Foto: wiki­me­dia / Oiuys­dfgDon Qui­jo­tes Riesenrad.

Ein unge­wöhn­lich geform­tes, in eine Gebäu­de­fas­sa­de ein­ge­pass­tes Rie­sen­rad: Die­se ver­rück­te Idee umge­setzt hat die Kauf­haus­ket­te Don Qui­jo­te – kurz «Don­ki» genannt – gleich vor dem berühm­ten Dot­on­bo­ri-Kanal in Osa­ka (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Bekannt gewor­den ist die Attrak­ti­on unter dem Namen «Ebi­su Tower». Es ist eine Refe­renz an den Gott des Glücks, des­sen Abbil­dung in der Mit­te des Rie­sen­rads zu sehen ist. 32 Gon­deln mit jeweils vier Plät­zen beför­dern die Gäs­te 77,4 Meter in die Höhe. Das ist genug hoch, um eine gute Aus­sicht auf die Sky­line Osakas zu erhal­ten. 15 Minu­ten dau­ert die Fahrt. 2005 wur­de die­ses Pro­jekt rea­li­siert. 2008 kam jedoch das jähe Ende. Auf den Schie­nen ent­deck­te man Ris­se. Aus Sicher­heits­grün­den muss­te der Betrieb ein­ge­stellt werden. 

Fast 10 Jah­re lang tat sich gar nichts mehr an die­ser pro­mi­nen­ten Stel­le. Auf dem Ebi­su Tower setz­te sich Staub an. Die Attrak­ti­on wur­de zu einem Unding, das sich nicht mehr so ein­fach ent­fer­nen liess. Das Inter­es­se liess jedoch nicht nach. Unzäh­li­ge Nach­fra­gen von Tou­ris­ten führ­ten zu einem Umden­ken bei Don Qui­jo­te, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berich­tet. Für 250 Mil­lio­nen Yen (1,8 Mio. Euro) liess der Kauf­haus­gi­gant das Rie­sen­rad repa­rie­ren. Die­se Woche gab es die ers­ten Test­fahr­ten. Am 19. Janu­ar wird die Attrak­ti­on nach fast 10-jäh­ri­ger Pau­se ihren Betrieb wie­der auf­neh­men. 600 Yen kos­tet das Ver­gnü­gen. Zwi­schen 11 und 23 Uhr ist das Rie­sen­rad jeweils offen. 

Der Palast der Schleuderpreise

Don Qui­jo­te ist das viel­leicht unge­wöhn­lichs­te Kauf­haus Japans. Kei­nes ist lau­ter und chao­ti­scher. Es beschreibt sich sel­ber als den «Palast der Schleu­der­prei­se». Über 260 gibt es davon in Japan. Die Unüber­sicht­lich­keit und der Lärm, ein Alb­traum für alle tra­di­tio­nel­len Kauf­häu­ser, hat bei Don Qui­jo­te Prin­zip. Jeder Able­ger ist voll­ge­stopft mit aller­lei Gütern. Man fin­det alles bei «Don­ki»: Vom Sex­spiel­zeug über Lebens­mit­tel bis zur Lou­is Vuit­­ton-Han­d­­ta­­sche. Die Läden haben die Struk­tur eines Irr­gar­tens, so dass der Kun­de auf eine Ent­de­ckungs­rei­se gezwun­gen wird und dabei auf Din­ge stösst, die er gar nie haben woll­te und den­noch kauft. Hier wird Shop­ping und Unter­hal­tung kom­bi­niert. Für vie­le aus­län­di­sche Tou­ris­ten ist Ein­kau­fen in einem Don­ki-Tem­pel schon fast ein Muss (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Foto: flickr / Aapo Haa­pa­nenDas Rie­sen­rad befin­det sich im beleb­ten Dotonbori-Viertel.
Foto: Asi­en­spie­gelDas Rie­sen­rad ist sogar Teil der Sky­line des Südens von Osaka.