Die neu­en Masken-Regeln

Eine All­tags­si­tua­ti­on im Tokio­ter Vier­tel Gin­za. Ned Snow­man / Shut​ter​stock​.com

Seit Beginn der Coro­­na-Pan­­de­­mie tra­gen die Men­schen in Japan kon­se­quent Mas­ke, drin­nen wie auch draus­sen, auf dem Fahr­rad oder auch beim Jog­gen. Hier­für ist weder ein Gesetz noch eine Ver­ord­nung not­wen­dig. Die gesell­schaft­li­che Akzep­tanz für den Mund-Nasen-Schutz in der Vor-Coro­­na-Zeit hat zu die­sem Selbst­ver­ständ­nis mass­geb­lich bei­ge­tra­gen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Die kom­men­den heis­sen Som­mer­mo­na­te berei­ten den Behör­den jedoch Sor­gen. Denn das Tra­gen eines Mund­schut­zes erhöht auto­ma­tisch das Risi­ko eines Hitz­schlags. Des­we­gen gab das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um schon vor zwei Jah­ren die Emp­feh­lung her­aus, die Mas­ke im Frei­en able­gen zu dür­fen, sofern man zwei Meter Abstand zuein­an­der hat. Der Auf­ruf zeigt jedoch wenig Erfolg.

Die neu­en Empfehlungen

Nun wagt die Regie­rung einen neu­en Ver­such. Ver­gan­ge­ne Woche publi­zier­te sie neue Emp­feh­lun­gen, die kon­kret ange­ben, in wel­chen Fäl­len das Tra­gen einer Mas­ke nicht mehr unbe­dingt not­wen­dig ist. Dem­nach gilt gene­rell in Innen­räu­men und in öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln unver­än­dert die Bit­te, einen Mund­schutz zu tragen. 

Hin­ge­gen soll das Mas­ken­tra­gen im Aus­sen­be­reich künf­tig locke­rer gehand­habt wer­den. Gemäss den Emp­feh­lun­gen kann man die Mas­ke im Frei­en in fol­gen­den Situa­tio­nen ablegen:

  • Wenn man genü­gend Abstand zuein­an­der hat (gilt für alle nach­fol­gen­den Szenarien)
  • Wenn man aus­schliess­lich mit Fami­li­en­mit­glie­dern zusam­men ist
  • Beim Spa­zie­ren oder Joggen 
  • Bei kur­zen Kon­ver­sa­tio­nen, selbst wenn nicht genü­gend Abstand gege­ben ist
  • Auf dem Fahrrad

Für Innen­räu­me machen die Exper­ten der Regie­rung eine Aus­nah­me: Wenn genü­gend Abstand sicher­ge­stellt wer­den kann und Kon­ver­sa­tio­nen nicht not­wen­dig sind. Als ein Bei­spiel wur­de ein Biblio­theks­be­such mit wenig Anwe­sen­den genannt. Auch für Schul­kin­der hat das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um die Emp­feh­lun­gen gelo­ckert. Bei Sport und Spie­len in Aus­sen­be­rei­chen oder auch auf dem Schul­weg an Hit­ze­ta­gen kön­nen die Kin­der auf die Mas­ke verzichten. 

Umden­ken in der Öffentlichkeit

Die Emp­feh­lun­gen decken sich mit den Emp­fin­dun­gen der Öffent­lich­keit. So ergab eine Umfra­ge der Mai­ni­chi Shim­bun, dass 69 Pro­zent der Befrag­ten es für rich­tig hal­ten, den Mund­schutz im Frei­en abzu­le­gen, sofern sich nur weni­ge Men­schen in der unmit­tel­ba­ren Gegend befin­den. Nur noch 22 Pro­zent wol­len am bis­he­ri­gen Mas­ken­tra­gen in allen Situa­tio­nen fest­hal­ten. 9 Pro­zent hal­ten es sogar für unnö­tig. Die Emp­feh­lun­gen die­nen zugleich als hilf­rei­che Richt­li­ni­en für den kom­men­den Neu­start des Ein­rei­se-Tou­ris­mus (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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