News. Reisen. Japan. Von Jan Knüsel.

Die Zukunft von Tokios Fischmarkt

Die Thunfischauktion in Tsukiji. (Foto: Asienspiegel)

Die Thunfischauktion in Tsukiji. (Foto: Asienspiegel)

Eigentlich war schon alles gebaut, vorbereitet und geplant. Am 2. November 2016 sollte die letzte Thunfischauktion im alten Tsukji-Fischmarkt in Tokio stattfinden und schon am 7. November 2016 würde nach 15-jähriger Planungs- und Bauzeit der neue Fischmarkt in Toyosu, 2,3 Kilometer südlich von Tsukiji, für rund 600 Grosshändler eröffnet. Der Countdown lief, der 580 Milliarden Yen (5 Mia Euro) teure Neubau in Toyosu war fertiggestellt.

Doch dann wurde alles fürs Erste gestoppt (Asienspiegel berichtete). Die neue Gouverneurin Yuriko Koike liess den neuen Fischmarkt auf mögliche Verschmutzungen testen. Denn die Stätte in Toyosu, wo früher Gasproduzent Tokyo Gas zuhause war, wurde offenbar nur mangelhaft dekontaminiert. Anstatt die oberste Erdschicht komplett abzutragen und mit neuer sauberer Erde zu ersetzen, kam zum Vorschein, dass an manchen Orten der Markt einfach erhöht gebaut wurde, ohne den Boden mit neuer Erde aufzuschütten. Neue Untersuchungen ergaben zudem, dass einige Stellen noch immer erhöhte toxische Werte aufwiesen.

Toyosu und Tsukiji

Ein halbes Jahr später hat Gouverneurin Koike nun einen Entscheid gefällt, wie die Sankei Shimbun berichtet. Der Fischmarkt wird trotz allem nach Toyosu umziehen. Vorher werde man aber Massnahmen für die Dekontamination und Sicherheit des Ortes ergreifen, versprach sie an einer Pressekonferenz. Toyosu wird somit endgültig zum neuen Verteilzentrum und Grosshandelsmarkt für die Fischbranche in Tokio. Der Umzug wird wird voraussichtlich im Mai 2018 stattfinden.

Gleichzeitig wird Tsukiji nicht nur als weltbekannte Marke, sondern auch als Standort erhalten bleiben. Hierfür soll der Ort in den kommenden fünf Jahren neu entwickelt und zu einem Zentrum der Esskultur werden. Gleichzeitig will man beim neuen Vorhaben auch für die Zwischengrosshändler, die man ursprünglich vollständig nach Toyosu verschieben wollte, eine Infrastruktur zur Verfügung stellen. Somit soll der traditionsreiche Tsukiji-Fischmarkt auf die eine oder andere Weise der Hauptstadt erhalten bleiben.

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