Die «Gefällt mir»-Polizei

Foto: flickr/​Toby Oxbor­rowGeht ande­re Wege: Die Poli­zei in Nagoya.

Loben anstatt tadeln und bestra­fen: Nach die­sem Prin­zip ver­fah­ren die Poli­zis­ten im Bezirk Naka der Gross­stadt Nago­ya. Wer sich als Ver­kehrs­teil­neh­mer beim loka­len Bahn­hof vor­bild­lich ver­hält, der erhält von einem Poli­zis­ten eine «Gefällt mir!»-Karte aus­ge­hän­digt.

Ein Fahr­rad­fah­rer, der bei­spiels­wei­se einen Helm trägt oder nicht auf dem Geh­steig fährt (Asi­en­spie­gel berich­te­te), der wird mit einer sol­chen «ii ne»(die japa­ni­sche Face­book-Über­set­zung für «Gefällt mir»)-Bescheinigung belohnt, auf wel­cher der Poli­zist auch gleich genau ver­merkt, worfür er den Ver­kehrs­teil­neh­mer gelobt hat.

Screen­shot: pref​.aichi​.jpSo sieht die Gefällt-mir-Beschei­ni­gung aus.

Lob wird weitergeleitet

Die Kar­te selbst ist nicht nur ein Andenken, son­dern dient auch gleich als Rabatt-Kar­te für die Geschäf­te in der Umge­bung. Rund 140 Quar­tier­lä­den haben sich laut der Nach­rich­ten­agen­tur bei die­ser nicht all­täg­li­chen Akti­on beteiligt.

Erhält ein Schü­ler eine Kar­te, wird sogar die Schu­le benach­rich­tigt, damit die­se über des­sen guten Tat Bescheid weiss. Den beson­ders Vor­bild­li­chen wird sogar erlaubt, ein Foto mit dem Strei­fen­wa­gen zu machen. Drei ver­dien­te «Gefällt mir»-Karten sind dafür notwendig.

Das Ziel der Aktion

Mit die­sem Pro­jekt will die Poli­zei das gute Ver­hal­ten im Ver­kehr för­dern. Gleich­zei­tig soll damit die Zahl der Toten durch Ver­kehrs­un­fäl­le sin­ken. Denn die Prä­fek­tur Aichi, von der Nago­ya die Haupt­stadt ist, zählt offen­bar die meis­ten Unfall­to­ten in Japan.

Inwie­fern das Pro­jekt einen posi­ti­ven Ein­fluss auf die Ver­kehrs­un­fall­sta­tis­tik hat, ist noch nicht bekannt. Von der Akti­on ist die Poli­zei­sta­ti­on jedoch über­zeugt: Öffent­li­ches Lob spricht sich her­um und ver­pflich­tet zugleich, ist der Gedan­ke dahin­ter. So haben die Poli­zis­ten seit die­sem Som­mer über 2800 «Gefällt mir»-Karten verliehen.

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