Zuerst der Fami­li­en­na­me, dann der Vorname

Foto: Depo​sit​pho​tos​.comAuf den Torii im berühm­ten Fus­hi­mi-Ina­ri-Schrein in Kyo­to ste­hen die Namen der Sponsoren.

In Japan heisst es nicht Hayao Miya­za­ki, Haru­ki Mura­ka­mi und Take­shi Kita­no, son­dern Miya­za­ki Hayao, Mura­ka­mi Haru­ki und Kita­no Take­shi. Der Fami­li­en­na­me wird stets vor dem Vor­na­men genannt. Die­se Regel gilt übri­gens nicht nur in Japan, son­dern in ganz Ost­asi­en. In Chi­na ist es Xi Xin­ping, in Süd­ko­rea Moon Jae-in oder in Nord­ko­rea Kim Jong-un. Die west­li­chen Medi­en hal­ten sich bei der Nen­nung der höchs­ten Ver­tre­ter die­ser Län­der auch ganz treu an die tra­di­tio­nel­le Rei­hen­fol­ge. Im Fall von Japan hin­ge­gen schrei­ben sie den Vor­na­men kon­se­quent zuerst. Das hat sich über die Jahr­zehn­te so etabliert. 

Okto­ber 2020 – Die­ser Blog kann ohne die Unter­stüt­zung der Leser nicht über­le­ben. Mit einem frei­wil­li­gen Abo tra­gen Sie dazu bei, dass die­ses täg­li­che Stück Japan auch nach 11 Jah­ren wei­ter­exis­tiert – unab­hän­gig, kos­ten­los und frei von Goog­­le-Wer­bun­­gen. Herz­li­chen Dank! Ich blei­be täg­lich dran, bis die­se Kri­se über­stan­den ist und dar­über hinaus.

Der japa­ni­sche Aus­sen­mi­nis­ter Taro Kono stört sich an die­ser Tat­sa­che, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berich­tet. Im Vor­feld des kom­men­den G-20-Gip­fels in Japan bit­tet er nun die west­li­chen Medi­en, sich an die tra­di­tio­nel­le Rei­hen­fol­ge zu hal­ten. Er beruft sich dabei auf eine Emp­feh­lung des Bil­dungs­mi­nis­te­ri­ums aus dem Jahr 2000. Dem­nach müss­te man nun künf­tig Pre­mier­mi­nis­ter Abe Shin­zo oder Aus­sen­mi­nis­ter Kono Taro schreiben. 

Für jeden, der Japa­nisch spricht, ist es eine ver­ständ­li­che Bit­te. Letzt­end­lich gilt es aber für die west­li­chen Jour­na­lis­ten und Ver­la­ge, sich intern auf eine ein­zi­ge Schreib­wei­se bzw. Rei­hen­fol­ge fest­zu­le­gen und sich dar­an zu hal­ten, um den Leser nicht zu ver­wir­ren. Eine abrup­te Umstel­lung ist nach so vie­len Jahr­zehn­ten gar nicht so ein­fach. Aus die­sem Grund wer­de auch ich, wohl oder übel, die Vor­na­me-Nach­na­me-Rei­hen­fol­ge bei­be­hal­ten, genau wie ich mich seit Jah­ren an die zuge­ge­ben komi­sche Duden-Schreib­wei­se «Tokio» hal­te, obwohl die offi­zi­el­le Tran­skrip­ti­on eigent­lich «Tokyo» heis­sen müsste.

Der japa­ni­sche Familienname

Bis zum Ende der Edo-Zeit 1868 tru­gen übri­gens nur der Adel und die Krie­ger­klas­se in Japan Fami­li­en­na­men. Ab 1875 muss­te sich schliess­lich jeder Japa­ner mit einem Fami­li­en­na­men regis­trie­ren. Vie­le hat­ten schon lan­ge inof­fi­zi­ell einen Namen, ande­re muss­ten einen erfin­den. Eine wei­te­re Eigen­heit ist die Viel­falt. So soll es rund 100‘000 ver­schie­de­ne japa­ni­sche Fami­li­en­na­men geben (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Zum Ver­gleich: In Chi­na sind schät­zungs­wei­se 3000 in Anwen­dung. In Korea etwas mehr als 280.

An wel­che Regel hältst du dich, wenn du auf Deutsch japa­ni­sche Namen schreibst?

Im Shop
An alle Leser
Freiwilliges Abo

An alle Leser

Mit einem frei­wil­li­gen Abo sichern Sie die Zukunft die­ses unab­hän­gi­gen Blogs.

MEHR ERFAHREN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN

In Japan
Buch

In Japan

Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der 6. Auflage.

BUCH KAUFEN

asia-intensiv
Shinsen
Sato
Schuler Auktionen
Yu-an
Butcher
Nooch
Bimi
Kabuki
Negishi
Aero Telegraph
Shizuku
cas-ostasien
Asia Society
Gustav Gehrig
Edomae
Japan Wireless
Depositphotos 1b
Prime Travel
Kokoro
Kalligrafie
Japan Rail Pass
Kabuki_2
Keto-Shop
Depositphotos 2
Depositphotos 1