Das Jahr des Tigers

In Japan hat in der Tra­di­ti­on der zwölf chi­ne­si­schen Tier­kreis­zei­chen das Jahr des Tigers (jp. tora­do­shi) begon­nen. Hayao Miya­za­ki, Grün­der des legen­dä­ren Stu­dio Ghi­b­li (Asi­en­spie­gel berich­te­te), hat die­ses Ereig­nis auf sei­ne Wei­se begrüsst. In Anwe­sen­heit des Pro­du­zen­ten und Mit­grün­ders Toshio Suzu­ki hat er einen süs­sen Tiger auf Papier gezeich­net. Dar­aus wur­de auf dem offi­zi­el­len Twit­ter-Kon­to des Ani­me-Stu­di­os eine digi­ta­le Neu­jahrs­kar­te (sie­he ganz unten). 

Janu­ar 2022 – Ich wün­sche allen ein fro­hes neu­es Jahr! Ein ganz spe­zi­el­ler Dank geht an alle Leser, die die­sen Blog mit einem Abo unter­stüt­zen.

Die guten und die gefähr­li­chen Seiten

Ein Tiger-Bild im Shio­ga­ma-Schrein in der Prä­fek­tur Miya­gi im Dezem­ber 2021. wakamatsu.h / Shut​ter​stock​.com

Obwohl der Tiger in Japan nie hei­misch war, nahm er in der Kul­tur des Lan­des eine beson­de­re Rol­le ein, so zum Bei­spiel als Wäch­ter­fi­gur in Schrein- und Tem­pel­an­la­gen oder auch als Motiv in der Male­rei. Wäh­rend das Rind 2021 für har­te Arbeit, Zuver­läs­sig­keit und Loya­li­tät stand (Asi­en­spie­gel berich­te­te), ist der Tiger ein Sym­bol der Ener­gie und Stär­ke. Es ist ein Wech­sel von einem sanf­ten und lang­sa­men zu einem kraft­vol­len und schnel­len Tier. Damit ver­bun­den ist die Hoff­nung, dass die Welt 2022 mit Zuver­sicht und Mut angeht. Sie hat es in die­ser schwie­ri­gen Zeit drin­gend nötig. 

Der Tiger wird aber auch mit Kon­fron­ta­ti­on in Ver­bin­dung gebracht. Als Bei­spiel wird in den japa­ni­schen Medi­en ger­ne die Kuba­kri­se im Tiger­jahr 1962 oder auch der Aus­bruch des Korea-Kriegs 1950 genannt. In Zei­ten der zuneh­men­den geo­po­li­ti­schen Kon­flik­te wie in der Ukrai­ne oder in Tai­wan ist ein sol­ches Jahr ent­spre­chend auch mit Risi­ken ver­bun­den. Das gilt auch für den Akti­en­markt. Seit 1950 schloss der Nik­kei-Index in einem Tiger­jahr in fünf von sechs Fäl­len im Minus ab. 1986 war die gros­se Aus­nah­me, als der Index um sagen­haf­te 42,6 Pro­zent an Wert zuleg­te. Es war die wil­de Zeit der Bub­b­le Eco­no­my, die nur weni­ge Jah­re spä­ter ein abrup­tes Ende neh­men sollte. 

Das gebur­ten­star­ke Jahr 1974

Im Jahr des Tigers sind in Japan ins­ge­samt 10,25 Mil­lio­nen Men­schen gebo­ren, 5,26 Mil­lio­nen Frau­en und 4,99 Mil­lio­nen Män­ner. Sie stel­len damit 8,2 Pro­zent der Gesamt­be­völ­ke­rung. Das gebur­ten­stärks­te Tiger­jahr war 1974, als 1,98 Mil­lio­nen Men­schen gebo­ren wur­den. Es waren die Zei­ten der zwei­ten Baby­boom-Gene­ra­ti­on in Japan. 2010 waren es nur noch 1,06 Mil­lio­nen Gebur­ten. Die 1998 gebo­re­ne Golf­spie­le­rin Hina­ko Shi­bu­no, die 2019 im Women’s Bri­tish Open tri­um­phier­te oder der 1974 gebo­re­ne ehe­ma­li­ge Base­ball-Star Hide­ki Mat­sui, der 2009 mit den New York Yan­kees als wert­volls­ter Spie­ler die World Series gewann, sind berühm­te Japa­ner, die in einem Jahr des Tigers gebo­ren wurden.

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