Eine «Geimpft»-Markierung im Restaurant

Ein Miraiz­a­ka-Restau­rant der Wata­mi-Grup­pe. Asanagi / Wiki­me­dia CC

Wata­mi gehört zu den gros­sen Gas­tro­no­mie­un­ter­neh­men in Japan. 431 Able­ger besitzt die Grup­pe, die sich als Betrei­be­rin unter­schied­li­cher Restau­rants im Iza­ka­ya-Knei­pen-Stil einen Namen gemacht hat (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Dazu gehö­ren Ket­ten wie Wata­mi, Kami­mu­ra, Tori­me­ro oder Miraiz­a­ka (sie­he Foto oben). Auch TGI Friday’s ist Teil die­ser Grup­pe. Die Coro­na-Pan­de­mie hat das Unter­neh­men in eine schwe­re Kri­se gestürzt. Der Ver­lust im Geschäfts­jahr 2020, das im März 2021 zu Ende ging, betrug 11,58 Mil­li­ar­den Yen. 159 Restau­rants muss­te die Grup­pe schliessen. 

Wenn Sie die­sen Arti­kel gra­tis lesen, bezah­len ande­re dafür. Mit einem Abo sichern Sie die Zukunft die­ses Japan-Blogs.

Um die­se Kri­se zu über­ste­hen, erfin­det sich Wata­mi neu. Nicht mehr Iza­ka­ya-Knei­pen, son­dern Restau­rants, die sich auf Yaki­ni­ku (japa­ni­sches Bar­be­cue) (Asi­en­spie­gel berich­te­te) und Fried Chi­cken spe­zia­li­sie­ren, und ein ver­stärk­ter Fokus auf Deli­very-Dienst­leis­tun­gen sol­len die Grup­pe wie­der in die schwar­zen Zah­len füh­ren. Für die­sen Umbruch hat sie von der Deve­lop­ment Bank of Japan sogar eine Finanz­hil­fe in der Höhe von 10 Mil­li­ar­den Yen erhal­ten. Dies ist Teil eines staat­li­chen Pro­gramms, um der ange­schla­ge­ne Restau­rant- und Hotel­bran­che bei der Umstruk­tu­rie­rung zu helfen. 

Imp­fen oder testen

Zusätz­lich greift die Unter­neh­mens­füh­rung von Wata­mi zu einer für die Bran­che in Japan neu­en Mass­nah­me, um das Ver­trau­en der Kun­den wie­der­zu­ge­win­nen. Sie ver­sucht, ihre 1500 Fest­an­ge­stell­ten und 7000 Teil­zeit­an­ge­stell­ten aktiv zum Imp­fen zu bewe­gen. Mit­ar­bei­ter, die dies nicht möch­ten, müs­sen sich künf­tig wöchent­lich tes­ten las­sen. Die geimpf­ten wie auch die nega­tiv getes­te­ten Ange­stell­ten wer­den auf der Uni­form eine ent­spre­chen­de Info-Mar­kie­rung tra­gen. Für Wata­mi gehe es dar­um, die Impf­kam­pa­gne zu för­dern und ein siche­res Umfeld für Mit­ar­bei­ter und Gäs­te zu schaf­fen. Ver­bun­den damit ist die Hoff­nung, dass die Kun­den wie­der ver­mehrt die Restau­rants der Grup­pe auf­su­chen. Das Kon­zept will Wata­mi zunächst in einem Teil der Restau­rants tes­ten. Spä­ter soll die Regel für alle Betrie­be gelten. 

Ein Gra­tis­ge­tränk für dop­pelt Geimpf­te. Wata­mi

Zugleich ver­sucht Wata­mi auch die Kun­den zur Imp­fung zu ani­mie­ren, indem sie seit Juni allen dop­pelt Geimpf­ten in sämt­li­chen Restau­rants der Grup­pe ein kos­ten­lo­ses Getränk spen­diert. Das Ange­bot gilt bis Novem­ber und für jeden Restau­rant­be­such. Einen ähn­li­chen Weg beschrei­ten inzwi­schen auch vie­le Hotels. Sie bie­ten den geimpf­ten Rei­sen­den Ver­güns­ti­gun­gen an, in der Hoff­nung die Bran­che sicher und nach­hal­tig wie­der­zu­be­le­ben (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Zu wenig Geimpf­te, explo­die­ren­de Fallzahlen

Tat­säch­lich hat Japan die Impf­kam­pa­gne im Ver­gleich zu Euro­pa spät hoch­ge­fah­ren. Zwar sind inzwi­schen 85,1 Pro­zent der über 65-Jäh­ri­gen dop­pelt geimpft. In der Gesamt­be­völ­ke­rung haben jedoch erst 39,3 Pro­zent eine dop­pel­te Dosis erhal­ten (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Gera­de die jün­ge­ren Bevöl­ke­rungs­grup­pen zögern noch. Dies und die Ver­brei­tung der Del­ta-Vari­an­te haben dazu geführt, dass die Zahl der Coro­na-Neu­an­ste­ckun­gen aktu­ell regel­recht explo­die­ren (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Für vie­le Restau­rants und Hotels könn­te die­se fünf­te Wel­le das Ende bedeuten.

Im Shop
Asienspiegel Abo
November 2022

Asi­en­spie­gel Abo

Die­ser Blog braucht heu­te Ihre Unter­stüt­zung. Vor­tei­le für Jahres-Abonnenten.

ABONNENT WERDEN

In Japan
NEU: E-Book

In Japan

Edi­ti­on 2023: Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der neu­en 7. Auf­la­ge, inkl. Corona-Updates.

E-BOOK KAUFEN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN