Das Land des Grüntees

Saka­rin Sawas­dina­ka / Shut​ter​stock​.comGrün­­tee-Ern­­te in der Prä­fek­tur Shizuoka.

Der japa­ni­sche Grün­tee ist nicht nur gesund (Asi­en­spie­gel berich­te­te), son­dern auch ein hoch­wer­ti­ger Genuss. Je nach Anbau­ge­biet, Ver­ar­bei­tung und Sor­te vari­iert der Geschmack. Die Viel­falt ist gross. Der Sen­cha ist die mit Abstand häu­figs­te Sor­te. Sie macht knapp 60 Pro­zent der Pro­duk­ti­on aus. Die teu­ers­te Sor­te ist der­weil der Gyo­kuro, des­sen Blät­ter 20 Tage vor der Ern­te im Schat­ten auf­ge­zo­gen wer­den. Die­ser ist rund vier­mal so teu­er wie der Sencha. 

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Es ist letzt­end­lich die Art der Auf­zucht und Ver­ar­bei­tung, die die ein­zel­nen Sor­ten von­ein­an­der unter­schei­den. Der ers­te und wich­tigs­te Schritt nach dem Pflü­cken ist jeweils das Dämp­fen, Rol­len und Trock­nen der Blät­ter, um die Fer­men­ta­ti­on zu unter­bin­den. Dar­aus ent­steht der soge­nann­te Aracha, der «Roh­tee», der anschlies­send wei­ter ver­kauft, ver­ar­bei­tet und ver­fei­nert wird. 

Die zwei Giganten

Jef Wod­niack / Shut​ter​stock​.comGrün­tee-Ern­te in Kagoshima.

Anbau­ge­bie­te hat es in 37 von 47 Prä­fek­tu­ren, wirk­lich gros­se Pro­du­zen­ten gibt es jedoch nur weni­ge. Shi­zuoka, die Prä­fek­tur beim Berg Fuji, ist seit jeher der Gigant des Grün­tees (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Kei­ne ande­re Regi­on ver­fügt über mehr Anbau­flä­che. Im ver­gan­ge­nen Jahr stell­te sie 25’200 Ton­nen Roh­tee her. Das sind 36 Pro­zent der lan­des­wei­ten Produktion. 

Dies­be­züg­lich kann nur eine Prä­fek­tur mit­hal­ten. Es ist Kago­shi­ma, die pro Jahr 23’900 Ton­nen Roh­tee pro­du­ziert. Und dabei besitzt die­se Regi­on am Süd­zip­fel der Süd­in­sel Kyus­hu ledig­lich 60 Pro­zent der Anbau­flä­che von Shi­zuoka und war 1959 mit 2700 Ton­nen Ertrag noch ein klei­ner Mit­spie­ler. Gelun­gen ist die­ses Wachs­tum mit geziel­ten Inves­ti­tio­nen in die Bran­che, einer fast voll­stän­di­gen Mecha­ni­sie­rung des Anbaus und häu­fi­ge­ren Ern­ten. Die bei­den Prä­fek­tu­ren pro­du­zie­ren zusam­men 70 Pro­zent des inlän­di­schen Grün­tees. Wei­te­re 11 Pro­zent stam­men aus Mie und Miya­za­ki. Kyo­to, das berühmt für den Gyo­kuro-Anbau ist, liegt an fünf­ter Stelle. 

Grün­tee im 21. Jahrhundert

Asi­en­spie­gelGrün­tee aus der PET-Flasche.

Der Grün­tee erlebt seit der Jahr­tau­send­wen­de einen Umbruch. Die Gesamt­pro­duk­ti­on nimmt seit zwan­zig Jah­ren in klei­nen Schrit­ten kon­ti­nu­ier­lich ab. Der hei­mi­sche Markt ist durch die über­al­tern­de Gesell­schaft gesät­tigt. 2002 kon­su­mier­te ein Haus­halt pro Jahr 1,1 Kilo Grün­tee. 2016 waren es noch 856 Gramm.

Zudem hat sich die Art, wie man Grün­tee kon­su­miert, ver­än­dert. Seit 2007 gibt ein Haus­halt mehr für fer­tig ver­ar­bei­te­ten Grün­tee aus der PET-Fla­sche als für fri­schen Grün­tee aus der Packung aus. Das sind nicht unbe­dingt schlech­te Nach­rich­ten. Mit dem Grün­tee als Erfri­schungs­ge­tränk fand die Bran­che einen neu­en lukra­ti­ven Absatz­markt. Damit trug sie auch mass­geb­lich dazu bei, dass heu­te in den Geträn­ke­re­ga­len der Super­märk­te und in den Ver­kaufs­au­to­ma­ten ein rie­si­ges Ange­bot an gesun­den und kom­plett unge­zu­cker­ten Tee­sor­ten besteht (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Die Vor­zü­ge der japa­ni­schen Grün­tee­kul­tur haben sich längst her­um­ge­spro­chen. Der Export steigt seit nun­mehr zwan­zig Jah­ren an. Ins­be­son­de­re Matcha, der pul­ve­ri­sier­te Grün­tee, erlebt einen Boom. Der japa­ni­sche Grün­tee hat so gese­hen noch viel Wachstumspotential.

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