Die ers­ten Pokémon-GO-Verbote

Auch im Nintendo-Land Japan hat sich Pokémon GO seit seinem Release am 22. Juli zu einem Renner entwickelt. Noch am selben Tag belegte das Smartphone-Spiel in der App-Store-Rangliste den ersten Rang. Gemäss der Asahi Shimbun kam es innerhalb der ersten Stunden nach der Veröffentlichung zu 1,35 Millionen Pokémon GO-Beiträgen in den sozialen Medien. Das ist in diesem Jahr ein Rekord.

Eine Forschergruppe der Universität Tsukuba hat den Boom auf andere Weise analysiert, wie NHK News berichtet. Im Tokioter Quartier Akihabara, dem Zentrum der japanischen Otaku-Kultur, zählte sie am 23. Juli an drei Orten all die Personen, die ihren Blick fest aufs Smartphone gerichtet hatten, Aruki-Sumaho auf Japanisch genannt.

Vor dem Bahnhof konnten sagenhafte 24,1 Prozent aller Passanten zu dieser Kategorie gezählt werden. Im Juli vor einem Jahr waren es bescheidene 7,3 Prozent. Viele hätten zudem ein typisches Pokémon GO-Spielverhalten aufgezeigt, indem sie gleich in Gruppen inmitten stark frequentierter Orten mit dem Blick aufs Smartphone den Passanten im Weg gestanden hätten.

Der Studienleiter folgert, dass es künftig wohl nicht mehr ausreiche, die Leute auf die Gefahren von Aruki-Sumaho hinzuweisen. So versucht man in Japan schon länger dieses Problem zu bekämpfen (Asienspiegel berichtete). Wahrscheinlich sei es angebracht, konkretere Massnahmen zu ergreifen.

Warnschilder und Verbote

Bereits haben einige reagiert. In den Bahnhöfen wurden zahlreiche Warnplakate aufgestellt, die Regierung liess zudem ein Merkblatt mit Gefahrenhinweisen publizieren (Asienspiegel berichtete). An einigen Orten geht man bereits einen Schritt weiter. Auf der weitläufigen Schreinanlage von Izumo, theoretisch ein idealer Standort für die Gamer, ist das Spielen von Pokémon GO gänzlich verboten. Dies hat die Leitung der heiligen Stätte auf ihrer Website bekanntgegeben.

Auch im Kotohira-gu-Schrein in der Präfektur Kagawa oder im Suwa-Schrein in der Präfektur Nagasaki wurde das Spiel ebenfalls verboten. Es sind nicht die einzigen religiösen Stätten, die zu dieser Massname gegriffen haben (siehe unten). Im Militärmarine-Hafen von Maizuru in der Präfektur Kyoto wurde ebenfalls für Besucher ein Pokémon-Go-Verbot erlassen, wie die Kyoto Shimbun berichtet.

Matsuri ohne Pokémon

Auf der Anlage der historischen Seidenspinnerei von Tomioka, seit 2014 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, hat man zwar kein Verbot ausgesprochen, verweist aber auf die Gefahren und die Gebiete, wo der Zutritt für Besucher untersagt ist. Am traditionellen Gion-Festival (Gion-Matsuri) in Kyoto wird ganz allgemein gebeten, auf Aruki-Sumaho zu verzichten. Es werden nicht die letzten Massnahmen gewesen sein. Dem Erfolg des Spiels wird dies jedoch keinen Abbruch tun.

«Bitte unterlassen Sie Aruki-Sumaho!»: Am Gion-Matsuri in Kyoto:

Pokémon-GO-Verbot auf dem Friedhofsgelände des Okunoin-Tempels auf dem Koya-san:

Pokémon-GO-Verbot im Schrein von Hachioji in der Nähe von Tokio:

Pokémon-GO-Verbot im Shiogama-Schrein in der Präfektur Miyagi:

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