Die Herbst­sze­ne­rie von Tsutanuma

Herbst beim Tsuta­nu­ma. higrace / Shut​ter​stock​.com

Noch sind die Tem­pe­ra­tu­ren in Japan durch­schnitt­lich hoch. Erst am gest­ri­gen 20. Okto­ber 2022 wur­de zum ers­ten Mal seit vier Mona­ten an kei­nem ein­zi­gen Ort mehr Tem­pe­ra­tu­ren von über 30 Grad gemes­sen. Je nach Regi­on lagen die Tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen 16 und 23 Grad. Wäh­rend­des­sen nähert sich im Nord­os­ten des Lan­des das far­ben­präch­ti­ge Herbst­laub dem Höhe­punkt. Ein Hot­spot die­ser Regi­on ist das Gebiet Tsu­ta Nana Numa («Tsu­ta Seven Lakes») in der Prä­fek­tur Aom­ori. Es ist ein dicht bewal­de­tes Sumpf­ge­biet mit sie­ben Wei­hern, die durch einen Wan­der­weg ver­bun­den sind. Der Aus­gangs­punkt die­ser Wan­de­rung ist das nahe gele­ge­ne Tsu­ta Onsen Ryo­kan. Das gröss­te Gewäs­ser ist der Wei­her Tsuta­nu­ma. Jeweils von Mit­te Okto­ber bis Mit­te Novem­ber prä­sen­tiert sich dort eine male­ri­sche Herbst­laub­sze­ne­rie, die sich an einem kla­ren Mor­gen bei Wind­stil­le auf dem See spiegelt. 

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Gegen den Übertourismus

Die Herbst­far­ben des Wal­des bei Tsuta­nu­ma nähern sich der­zeit ihrem schöns­ten Zustand. Um einen Andrang auf der Aus­sichts­platt­form zu ver­hin­dern, haben die Behör­den den Zugang ein­ge­schränkt. Zutritt erhal­ten nur die Per­so­nen, die sich vor­gän­gig online ange­mel­det haben. Die­se Mass­nah­me wur­de vor zwei Jah­ren ein­ge­führt. Zu stark hat­te die Umwelt die­ser Regi­on unter dem Über­tou­ris­mus und den damit ver­bun­de­nen Staus in der Vor-Coro­na-Zeit gelit­ten. Über­haupt hat die Reser­va­ti­ons­pflicht für Besu­che von Sehens­wür­dig­kei­ten wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie zuge­nom­men. Es ist ein viel­ver­spre­chen­des Zei­chen dafür, dass man nicht wie­der zurück in das unkon­trol­lier­te tou­ris­ti­sche Cha­os zurück­keh­ren will (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Das Sandan Kōyō-Phä­no­men

Die Herbst­laub­kar­te von Wea­ther­news. Wea​ther​news​.jp

Damit man die schöns­ten Herbst­far­ben nicht ver­passt, wer­den in Japan Vor­her­sa­ge­kar­ten publi­ziert, die einen Über­blick über den aktu­el­len Stand in allen Regio­nen des Lan­des schaf­fen. In den höhe­ren Lagen zei­gen sich die male­ri­schen Sze­ne­ri­en mehr­heit­lich ab Mit­te und Ende Okto­ber von der schöns­ten Sei­te. Dabei hat auch die Über­gangs­zeit ihren Reiz. So ist zur­zeit in der Berg­welt von Haku­ba in der Prä­fek­tur Naga­no, das soge­nann­te Sandan Kōyō zu beob­ach­ten. Von die­sem Phä­no­men wird gespro­chen, wenn der ers­te Schnee auf den Gip­feln, die Herbst­far­ben in den Wäl­dern dar­un­ter und das ver­blei­ben­de Grün am Fus­se des Ber­ges gleich­zei­tig zu sehen sind. 

In den Ebe­nen und im Süden des Lan­des wird es Novem­ber, bis der Höhe­punkt die­ser Jah­res­zeit erreicht ist. Zum Bei­spiel wird für die berühm­te Regi­on Ara­shiy­a­ma in Kyo­to (Asi­en­spie­gel berich­te­te) der Höhe­punkt der Laub­fär­bung [für den Zeit­raum vom 23. Novem­ber 2022] (https://​wea​ther​news​.jp/​s​/​t​o​p​i​c​s​/​2​0​2​2​1​0​/​1​2​0115/) erwar­tet.


Der Stand­ort der Tsu­ta Seven Lakes


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