ter ist sein Gip­fel von der Haupt­stadt Tokio aus sicht­bar. Seit Jahr­hun­der­ten inspi­riert sei­ne Schön­heit Maler, Poe­ten und Lite­ra­ten. Hoku­sais Farb­holz­schnitt-Serie Die 36 Ansich­ten auf den Fuji aus dem 19. Jahr­hun­dert haben den Berg welt­be­rühmt und zu dem Wahr­zei­chen Japans schlecht­hin gemacht.

Heu­te hat der Mas­sen­tou­ris­mus den Fuji fest in der Hand. Jeden Som­mer bestei­gen über 300’000 Men­schen den Gip­fel. Ein rie­si­ger finan­zi­el­ler und logis­ti­scher Auf­wand ist heu­te nötig, um die vier Rou­ten in Stand zu hal­ten und den Berg nicht zur Müll­kip­pe ver­kom­men zu las­sen. Die UNESCO-Auf­nah­me wird wohl zur Fol­ge haben, dass schon bald eine Gebühr zur Bestei­gung ein­ge­führt wer­den muss (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Kama­ku­ra abgelehnt

Der Fuji wäre die Num­mer 17 auf der UNESCO-Lis­te Japans. Eine wei­te­re Anfra­ge aus Japan hat das Prüf­ko­mi­tee der­weil abge­lehnt. Die frü­he­re Haupt­stadt Kama­ku­ra nur unweit von Tokio wird es nicht auf die begehr­te Lis­te schaffen.

Die Stadt, wo die Sho­gu­ne zwi­schen 1192 und 1333 ihren Sitz hat­ten, ist berühmt für ihre his­to­ri­schen Tem­pel- und Schrein­an­la­gen. Die 1225 erbau­te, 93 Ton­nen schwe­ren bron­ze­nen Sta­tue des Ami­da-Bud­dha im Lotus­sitz ist der tou­ris­ti­sche Anzie­hungs­punkt der Stadt, dem sich selbst US-Prä­si­dent Barack Oba­ma nicht ent­zie­hen konn­te (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Für den Rit­ter­schlag der UNESCO haben die­se Argu­men­te, zumin­dest für die­ses Jahr, nicht ausgereicht.

Update, 23. Juni 2013

Die UNESCO hat den Fuji offi­zi­ell zum Welt­erbe erklärt. Der Fuji sei ein Kul­tur­er­be, das seit Jahr­hun­der­ten Poe­ten und Künst­ler inspiriere.