Foto: flickr/​Yuya TamaiIn einem Super­markt in Japan.

Grün­tee, Wagyu, Luxus­früch­te, Soba, Udon, Süs­sig­kei­ten, Miso, Whis­ky, Sake, Fisch­pro­duk­te oder ganz ein­fach Reis: Das Ess-Para­dies Japan hat so eini­ge kuli­na­ri­sche Pro­duk­te anzu­bie­ten, die sich auch bes­tens expor­tie­ren las­sen. 2015 ver­kauf­te das Land gemäss Japan Times Lebens­mit­tel im Wert von 745 Mil­li­ar­den Yen (5,7 Mia Euro) ins Aus­land. Das war ein neu­er Rekord. Gleich­zei­tig ent­spricht dies nur gera­de mal 1 Pro­zent des japa­ni­schen Gesamt­ex­ports. Ein Vier­tel davon wird zudem nach Hong­kong ver­kauft, das eine beson­de­re Lie­be zum japa­ni­schen Essen pflegt.

Die Auto- und Elek­tro­nik­in­dus­trie sind bis heu­te die tra­gen­den Sek­to­ren des Export­lan­des Japans. Es steckt also noch viel Wachs­tums­po­ten­ti­al im Ver­kauf von japa­ni­schem Essen an die Welt. Die Regie­rung möch­te die­sen Sek­tor gar zu einer Haupt­stüt­ze des Exports machen und hat in den letz­ten Jah­ren eini­ge Han­dels­schran­ken abge­baut und viel in die Infra­struk­tur inves­tiert (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Wie gross das Poten­ti­al noch ist, zeigt das Bei­spiel Reis. Der Insel­staat sitzt auf einem rie­si­gen Berg die­ses Grund­nah­rungs­mit­tels. Der japa­ni­sche Rund­korn­reis ist sogar das ein­zi­ge Lebens­mit­tel, bei dem das Land Selbst­ver­sor­ger ist.

Rück­läu­fi­ger Reiskonsum

Der Kon­sum im Inland ist in den letz­ten Jah­ren jedoch stark rück­läu­fig. 1960 ass noch jeder Japa­ner 115 Kilo Reis im Jahr. Heu­te ist es nur noch halb so viel (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Jähr­lich sinkt der Reis­kon­sum um 80 Ton­nen, wie die Nihon Nōgyō Shim­bun berich­tet. Der Grund dafür ist die zuneh­men­de Beliebt­heit von Wei­zen­pro­duk­ten, aber auch die Über­al­te­rung der Gesell­schaft, die bei allen Lebens­mit­teln einen Nach­fra­ge­rück­gang aus­ge­löst hat.

Und so ist das Aus­land die neue Hoff­nung. Zur­zeit expor­tiert Japan jähr­lich gera­de mal knapp 10’000 Ton­nen Reis und 24’000 Ton­nen an ver­ar­bei­te­ten Lebens­mit­teln, in denen japa­ni­scher Reis steckt. Das Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums will die­se Men­ge in den kom­men­den Jah­ren ver­viel­fa­chen. Bis 2019 sol­len es 100’000 Ton­nen expor­tier­ter japa­ni­scher Reis wer­den. Japans Essen soll so Schritt für Schritt die Super­märk­te der Welt erobern.