flickr/​*key1jpEin Mas­sen­e­vent: Das Fuji Rock Fes­ti­val im Jahr 2007.

Zum 15. Mal lockt das Fuji Rock Fes­ti­val die­ses Jahr inter­na­tio­na­le Stars nach Japan. Das gröss­te Open­air wird die­ses Wochen­en­de rund 125’000 Men­schen ins Nae­ba-Ski­ge­biet, Prä­fek­tur Iba­ra­ki, füh­ren. 214 Künst­ler wer­den erwar­tet, dar­un­ter Cold­play, Che­mi­cal Bro­thers, die Kai­ser Chiefs oder Yel­low Magic Orchestra.

Dabei war für die Ver­an­stal­ter lan­ge nicht klar, ob das Fes­ti­val über­haupt statt­fin­den wür­de. Immer­hin ist das Nae­ba-Ski­ge­biet nur 120 Kilo­me­ter vom hava­rier­ten AKW Fuku­shi­ma ent­fernt. Nach der Drei­fach­ka­ta­stro­phe vom 11. März war Fes­ti­val­grün­der Masa Hida­ka mit sei­nen Ange­stell­ten ein­zig damit beschäf­tigt, die Künst­ler und ihre Mana­ger mit Infor­ma­tio­nen über die AKW-Kata­stro­phe auf dem Lau­fen­den zu hal­ten, wie er CNN erklärt. Hida­ka ist der Besit­zer des Unter­neh­mens SMASH, wel­ches das Fuji Rock organisiert.

«Es wird emotional»

Japan stell­te nach dem 11. März auf Selbst­ver­zicht um. Fei­ern war in den Wochen nach der Kata­stro­phe ver­pönt (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Doch inzwi­schen hat sich die Lage in Japan etwas ent­spannt, auch wenn die Fol­gen der Kata­stro­phe bis heu­te nach­wir­ken und der Wie­der­auf­bau im Nord­os­ten erst lang­sam Gestalt annimmt. In den Aus­geh­vier­teln der Gross­städ­te wird an den Wochen­en­den wie­der gefei­ert. Und auch die von ver­schie­de­nen Regie­run­gen ver­häng­ten Rei­se­war­nun­gen für Japan sind längst wie­der aufgehoben.

Auch Fuji Rock hielt an der Aus­tra­gung des Fes­ti­vals fest. Er per­sön­lich habe in den Wochen nach der Kata­stro­phe nicht eine Sekun­de an eine Annul­lie­rung gedacht, sagt Hida­ka. Das Musik­fes­ti­val soll den Musik­fans nach den schwie­ri­gen Mona­ten eine gute, ent­span­nen­de Zeit besche­ren. Kaum eine inter­na­tio­na­le Band hat abge­sagt. Sie wol­len ihre Soli­da­ri­tät mit Japan zum Aus­druck brin­gen. Orga­ni­sa­tor John­nie Fin­gers von SMASH ver­spricht sich gegen­über der Nach­rich­ten­agen­tur AFP ein spe­zi­el­les Fes­ti­val: «Es wird zwei­fel­los sehr emo­tio­nal werden.»

Neben der Bühne

Die Orga­ni­sa­to­ren wer­den in Zusam­men­ar­beit mit Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, die in der Kri­sen­re­gi­on tätig sind, Spen­den für die Tsu­na­mi-Opfer sam­meln und das Augen­merk ver­stärkt auf Umwelt­fra­gen legen. So wer­den gemäss der Nik­kei Shim­bun die Beleuch­tung und die gesam­ten Musik­an­la­gen allei­ne durch erneu­er­ba­re Ener­gie gespiesen.

Zudem wird Masa Hida­ka mit Ato­mic Café ein längst tot geglaub­tes Event als Neben­ver­an­stal­tung des Fuji Rock Fes­ti­vals wie­der ins Leben rufen. In den 1980er-Jah­ren orga­ni­sier­te er unter die­sem Label, in Anleh­nung an den 1982er-Doku­men­tar­film, eine Kon­zert­rei­he gegen die Nukle­ar­po­li­tik. Man wol­le nie­man­dem etwas auf­zwin­gen, betont Hida­ka gegen­über der Nik­kei Shim­bun. Viel­mehr sol­len grund­sätz­li­che Fra­gen zu Atom­ener­gie gestellt werden.

Am dies­jäh­ri­gen Fuji Rock wer­den neben­bei Lebens­mit­tel aus Fuku­shi­ma erhält­lich sein, die für sicher befun­den wur­den. «Der Wie­der­auf­bau wird auch im schnells­ten Fall 4 bis 5 Jah­re dau­ern», bemerkt Hida­ka. Es sei den Orga­ni­sa­to­ren des­halb ein Anlie­gen auch bei künf­ti­gen Ver­an­stal­tun­gen die Kri­sen­re­gi­on zu unterstützen.