Die Rück­kehr der Massen

Massenandrang im Kiyomizu-Tempel in Kyoto während der Neujahrszeit 2017.
Mas­sen­an­drang im Kiyo­mi­zu-Tem­pel in Kyo­to wäh­rend der Neu­jahrs­zeit 2017. Sav­va­panf Pho­to / Shut​ter​stock​.com

Im ers­ten Halb­jahr 2023 besuch­ten gemäss JNTO mehr als 10 Mil­lio­nen aus­län­di­sche Tou­ris­ten den Insel­staat (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Damit ist Japan nach einer drei­jäh­ri­gen pan­de­mie­be­ding­ten Flau­te end­gül­tig wie­der im tou­ris­ti­schen Auf­schwung. Der güns­ti­ge Yen hat sicher­lich zu die­ser posi­ti­ven Ent­wick­lung bei­ge­tra­gen. Hin­zu kommt der boo­men­de Inlands­tou­ris­mus. Den­noch bedeu­tet die­se Halb­jah­res­zahl immer noch ein sat­tes Minus von 35 Pro­zent. Der Grund dafür liegt zum einen in der Über­las­tung der Luft­fahrt­in­dus­trie. Die Zahl der inter­na­tio­na­len Flug­ver­bin­dun­gen war bis zum Som­mer­flug­plan chro­nisch nied­rig (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Der weit­aus wich­ti­ge­re Grund war jedoch das von Peking ver­häng­te Ver­bot für chi­ne­si­sche Grup­pen­rei­sen. Dies führ­te dazu, dass von Janu­ar bis Juni 2023 nur knapp 600‘000 chi­ne­si­sche Indi­vi­du­al­tou­ris­ten den Insel­staat besuch­ten. Zum Ver­gleich: Noch 2019 reis­ten 9,6 Mil­lio­nen Men­schen vom chi­ne­si­schen Fest­land nach Japan und stell­ten damit ein Drit­tel aller aus­län­di­schen Touristen. 

Drei Jah­re lang galt das Ver­bot für Grup­pen­rei­sen. Doch nun hat Peking es auch für Rei­sen nach Japan auf­ge­ho­ben. Damit ste­hen die Türen zum Nach­bar­land wie­der weit offen. Für die zwei­te Jah­res­hälf­te ist mit einem star­ken Anstieg der inter­na­tio­na­len Gäs­te zu rech­nen, wobei es erfah­rungs­ge­mäss eini­ge Zeit dau­ern wird, bis die Zahl der Flug­ver­bin­dun­gen von Chi­na nach Japan wie­der das alte Niveau erreicht. 

Freud und Leid

Die japa­ni­sche Tou­ris­mus­bran­che wird sich über die Ent­schei­dung Pekings freu­en. Noch bis 2019 hat sie sich ganz auf die­se Kli­en­tel ein­ge­stellt. Die Kauf­lust der chi­ne­si­schen Grup­pen­rei­sen­den war jah­re­lang Garant für sta­bil hohe Ein­nah­men. Auf Japa­nisch sprach man in die­sem Zusam­men­hang vom Phä­no­men des baku­gai, des Kauf­rau­sches. Kauf­häu­ser, Hotels und gros­se Tou­ris­ten­at­trak­tio­nen kön­nen ab dem Spät­som­mer mit stei­gen­den Umsät­zen rech­nen (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Die­se Ent­wick­lung hat­te aber auch ihre Schat­ten­sei­ten. In den Tou­ris­ten­städ­ten, vor allem in der alten Kai­ser­stadt Kyo­to, nahm der Über­tou­ris­mus über­hand (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Mit der Rück­kehr der Chi­ne­sen wird sich die­ses Phä­no­men wie­der ver­schär­fen. Das bedeu­tet nichts ande­res, als dass es in den Städ­ten der klas­si­schen Gol­de­nen Rou­te wie Tokio, Kyo­to, Osa­ka und Hiro­shi­ma in den nächs­ten Mona­ten zwangs­läu­fig enger wer­den wird.

Die gute Nach­richt ist jedoch, dass Japan ein rie­si­ges Land mit vie­len wun­der­schö­nen Regio­nen ist, die von aus­län­di­schen Tou­ris­ten immer noch all­zu ger­ne über­se­hen wer­den. Eine Haupt­auf­ga­be der japa­ni­schen Tou­ris­mus­be­hör­de wird es sein, die­se Viel­falt allen Gäs­ten aus Über­see näher zu brin­gen. Wie man dem Stress des Über­tou­ris­mus ent­ge­hen kann, habe ich in die­sem Arti­kel zusammengefasst.

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